Alternativbremsbeläge

      Alternativbremsbeläge

      Hallo zusammen ,

      Gestern beim Alt-Opel Stammtisch drückete mir ein Bekannter ein paar Opelteile in die Hand die er nicht mehr brauchte . War ein buntes Durcheinander und ich gebe die Teile die ich nicht brauche auch immer weiter . Diese Kiste hier war auch dabei :



      Zuerst habe ich gedacht " hasse nich , weiter damit " aber beim genauem nachsehen sehen die ( fast ) aus wie die Träger vom P2 vorne :



      Nur die Nase ist "zu viel " :



      Lässt sich anpassen .
      Nun meine Frage : Geht das nicht ? Warum ist da vor mir keiner drauf gekommen ? Sind die Träger im falschen Karton ?

      Und : würdet ihr geklebte Beläge montieren ? Habe bis jetzt immer selbst genietet . Hält sowas ? Würdet ihr "alte" Beläge montieren ? No Name Produkte ? :pardon:

      Bin mal auf eure Meinungen gespannt .

      Gruß :wink:
      Marcus
      Rücksichtsvolles Fahren ehrt den Opelfahrer !

      Ort : 42369 WUPPERTAL
      Fahrzeuge : Rekord P2 , Rekord B , Kadett C ...

      Piff schrieb:

      Lässt sich anpassen .
      Nun meine Frage : Geht das nicht ? Warum ist da vor mir keiner drauf gekommen ? Sind die Träger im falschen Karton ?

      Und : würdet ihr geklebte Beläge montieren ? Habe bis jetzt immer selbst genietet . Hält sowas ? Würdet ihr "alte" Beläge montieren ? No Name Produkte ?


      Zu 1: Anpassen geht (evtl gar nicht nötig, einfach mal einbauen). Hat sich wohl keiner getraut. Keine Ahnung ob falscher Karton.

      Zu 2: Geklebte Beläge sind heutzutage Standard. Würde ich verbauen, ABER NUR wenn das professionell bzw ab Werk so hergestellt wurde. Vom selbst Bekleben kann ich nur abraten (hatte schon gelöste Belege). Alte Beläge würde ich montieren, wenn ich die für brauchbar halte. Aber das muß man halt beurteilen können, und wirklich wissen was man kann und tut. NoName-Produkte, das hat heutzutage keine Aussagekraft mehr. Würde ich also auch verbauen, wenn der Eindruck stimmt.

      Und ja, ich weiß ... sicherheitsrelevante Teile und so. Aber du hast ja gefragt. :)

      Grüße
      Christian
      Hallo Marcus,

      diese Sache hat Verwechslungspotential.

      1) Die Bremsbeläge für Rekord 53-57, P1, P2 und A sind gleich (nur Limousinen, der Caravan hat hinten
      einen größeren Durchmesser)

      Limousinen v + h: 200 x 45, WVA-Nr. 13189

      Caravane v : 200 x 45, h : 230 x 50

      Beide Maße finden sich auch an anderen Opels, bis Ascona C / Astra.

      200 x 45 / WVA 13189 findest Du am Kadett B /C vorne, an Ascona Manta A/B hinten (1,2 S; 1,6N) und auch an neueren Wagen.

      WVA 13189 paßt.

      Zu Deinen Bildern, hier wird es kritisch !

      Die linke Bremsbacke ist für einen P2 ab Fg.Nr., auch für Rekord A. Die "Gabel" nimmt die Druckstange für die Handbremse auf.

      Die rechte Bremsbacke ist für Fahrzeuge vor P2 ab, sie ist für die vordere Bremse > keine Gabel.

      Diese Bremsbacken MÜSSEN immer passend zu den Radzylindern verbaut werden, weil der Abstützbereich zur Rückseite

      des Radzylinders passen MUß > sonst entsteht Murks. Auch dürfen an der HA-Bremse nur Backen mit "Gabel" verwendet werden.

      Die Bremsbacken des Kadett B / C passen nicht an unsere Autos, der Karton und der Inhalt gehören nicht zusammen.

      Geklebte Beläge haben einen Vorteil: Mehr Reibfläche. Unter den Nutzungsbedingungen unserer alten Kisten haben sie

      leider auch einen Nachteil: Sie können unterrosten, im Stillstand der alten Karren, das merkst Du nicht....

