Leerlaufdrehzahl steigt an bei getretener Bremse

  • Mahlzeit Ihr Schrauber*innen,

    heute musste ich feststellen, dass neuerdings bei getretener Bremse im Leerlauf die Drehzahl ansteigt.

    Das kann ja eigentlich nur was mit Bremskraftverstärker/ Unterdruck/ Vergaser zu tun haben. Ansonsten läuft der Motor sauber.

    Irgendwelche Vorschläge zu Fehlersuche? Läuft da vielleicht Bremsflüssigkeit in den BKV und von da in den Vergaser? Huch!!:denk1:


    Besten Dank für eure Tipps!:examen002:

    Es grüßt der Bernd!:wink:

  • Rückschlagventil undicht oder schließt nicht richtig, Schlauch zum Bremskraftverstärker undicht, Bremskraftverstärker selbst undicht.

    Ventil prüfen, Schuch lösen und einmal Saugen oder Blasen mit dem Mund, darf nur eine Richtung funktionieren.

    Bremskraftverstärker prüfen, Motor aus, Bremse mehrmals betätigen, bis Bremse sich hart anfühlt, Bremse treten und Motor starten, Bremspedal muß ein Stück weiter rein gehen und der Bremsdruck sich weich anfühlen.

    Die Stoffummantelten Unterdruckschläuche gehen auch gerne mal kaputt.

    Gruß Ingo aus 71083 Herrenberg/Württemberg , Opel Rekord PII Limo L 4 Türig mit Faltdach.

  • Hi,


    ich hab vorhin eine Schnelldiagnose gemacht: der Schlauch lässt sich in beide Richtungen durchpusten und sieht auch sonst nicht mehr besonders vertrauenswürdig aus.
    Hamwer nächste Woche weder eine Aufgabe, gelle…


    Schönen Sonntag!

  • …klar, Rückschlagventil ist drin und dann offensichtlich defekt. Der Schlauch mit Gewebeummantelung ist knackhart und beim Biegen merkt man, das der nix mehr kann.
    Also Austausch…

  • Guten Abend Liedberger,

    es ist immer eine gute Idee, verhärtete Schläuche auszutauschen. Wegen Eures Problems muß man zwei Fälle unterscheiden:

    a) die Motordrehzahl steigt kurzfristig an, wenn man die Bremse einmal oder mehrmals betätigt.

    Das ist "normal": Der Motor bekommt dann etwas Zusatzluft aus dem BKV, unterhalb der Drosselklappe. Das ermuntert ihn

    zu einem kurzen Drehzahlanstieg.

    Wenn ein undichter Unterdruckschlauch ursächlich wäre, dann wäre der IMMER undicht und nicht selektiv beim Bremsen....

    Das Rückschlagventil ist ein SCHUTZ für die Membrane des BKV, um sie bei einer Fehlzündung (Druckrückschlag in das Saugrohr)

    vor der Druckwelle (Berstschutz) zu bewahren. Es ist in Richtung BKV-Motor immer durchgängig.


    b) die Motordrehzahl steigt dauerhaft an, solange die Bremse betätigt wird

    dann fließt dauerhaft Leckluft DURCH den BKV in das Saugrohr und der Fehler wäre im BKV zu suchen, aber:

    Motor müßte dann zwar schneller, aber nicht mehr ganz ruhig laufen...


    WENN der Vergaser korrekt eingestellt ist, steigt die Leerlaufdrehzahl in beiden Fällen kurzfristig an, weil das Leerlaufgemisch

    etwas Benzinüberschuß hat und Luft zugegeben wird.

    Bei mehrmaligem schnellen Treten der Bremse muß der Motorlauf etwas schneller werden, aber

    gleichzeitig etwas "ruckeln", weil das Gemisch dann doch zu mager wird.

    Ist das NICHT der Fall, ist das Leerlaufgemisch zu fett. Das ist ein guter Indikator für eine korrekte Einstellung.


    Versucht das mal, defekte Schläuche gibt es, sie sind dann aber immer defekt. Defekte BKV´s gibt es auch, sie sind aber

    selten (ab Bauart Rekord B).


