Original radio p1

  • Guten Tag Jens,

    OPEL nennt im alten Zubehörkatalog meines Wissens Geräte der Firmen Blaupunkt und Philips.

    "Damals" gab es noch viele aktive Sender auf MW/LW/KW, heute kann man nur noch UKW vernünftig hören.

    Die beiden Links zeigen im damaligen Zeitraum erhältliche Radios der "Komfortklasse", sie haben Stationstasten

    mit "Senderspeicherung" und können LW/MW/UKW empfangen.

    Die Betätigungsknöpfe, Blenden + Tastenfarbe waren zu den damaligen Fahrzeugen passend erhältlich,

    passen aber nur herstellerspezifisch (Blaupunkt / Philips).

    Beide abgebildeten Modelle haben noch eine elektromechanische Zerhackerpatrone, um die Radioröhren

    mit der notwendigen Hochspannung zu versorgen.

    Neben der "Komfortklasse" gab es natürlich auch einfachere Modelle, die dann z.B. nur LW/MW konnten

    oder keine Sendertasten besaßen (Sendertasten hießen OMNIMAT, bei Blaupunkt).

    Einfache Varianten: Hamburg, Bremen, Stuttgart

    Das Spitzenmodell von Blaupunkt hieß KÖLN und besitzt neben dem "OMNIMAT" (Stationstasten) noch den

    "SELECTOMAT" (Sendersuchlauf, einseitig laufend, mit automatischem Federaufzug). Das fand man eher in den

    Kapitän-Modellen....

    Gruß,

    Alfred. H.


    Frankfurt ab G 735001 Autoradio Blaupunkt Ideal, Berlin, später |Radiomuseum.org

    Paladin 551 ND551V-01 Autoradio Philips Radios - Deutschland, build |Radiomuseum.org

  • Guten Morgen Dieter,

    danke für das Einstellen der Preisliste. Zu Lebzeiten der alten Kapitäne und Rekorde war ein Autoradio

    noch ein Luxusartikel. Bei einem Grundpreis von rund 6.500 DM für einen P1 haben Kosten für ein

    Blaupunkt "Frankfurt" (Radio + Versenk-Antenne) damals um 400,-DM bewegt. Die "Luxusvariante"

    Blaupunkt "Köln" + Automatikantenne wäre bei rund 700+DM gelandet....

    Das war damals ein Haufen Geld, und deshalb waren Autoradios (und die "teuren" schon gar nicht) nicht

    weit verbreitet. Der o.a. Link zum Philips Paladin 551 enthält auch Bilder Innereien, sie liefern eine gute

    Erklärung zum Aufwand und den damit verbundenen Kosten.

    Man hat damals fast alle elektronischen Probleme elektromechanisch lösen müssen, es gab nichts anderes.

    Der Innenaufbau und die Verbindungsleitungen bestehen nicht aus "bedruckten Platten" (heute: Platinen),

    sondern die meisten Drähte + Bauelemente sind zwischen den Röhrensockeln händisch beschnitten, gebogen

    und verlötet.... Das ist ein Riesenaufwand ! (und sieht ziemlich unordentlich aus). Die Bauteile waren deutlich

    größer, als heute üblich, teils wegen höherer Spannungsfestigkeit, teils wegen des Entwicklungsstandes.

    ALLE Abstimm + Einstellelemente sind feinwerktechnisch anspruchsvolle Teile, heute UNBEZAHLBAR.

    Wir haben eine ziemliche Sammlung dieser alten Kisten, auch das Philips Paladin, daraus ein kleines

    Detail: Der Lautstärkeregler beinhaltet auch den Einschalter (Drehknopf). Er muß schon etwas Strom

    schalten können, so um 7A. Damit sich das gut + wertig anfühlt, ist der komplette Regler IM Radio über

    kleine Gummibuchsen gelagert. Das Schaltgefühl ist damit sehr wertig und nicht einfach "Klack".

    Wahrscheinlich wollte man dem Nutzer über solche Späßchen den Trennungsschmerz über die

    Geldausgabe etwas zu versüßen....

    Gruß,

    Alfred. H.

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Auf Grund der beschriebenen hohen Radiopreise wurden die Fahrzeuge früher in der Regel ohne Radiogeräte ausgeliefert.

    Ein Autoradio war etwas, welches man sich später gekauft hat und nachgerüstet hat und in der Regel auch von einem Fahrzeug ins nächste mit genommen hat.
    Da passt ein Blaupunkt Frankfurt zeitgenössische ganz gut rein.

  • Tja, und in den 1980ern wurden diese "Originalradios" (bzw. zeitgenössischen Radios) auf Flohmärkten verramscht. Der übliche Preis waren 3...5 DM pro Gerät, für teure Ausführungen (wie z.B. ein Becker Grand Prix) wurden auch schon mal 10...15 DM bezahlt.

  • ....und heute werden für ein TOP-Gerät "Frankfurt" aus 1957/1958 um 700+€ verlangt.

    Röhrengerät, Blende, Einbauteile, Knöpfe, Achsmuttern.....da kommt was zusammen.

    Geht aus meiner Sicht in Ordnung, die Arbeiten zum Wiederaufbau sind umfänglich +

    die Teile rar. Ein Frankfurt aus den Endsechzigern paßt (von der Skala / Zeigerfarbe) sehr gut

    zu P1 / P2, schlägt immerhin noch mit ca. 300+€ zu Buche (und ist m.E. praktisch die bessere Wahl).

    Ist aus meiner Sicht auch in Ordnung. Bei dem Erwerb solcher Sachen gibt es eben auch die "Gnade

    der frühen Geburt".... So ist das, im Leben.

    Gruß,

    Alfred. H.