      Wegen der Backenformen, Tragblechdicken etc. habe ich schon mal einen Bericht verfasst, mit Bildern,....finde ihn aber nicht...DOCH:

      Bitte mit äußerster Aufmerksamkeit + Sorgfalt reparieren.

      Hier ein Link:

      Bremse hinten, Einzelteile
      Noch ein Link:
      Trommelbremse vorn, P1, P2, Rek A, Funktionsunterschiede
      Und hier die Backen:
      Welcher Radbremszylinder???

      Gruß,

      Alfred. H.




      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Alfred. H.“ ()

      Bei mir lagerte ein Satz geklepte Beläge im Regal, die ich letzten Herbst montiert habe.
      Die wurden zu warm und beim reinschauen fand ich den Abrieb auf den Belägen und nicht daneben, wo er eigentlich hin gehört.
      Mir scheint, dass die Vertiefungen, in denen die Nieten sitzen, einen Teil des Abriebs aufnehmen können, was bei geklebten (wo auch noch die Mittelrinne fehlt) nicht geht.
      Ansonsten, nach dreimaligem Anpassen, ist die Bremswirkung zufriedenstellend.
      Der Senior-Typreferent für P-Rekord in der AltOpelInteressengemeinschaft *119
      Hallo,
      hatte ich mal bei meinem alten Astra. Die geklebten Beläge an der Hinterachse rechts hatten sich gelöst und verklemmt.
      Das Hinterrad hat blockiert und ich kam nicht mehr aus der Garage.
      Soll aber ein ganz seltener Einzelfall gewesen sein ?(

      Gruß Martin
      Opel Olympia Rekord P1 1,5 Bj: 1959
      ...das mit den "Einzelfällen" habe ich auch schon mal gehört, sehr laut + deutlich zu vernehmen,

      Zitat eine ehemaligen Konzernlenkers: ES GIBT KEINE EINZELFÄLLE IM GROßSERIENBAU.

      Stimmt, ist aber keine Panikmache. Geklebte Beläge werden auch im Serienbau verwendet,

      unter "normalen" Bedingungen gefahren und verschlissen. Bei unseren Kisten spielt der Zeitfaktor

      eine andere Rolle, wer wenig fährt, kommt vielleicht 10 Jahre oder länger mit einem Satz HA-Beläge aus.

      Das ist anders, im Zweifel lieber mal die Beläge / Bremse / Staubanfall kontrollieren, das wurde früher in den

      kürzeren Wartungsintervallen auch gemacht.

      Gruß + keine Panik,

      Alfred. H.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Alfred. H.“ ()

      Für Alltagsfahrzeuge spricht nichts gegen geklebte Bremsbeläge, die haben alle VW und Audi, die ich jemals hatte und es gab nie ein Problem.

      Wenn es ein Thema mit Unterrostung gibt, dann weil das Fahrzeug wenig gefahren wird, und dann noch im Kurzstreckenverkehr.

      Für den Heimwerker gibt es als Reparaturlösung nur das Nieten.
      Viele Grüße
      Günther :daumen1:
      Warum sollte man bei original genieteten Bremsbelägen plötzlich zu kleben anfangen nieten geht doch nicht so schwer . Belagreste runter meiseln Backen gründlich säubern und die neuen mit Nietgerät aufnieten . Habe es zur Not auch auch schon mit Stempel und Durchschlag gemacht habt ihr aber nicht gelesen sonst gibt das wieder den erhobenen Zeigefinger .
      Hallo zusammen,

      Alfred. H. schrieb:

      Geklebte Beläge haben einen Vorteil: Mehr Reibfläche. Unter den Nutzungsbedingungen unserer alten Kisten haben sie
      leider auch einen Nachteil: Sie können unterrosten, im Stillstand der alten Karren, das merkst Du nicht....

      Auf diesen Punkt möchte ich nochmal zurückkommen und jetzt frage ich mal ganz Michael-mäßig:

      Mittelfristig muß ich mich um die hintere Bremse beim Commo A kümmern. Die geklebten Bremsbeläge (Textar) sind jetzt seit 27 Jahren eingebaut und 70 TSD Km gelaufen.