    Gruß,


    Alfred. H.

  • Die Schläuche sind kaum Biegbar, normal. Haben innen einen Stahldraht, damit sie sich nicht zusammenziehen vom Unterdruck. Bei den Fahrzeugen ab ca 1975 haben sie dann Kunststoff verwendet auch kaum Biegbar und Ventil ersetzen eine Herausforderung ohne Wärmebehandlung. Ein Rückschlagventil musst du einbauen, der Unterdruckvorat im Bremskraftverstärker haut sonst, wenn der Motor steht , oder aus ist ab. Zu prüfen, Motor ist aus, Schlauch am Bremskraftverstärker abmachen, dann muss es zischen, denn der Unterdruck haut ab im Bremskraftverstärker, also Ventil und Schlauch gut.

    Gruß Ingo aus 71083 Herrenberg/Württemberg , Opel Rekord PII Limo L 4 Türig mit Faltdach.

  • Moin,

    so, ich habe den Schlauch getauscht. Das Rückschlagventil funktioniert.

    Auch mit dem neuen Schlauch tritt das Phänomen auch auf: Die ersten 3-4 Bremsvorgänge waren okay, danach stieg dann wieder beim Bremsebetätigen der Leerlauf an. Nimmt man den Fuß von der Bremse, sinkt die Drehzahl wieder.

    Interessant auch: die Bremse funktioniert gut, aber ist Knackhart, der Pedalweg ist deutlich kürzer.
    Wäre natürlich jetzt ärgerlich, wenn der BKV hinüber ist, bzw. undicht..

  • Guten Tag Bernd,

    WENN die Situation zutrifft:

    - Bremse wird getreten und bleibt getreten, Versuch ca. über 10 Sek.

    - Motordrehzahl steigt geringfügig + über die Dauer der Betätigung an

    - Bremse wird gelöst > Motordrehzahl fällt

    Dann ist davon auszugehen, dass in dieser Situation dauerhaft Luft über den BKV in das Saugrohr fließt (in geringer Menge) und

    das mit der Betätigung zusammen hängt.

    Das kann BKV-intern sein (Luftdurchtritt). Das wäre ein seltener Fehler.

    Eine andere Möglichkeit für Leckluft gibt es an der Trennfuge zwischen Hauptbremszylinder und BKV.

    Diese Fuge ist mit einem Gummiring gedichtet, er liegt in einer Nut des HBZ.

    Beim Betätigen der Bremse wird die vordere "Schale" des BKV ganz wenig nach außen gebogen, sie "arbeitet" durch die

    Fußkraft + deren Verstärkung etwas. Wenn dieser Bereich nicht ganz einwandfrei ist (Anlage rostig, uneben, Gummiring

    nicht in Ordnung, Nietbolzen der Verschraubung im BKV lose wegen zu festen Anzugs...), dann kann auch hier Luft in

    geringer Menge eintreten, abhängig z.B. von der eingeleiteten Fußkraft.

    Diesen Punkt würde ich als nächstes prüfen.

    Gruß + viel Erfolg,

    Alfred. H.

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Der Test des BKV ist eigentlich einfach. Motor laufen lassen, Motor abstellen, 30 Sekunden warten, dann muss der BKV noch arbeiten, sonst ist was undicht.

    Das Rückschlagventil hat den Sinn, bei fehlendem Unterdruck im Saugrohr den Unterdruck auf dem BKV sicher zu stellen. Wenn man die Drosselklappe öffnet (Gas gibt) geht der Unterdruck im Saugrohr schnell gegen 0, macht man nun eine Gefahrbremsung dann dauert es zu lange bis der BKV wieder entlüftet ist, man merkt bei defektem Rückschlagventil wenn man Schnell von Vollgas auf Bremse steigt, dass der BKV dann nachhängt. Das verlängert natürlich den Bremsweg. Darüber hinaus soll die Bremsfunktion auch vorhanden bleiben, wenn der Motor ausfällt.

