Kupplungszug Rekord A6 gerissen - gibt es eine Alternative aus einem anderen Fahrzeug?

  • Gestern Nacht alles zusammengebaut, justiert, probegetreten - ZACK! - flog etwas durch die Halle.

    Der Kugelkopf unten ist vom Seil abgerissen.

    Ersatzteilkatalog befragt --> 6 69 005

    Hat keiner, selbst unser Mann in Koblenz nicht.

    Gibt es eine Kupplungsseil eines anderen Modells, was in den Rekord A6 passt?

    Eine andere Möglichkeit wäre, ich fertige mir einen neuen Kugelkopf und verpresse ihn auf dem alten Seil.
    Denn der Seilbruch ist direkt an der Kugel passiert.
    Mein Motorenbauer kann 20 Tonnen. ;)

    Saludos aus dem Kardantunnel!

    • Offizieller Beitrag

    Moinsen,

    schade das der B 6 einen minimal anderen Zug hat..würde mir auch gerne einen Ersatz hinlegen. Kennst du diese Fa. hier..da hätte ich mal angefragt da die spezialisiert auf Muster und Einzelfertigung sind.

    https://www.taflexa.de/

    Gruß aus WZ Stephan

    en eschte Hessebub fäärt immer Obbl :modo:

  • ...das Problem ist einfach: Der Kupplungszug-Konstrukteur hat nicht aufgepaßt, als technische Mechanik vorgelesen wurde.

    Der Chef hatte Äppelwoi.

    Möglicherweise war er auch krank, frisch verliebt (oder gerade anderen amourösen Abenteuern erlegen)..., möglicherweise

    war es aber auch der gleiche Täter, der den Kadett A-Zug verursacht hat (mit dem ich auch schon Freude hatte)

    Problem:

    - die am Zug befindliche Kugel zieht den Ausrückhebel (das ist gewollt)
    - in der "Kugelpfanne" des Ausrückhebels müßte sie sich (Winkelauslenkung) dann drehen können (darum ist sie Kugel geworden...)
    - kann sie auch, aber die unvermeidliche Reibung verleidet ihr die vollständige Ausrichtung
    - Folge: das Drahtseil wird GEBOGEN
    - Ergebnis: ES BRICHT

    Fast jeder Bowdenzug am Fahrrad oder Moped oder Motorrad ist besser (richtig) ausgeführt.

    Opel braucht für die Korrektur immer so zwei Modell-Generationen und dazu auch das Ergebnis aus dem Feld,

    dass es so WIRKLICH NICHT GEHT....

    Maßnahme: Die Kugel oder Halbkugel braucht einen "Fortsatz" IN ZUGRICHTUNG des Seiles, damit das Moment zur

    Reibungskompensation nicht allein vom Zug (Biegung im Zug !!!) sondern durch den längeren "Hebel" verringert wird.

    Das ist genau falschrum ausgeführt. An dieser falschen Ausführung ist wiederum richtig, den Zug erst HINTER der Kugel

    zu crimpen, weil dann Biegestelle und Pressung nicht zusammen fallen. Die Biegung VOR der Kugel bleibt aber.... und damit

    auch die Bruchursache.

    Was solls ....ist auch egal. Eine Reproduktion (Genau so !) bringt jedenfalls vermutlich keine Besserung.

    Gruß,

    Alfred. H.

  • Ist mir ja auf der Hochzeitsreise vor Urzeiten in Frankreich passiert, allerdings am A-Caravan. Hat dann ein Provisorium, ich meine vom Asccona B bekommen. Aber alles ohne Gewähr, ist schon 25 Jahre her. Der Seilzug ist aber noch verbaut.

  • Wenn ich mich recht entsinne, habe ich vor langer Zeit auch mal einen Zug vom 4-Zylinder ersatzweise eingebaut. Ging irgendwie mit einem ganzen Stapel von dicken U-Scheiben an der Stirnwand.

  • Wenn man ein Ersatzteil für seine Oldtimer ganz sicher zuhause oder besser im Auto selbst noch einmal liegen haben sollte, ist es ein Kupplungsbowdenzug....
    ...Irgendwann reißt der, manchmal kündigt sich das durch Knirschen und einem weicheren Gefühl im Pedal an, manchmal reißt der unvermittelt. Und fast immer reißt er unmittelbar hinter dem aufgecrimpten oder gelöteten Zugstück am Ende.

    Da bin ich mit dem Klappergestänge beim P2 ja noch gut dran, da bekommen ein halbes Dutzend Gelenke stetig größeres Spiel...aber ganz versagen ist eher selten. Ein Glanzstück technischer Mechanik ist aber auch das nicht. Vielleicht enthielt der Roloff-Matek damals noch ein Kapitel "Funktioniert irgendwie, ist aber suboptimal".

    Gruß
    Frank

  • Roloff-Matek sehe ich nicht vor mir im Regal, kann ich nicht nachgucken.
    Den Kuchling habe ich meinem Sohn gegeben, Physik sollte sich wohl nicht verändern.
    Das kleine blaue Bosch "Kraftfahrtechnisches Taschenbuch" steht noch hier,
    da ist aber kein solches Kapitel drin. :zwinker1:
    AutoCAD12 kann ich wohl mal entsorgen...