      Problem 1: Es werden stets nur komplette Backen mit bereits montierten Belägen angeboten. War offenbar damals bei Opel auch schon so, wobei nicht ersichtlich ist, wann der Übergang von genieteten zu geklebten Ausführungen erfolgte. Heute werden ausnahmslos letztere angeboten.
      Problem 2: Speziell für den Commo A gibt es zwei unterschiedliche Bremshebel am jeweiligen Backenpaar zur Aufnahme des Handbremsseils: Einmal mit Öse, einmal mit Kugel. Der Unterschied schlägt sich jedoch nicht in den Teilenummern nieder, es gibt auch keine Partiebegrenzungen nach Fg.-Nr, sondern es ist reine Glückssache, welche Ausführung man erwischt - zumindest bei den heutigen Angeboten.
      Was man auf den Abbildungen der Online-Angebote sowie einschlägiger Opel-Teile-Händler sieht, scheint alles die Ösenausführung zu sein, einer (Haslop) bietet jew. einen Hebel für Kugel zum umnieten an.

      Ich würde gern auf genietete Ausführung umsteigen, wenn ich die Sache in Angriff nehme. Altteile an Backen besitze ich noch, zwar schon geklebt, aber die Nietlöcher sind noch erkennbar. NOS-Belagsatz müßte ich ebenfalls noch haben.

      Frage: Wie bekomme ich die geklebten Beläge herunter, so daß sich die neuen aufnieten lassen? Wie groß ist die Gefahr durch den ggfs. entstehenden Asbeststaub? Hätte ich die Chance, einen Fachbetrieb zu finden, der sich dieser Sache annimmt? Aufnieten kann ich eh nicht.

      Eine Alternative wäre, wenn noch jemand passende Backen als NOS-Ware abzugeben hätte.

      Ferner wären neue Bremstrommeln wünschenswert, da die alten etwas riefig. Gibt aber im Netz nur Repros oder solche unbekannter Hersteller, denen ich nicht so recht traue, denn ich lege nach schlechten Erfahrung Wert auf Erstausrüsterqualität. Leider gibt es ebenso wie bei den Backen bzw. Belägen bei Ate, Textar oder Jurid nichts mehr.

      Wie würde Ihr an meiner Stelle jetzt am Besten vorgehen?

      Tschüß
      Klaus
      altopelfreak Klaus,

      die Änderung von Kugelanlenkung zu Ösenanlenkung hat ab Fg. Nr. 5 161 204 eingesetzt.

      Betroffen sind: Handbremsseil neu 5 22 201 und beide hintere Bremsbacken der Trommelbremse

      die vorderen Bremsbacken der hinteren Trommelbremse sind gleich.

      Die Umstellung auf Öse ist bei allen Modellen mit 230ger Bremse hinten annähernd zeitgleich erfolgt.

      "Heute" findet man keine "geordnete" Zuodnung mehr, weil viele (fast alle) Autos unter Verwendung der

      "moderneren" Handbremsseile auf Öse umgebaut wurden.

      Das würde ich an Deiner Stelle auch tun:

      - Handbremsseil "neu" verwenden: 5 22 201

      - Backen mit Haken / Öse Bremshebel verwenden

      - Die Trommeln ausdrehen lassen (Bremsendienst)

      - gebrauchte Backen mit Nietlöchern aufarbeiten, mit Übermaßbelägen
      versehen + auf Maß schleifen lassen (Bremsendienst)

      Genietete Übermaßbeläge wurden u.a. bis Ascona C verwendet, 230 x 50 x 5,5 (5,6)mm

      Gruß,

      Alfred. H.

      Geklebte Beläge haben einen Vorteil: Mehr Reibfläche. Unter den Nutzungsbedingungen unserer alten Kisten haben sie
      leider auch einen Nachteil: Sie können unterrosten, im Stillstand der alten Karren, das merkst Du nicht....


      Mehr Reibfläche heist nur, dass die Standzeit des Belages höher wird, er also laenger haelt.
      Ich glaube, da die Beläge in unseren Autos eher an Alterung (Rost auf der Bremsträgerplatte), Verglasung oder Bremsflüssigkeit sterben, ist dass zu vernachlässigen. Ein genieteter Belag auf nem Rekord P ist im scharf gefahrenen Alltagsverkehr für 50.000 und im Oldtimerverkehr für eher 70-80.000km gut.