  • Bei dem Opel Frontera, gab es eine Technische Abänderung wegen diesem Problem. es wurde seitens Opel ein Unterdruckvoratsbehälter eingebaut, zwischen Bremskraftverstärker und Schlauch . Eine Art Kugel ca 1/4 Liter oder mehr, dann konnte man fast unbedenklich lange die Bremse mehrmals betätigen.

    Gruß Ingo aus 71083 Herrenberg/Württemberg , Opel Rekord PII Limo L 4 Türig mit Faltdach.

  • Mahlzeit!

    Echt toll wie das hier funktioniert! Und so fix! „Koordinierte Fernwartung“ würde ich das nennen.:daumen1:

    Dann werde ich mir als nächstes mal besagten Dichtring ansehen. :eek002:

    Bis hierhin an alle Beteiligten lieben Dank! Ich werde wieder berichten….

  • Mal eine andere Frage. Wieviel Unterdruck kann die laufende Maschine eigentlich liefern? Es gab ja wahlweise bei Rekord A, B und C nicht nur einen BKV, sondern ggfs. gleichzeitig noch den Olymat, beides mit entsprechendem Kraftbedarf. War das nicht etwas viel?

  • ...für beide Elemente ist der Druck im Saugrohr in den Betriebszuständen: Leerlauf / Schiebebetrieb relevant.

    Er liegt um 0,25....0,3bar (abhängig u.a. von der Motorgröße + Zusatzlasten) . Die Druckdifferenz zum

    Umgebungsdruck ist dann nutzbar.

    Der BKV speichert die Druckdifferenz direkt und ist über einen relativ dicken Schlauch an das Saugrohr

    angeschlossen > schnelle "Neuentleerung" nach dem Bremsen, aber kleine Volumendifferenz.

    Der Vakuumtank des Olymaten hat ein wesentlich größeres Volumen und ist über einen ziemlich kleinen

    Querschnitt angeschlossen > mit Rücksicht auf einen stabilen Leerlauf langsame Reaktion, aber großer

    Speicher.

    Gruß,

    Alfred. H.

  • Mahlzeit,


    kurzes Update: am HBZ zum BKV und am Anschluss des Unterdruckschlauchs am BKV gehören Gummidichtungen. Das werde ich mir mal anschauen….die am Unterdruckschlauch scheint zu fehlen.


    Schöne Restwoche!

  • Hallo,


    so, neuer (aber doch alter Stand): Nach wie vor steigt die Drehzahl an, ich schätze 2500 U/ min, und bleibt solange so hoch, wie die Bremse getreten wird.


    Eine Dichtung zwischen HBZ und BKV ist drin.

    Die Dichtung am Schlauchanschluss des BKV‘s ist auch drin, der Stutzen lässt sich allerdings 3-4 mm hin und her bewegen.

    Das Rückschlagventil funktioniert, der Schlauch ist in Ordnung.


    Idee: wenn man einen Schlauch an den Stutzen des BKV‘s anschließt, und dann über einen Kompressor Druck aufbaut (<1 bar?), müsste man doch mit einem Gasleckspray eine Undichtigkeit sichtbar machen können, oder?

    Ist das ein prima Idee?

    Schönes Wochenende und ein gutes Achtelfinale wünscht euch der Bernd!

  • Hallo Bernd,

    ich halte das für keine besonders gute Idee. Normalerweise ist im BKV Unterdruck. Bei Überdruck könnte die innen liegende Membran irgendwo gegen gedrückt und eventuell aufgespießt werden. Ganz leichter Überdruck sollte funktionieren, besser wäre aber so ein Rauchgenerator, der zeigt sehr gut aus welcher Ecke es denn heraus bläst.

    Gruß
    Johannes

  • Update:

    Bei einer Probefahrt heute habe ich festgestellt, das beim Treten der Bremse, im Innenraum (also genauer unter dem Armaturenbrett, bzw. unten beim Bremspedal), ein Rauschen zu hören ist. Das ist eindeutige entweichende Luft.


    Hört selbst:

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    Die Undichtigkeit dürfte dann wohl in dem Bereich zu finden sein.


    Gruß vom unterm Armaturenbrett!

    Der Bernd