Nachrüstvorschriften

  • Da es -meines Kenntnisstandes, auch wenn oben anders behauptet- eine grundsätzliche Nachrüstvorschrift gab, sind Panoramas ohne Lenkradschloss generell sehr selten.

    Darauf habe ich bisher nie bewusst geachtet. Angesichts der komplizierten Arbeit (s. Peters Beitrag) dürften die Opel-Werkstätten für diese Nachrüstungen kaum die notwendigen Kapazitäten gehabt haben. Möglicherweise bestand diese Nachrüstvorschrift nur auf dem Papier und wurde nicht umgesetzt oder kontrolliert. In den zeitgenössischen Autozeitschriften findet sich auch keinerlei Hinweis auf Proteste Hunderttausender Autofahrer, die von dieser kostspieligen Maßnahme betroffen gewesen wären.

  • Hier nochmal der historische Bericht, den RA63 Ha-Jo vor 2 Jahren schon mal gepostet hat.

    Gruß Peter

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    Wieso kompliziert? Das Ganze dürfte für geübte Hände in 10-20 Minuten fertig gewesen sein und ich schätze Mal, wenn man zum Opelhändler gefahren ist, dann wird der die Schlösser auf Lager gehabt haben und man hat wahrscheinlich ohne Termin drauf warten können...

    Die Menge an neuen Lenkradschlössern die es noch gibt, lässt darauf schließen dass davon gefühlt mehr bei Opelhändlern auf Lager waren als es Autos gab.

    Ich weis jedenfalls das mein Opa damit nach Opel zur Nachrüstung musste und da wäre er als Opelfahrer nie hin gefahren, wenn es nicht nötig gewesen wäre. Auch ist mein CarAVan mit weißen Blinkergläsern ausgerüstet gewesen die später verboten wurden, da musste Opa sich gelbe Gläser kaufen. Ich meine das war im Zuge der Warnblinkanlagennachrüstung. Die weißen Gläser lagen noch Jahrzehnte im Keller, sind aber irgendwann "verschwunden".

    Für das Gelbe Brems/Blinklicht hinten steht in meinem Fahrzeugschein eine Ausnahmegenehmigung des KBA eingetragen.

  • Das mit den gelben vorderen Blinkern kam zum 1. Januar 1963, zusammen mit den Richtungsblinkern. Und nach Aussage eines alten Bosch-Dienstes gab es erhebliche Lieferengpässe. Die Warnblinker kamen erst sehr viel später. Mir sind sie erstmals Anfang 1969 aufgefallen, aber das Zwangsnachrüstungsdatum war noch später. Mein Opa musste die Warnblinkschaltung in seinen VW 1600 / Typ 3 erst Anfang 1974 nachrüsten.

    Ich habe in den 60ern und später nie einen Autofahrer erlebt, der zum Parken mit Ketten oder Krallen hantiert hätte. Im Freundeskreis meiner Eltern und Großeltern liefen bis Ende der 60er noch vier Brezel- und Ovalkäfer. Auch hier kann ich mich an nichts dergleichen erinnern, wenn wir mit denen auf Ausflügen unterwegs waren. Das wäre mir in jedem Fall aufgefallen und in Erinnerung geblieben.

    Die Armaturentafeln dutzender P1, die ich seit den späten 70ern auf der Strassen (selten) und hauptsächlich auf Treffen fotografiert habe, weisen ebenfalls keine Lenkschlösser auf.

    Also, das wurde mit Sicherheit nicht so heiss gegessen wie gekocht!

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    Also ich hab bei vielen Importzulassungen die Eintragung bzgl. mechanischer Sicherung bekommen, real gesehen habe ich das ehrlich gesagt NIE :D

    Früher waren die Zeiten auch noch anders und das was der TÜV Beamte (der nie verbeamtet war) gesagt hat, war Gesetz und wenn die Plakette drauf war, war gut. Da hat man nicht die Infomöglichkeiten von Heute gehabt.

  • Ja, die TÜV-Willkür war damals unglaublich! Es mussten viele Olympias ihre Zeppeline abbauen, 55er-Ponton-Rekords ihre Gurkenraspeln auf der Motorhaube und 56er- Pontons die kleinen Zierstücke auf den Vorderkotflügeln entfernen. Da wurde denen zum Glück irgendwann ein Riegel vorgeschoben. Die Folgen sah man noch viele Jahre später auf Treffen, wenn manche dieser Opels mit harmlosen Zierleisten statt dieser originalen Zierstücke daherkamen.

  • Bei uns gab es eine im ganzen Umkreis bevorzugte Prüfstelle, die als besonders kulant bekannt war, das lief so bis ca. in die frühen 90er, dann fanden personelle Umbesetzungen statt.:popo:

  • Nun wäre auch mal interessant, wie die Lenk- Zünd- Anlaßschlösser von Rekord A,-B und frühen C mit ihrer "Garagenstellung" bewertet wurden. Wieviele Fahrer mögen den Zündschlüssel zu früh abziehen und ihnen gar nicht bewußt werden, dass das Auto dann auch ohne Schlüssel gestartet und gefahren werden kann.

    Danach hat aber selten ein Hahn gekräht!

  • Bei uns gab es eine im ganzen Umkreis bevorzugte Prüfstelle, die als besonders kulant bekannt war

    Für meine HU-Termine habe ich einen festen Ansprechpartner bei der DEKRA.
    Einen Sachverständigen für Oldtimer, der auch schon das Wertgutachten gemacht hat.

    Sachverständige, explizit für Oldtimer, nicht selten ältere Herren sind in ihrem Ermessensspielraum oft etwas Nachsichtiger.

    Das ist meiner Meinung nach besser, als ohne Termin zu irgend einer Prüforganisation zu fahren, bei der von einem übereifrigen Kontrolleur, auf der Rüttelplatte nach Mängeln gesucht wird.

    Rote Linien muss es natürlich geben, was die Verkehrssicherheit angeht. Die Bremsen, Lenkung, Beleuchtung usw. müssen natürlich in Ordnung sein.

    Ich sehe in meinen HU-Prüfer auch nicht den “Feind“, sondern Jemanden mit Sachverstand, der auch bei vorhandenen Mängeln darauf hinweist.