    Schöne Grüße

    Dirk "Tausi" :wink:

    aus Meerbusch am Niederrhein (zwischen Krefeld und Düsseldorf)
    "P2"-Käpt´n seit Studientagen (so sieht er auch aus) und seit Ende 2015 auch Diplo-A-C

  • Moin…,
    im Netz gibt es einige Hersteller von Bowdenzügen, die auch Sonderanfertigung machen. Keine Ahnung, ob das preislich realistisch ist.
    Ich hab heute kurz mit der Firma Ludwig Ebert in Wehrheim telefoniert, für die wäre das kein Problem. Herr Ebert braucht ein Muster und kann dann einen Preis abgeben.
    Wenn dieses Ding tatsächlich nirgendwo zu kriegen ist, besteht ja seitens der Fahrer hier Interesse daran, eine nach Fertigungsaktion zu starten.

    https://www.rekord-p2-forum.de/www.ludwig-ebert.de

    Gruß
    Bernd

  • ...war eben noch mal im Keller, zwecks Fotos einiger Kupplungsseile, mit einem schlechten Beispiel

    und anderen (richtigen) Ausführungen.

    Das erste Bild zeigt Opels Erstversuch, eine Betätigungskugel betriebsfest an ein Kupplungsseil zu crimpen: 4260

    Beim Ziehen des Zuges beschreibt der Ausrückhebel einen Kreisbogen, der ZUG will aber gerade bleiben.

    Das heißt, die Kugel muß sich in der Kugelpfanne etwas drehen (können). Einerseits will der Zug sie gerade halten,

    andererseits will die Reibung in der Pfanne sie MITDREHEN. Die Reibung gewinnt, weil der HEBEL zum Geradezug praktisch NULL ist.

    Bild 4261 zeigt eine andere Seite (Kadett). Hier ist die Kugel an eine Mutter geformt und der ZUG greift an der Gewindestange an.

    Die Gewindestange ist ein langer Hebel und zwingt das Kugelgelenk zum Drehen, damit werden die Biegewinkel zum ZUG gering > gute Lösung

    Bild 4263 zeigt das an einem neuen Zug (Rekord E).

    Bild 4264 zeigt die pedalseitige Einhängung, auch hier ist ein LANGER Hebel verwirklicht (Rekord E)

    Die letzten Bilder zeigen im Prinzip die Armaturen, die häufig an Modellen mit CIH-Motoren verwendet wurden, hier: Kadett B 1,9 / Ascona / Manta B.

    Man sieht auch hier, dass der Zug IMMER über einen (im Vergleich zum ersten Bild) langen Hebel angelenkt ist, um Biegung zu vermeiden.

    Möglicherweise ist ein Zug aus der CIH-Ära für die ältere Type adaptierbar, das würde ich als erstes mal versuchen.

    Wenn eine Neuanfertigung unumgänglich ist, würde ich mich unbedingt an den Armaturen der "neueren" Züge orientieren und auf keinen Fall

    den alten Kram nachbauen. Das betrifft auch das Innenleben + die Abdichtungen...

    Gruß,

    Alfred. H.

  • Alfred. H.

    WOW!

    Danke für die Untersuchung!

    Ich war gerade beim Lutz Obere. Der lässt nachfertigen. Ich werde ihm Deinen Beitrag schicken.

    In meinem Fall, wo es den A6 Kupplungszug nicht gibt, könnte ich den längeren vom A4 nehmen und mit einer Hutmutter und Co. eine von Dir dargestellten Hebellösungen realisieren. Mal sehen....

  • hatte ich auch schon gefunden, nur steht da leider AUSVERKAUFT ......

    interessant...

    haben den gestern nachmittag erst eingestellt, weil uns ein Stammkunde bei Bestellung gestern mitteilte, dass dieser Zug gesucht würde...

    Tja...hat halt gestern abend jemand direkt gekauft!

    Demnach steht da seit heute morgen logischerweise dann AUSVERKAUFT....

    Dass den tatsächlich gleich 2 Leute gleichzeitig gesucht haben...vorher hat in 17 Jahren kein Mensch jemals danach gefragt. Sie vorher demnach auch nicht....

    ist der der Herr K. aus D. ( = der Käufer) etwa auch hier im Forum...?

    Ist die Internetsuche vielleicht doch gar nicht so zuverlässig, wie immer angepriesen wird...

    Können Herr Google und die KI-Freunde etwa gar nicht die realen Bestände sehen....

  • Weiß jemand zufällig, worin genau der Unterschied bei A-6 und B-6 besteht?

    Beide Modelle haben doch zusätzlich diese abenteuerliche Umlenkvorrichtung aus Zinkguß unten am Gehäuse. Auch diese und die viel zu schwach dimensionierte Druckstange stellen ja bei den 6-Zylindern noch einen weiteren Problempunkt dar.

    Wenn ernsthaft über Nachfertigungen nachgedacht wird, sollte auch hierfür eine andere konstruktive Lösung eingeplant werden.

    Der Grund für dieses Kuriosum ist wahrscheinlich die hydraulische Kupplungsbetätigung beim Admiral A, dessen Antriebsstrang offenbar im Hauruck-Verfahren für den Rekord angepaßt worden ist. Angesichts der von vornherein geplanten nur geringen Stückzahl hat sich Opel hier nicht viel Mühe gegeben.

  • ...ist ja alles schön und gut, in der Sache geht es aber nicht so richtig voran ???

    Die Frage war: Welcher Seilzug könnte passen, u.U. von einem anderen Auto.

    Die Anschlußteile sehen auch schon "so ähnlich" aus.

    Ich würde jetzt mal die Funktionsmaße messen:

    - Länge des Druckschlauches
    - Durchmesser der Zentrierungen
    - Kabelüberstände
    - Anschlußteile

    Ohne diese Infos kann man weder suchen, noch vergleichen, sondern nur weiter

    drüber reden......und davon: Gibt es kein Teil und auch keinen erfolgversprechenden Versuch.

    Gruß,

    Alfred. H.