      Die Bremsleistung verbessert sich durch die höhere Reibfläche nicht, da diese aus Kraft X Fläche resultiert und bei größerer Fläche die Kraft ab nimmt, die Bremsleistung selbst bleibt dabei gleich. Andere Theorien sagen, dass die genieteten Beläge besser bremsen, da bei stärkeren Bremsungen das Belagmaterial ausgast und der Belag auf einem Gaspolster aufschwimmt. Durch die Nieten kann sich das Gaspolster halt abbauen und es könnte besser bremsen. Das Prinzip nutzen die Hersteller von Sportbremsscheiben durch Schlitze / Löcher.

      Ich denke aber dass sich in Sachen Bremsleistung die Differenzen im Bereich der Belagzusammensetzung höher sind als durch die Bauform.

      Bzgl. abfallender Bremsbeläge durch unterrostung ist das ein völlig normales Verschleißbild bei uns in KFZ Werkstätten.
      Das betrifft aber m.E. Bremsbeläge / Bremsbacken aller Hersteller, die in Fahrzeugen verbaut sind, die wenig fahren, bzw. in Bremsen verbaut sind, die wenig genutzt werden. Bei Kleinwagen, die ja in der Regel wenig KM machen und oft aus Preisgründen noch heute mit Trommelbremsen ausgerüstet werden wie Corsa, Polo, etc. habe ich dass schon öfter gesehen. Bei Mercedes und BMW sind abfallende Bremsbeläge in den Handbremsen, (eigene Bremstrommel nur für die Handbremse an der Hinterachse) Standard. Nach 15-20 Jahren fallen die Beläge einfach vom Träger ab. Auch bei Scheibenbremsbelägen habe ich dass bereits öfter gehabt. Unfälle oder große Folgeschäden sind mir aus der Praxis dadurch, dass mal n Bremsbelag verloren geht, nicht bekannt.
      Hallo zusammen.

      Das sich ablösen von verklebten Belägen kenne ich aus dem Anhängerbereich,das kommt dort leider häufig vor.
      Die Beläge lösen sich wenn mal überhitzt sicher schneller,man findet aber auch welche bei intakten Bremsen.
      Deswegen sollten bei einem Anhängerservice die Trommeln immer runter.
      Bei regelmässiger Kontrolle kann man das Risiko aber minimieren.
      Meiner Erfahrung nach lösen sich die Beläge nicht schlagartig,sondern zuerst an den Enden,sollte also bei regelmässiger Kontrolle rechtzeitig erkannt werden.

      Gruss Peter
      Hallo zusammen,

      das klingt ja grauenhaft mit den abfallenden Belägen! Da habe ich ja in den 25 Jahren wenig Fahrens damit wohl richtig Glück gehabt!

      Grund mehr, zu handeln und auf genietete Bremsbeläge umzusteigen.

      @Alfred. H.

      Vielen Dank für die Tipps, aber Bremstrommeln ausdrehen und Übermaße möchte ich nicht. Auch kein anderes Handbremsseil, obwohl ich eines evtl. hätte.

      Im Prinzip fehlt mir nur der Belagsatz 230 x 50 x 5 mm mit Nietlöchern (wie P1 Caravan bis Ascona C). Opel-Nummer war 16 05 118, die Einzelbeläge 5 54 224, die jedoch nie einzeln angeboten wurden.
      Weiß jemand die ATE-Nummer dieses Belagsatzes?? Oder Jurid bzw. Textar?

      Dann muß ich noch einen neuen Bremsendienst finden. Mein Fachmann in der Nähe ist kürzlich verstorben.

      Tschüß
      Klaus
      Auch genietete Beläge unterrosten irgendwann und der Rost sprengt den Belag runter.
      In der Regel ist es genau so wie mit geklebten Belägen, der TÜV sortiert das Fahrzeug wegen mangelnder Bremsleistung aus, bzw. der Eigentümer merkt selbst das etwas komische Geräusche macht, oder dass FZ nicht mehr richtig bremst und handelt entsprechend.

      Wem an seiner Sicherheit gelegen ist, der sollte halt regelmäßig eine Inspektion am Fahrzeug machen. (lassen).
      Dabei werden in der Regel auch die Bremstrommeln abgenommen, gereinigt, die Radbremszylinder ebenso wie die Bremsbeläge kontrolliert und dann fallen Fehler im Normalfall auf, bevor das Einkreisbremssystem ausfällt.