Wenn das doofe Allzweckwort “Kult” auf eines der Düsseldorfer Eiscafés passt, dann auf Unbehaun auf der Aachener Straße. Das liegt aber nicht nur daran, dass es diesen gastronomischen Höhepunkt schon seit 1906 gibt, und auch nicht nur daran, dass sich drinnen das Mobiliar und die Atmosphäre der Fünfziger- und Sechzigerjahre gehalten hat. Es liegt an allem. Angeboten werden exakt FÜNF Sorten (Nuss, Erdbeere, Vanille, Zitrone und Schokolade). Hörnchen gibt’s nicht, nur altmodische Pappbecher verschiedener Größe, in die das leckere Kalt gespachelt wird. Natürlich ist das Eis natürlich, das sieht und schmeckt man. Kult ist Unbehaun aber auch, weil es für jede/n aufrechte/n DüsseldorferIn ein Muss ist, in der Saison ein paar Male auf der Aachener Straße aufzulaufen. An warmen Tagen an den Wochenenden bilden sich lange Schlangen – Wartezeiten von 30 Minuten und mehr sind keine Seltenheit. Und dann isst man sein Eis draußen auf der Straße. Im Umkreis von 200 Metern sieht man glückliche Leute aller sozialen und Altersklassen, Kleinkinder, Heranwachsende mit und ohne Eltern, Senioren, Schickimickis, arme Studenten und was sich sonst noch so in Düsseldorf herumtreibt. Aber der Ruf des Eiscafés Unbehaun reicht noch weiter. Eine Legende besagt, dass über viele Jahre ein Fernfahrer immer vom Südring in die Aachener Straße abgebogen ist, seinen Lastwagen direkt vorm Unbehauns abgestellt hat, um sich sein Eis zu holen – weil man ihn kannte, haben ihn die Wartenden immer vorgelassen, damit sein Truck die Straßenbahn nicht aufhält.