Ventile einstellen

      Ventile einstellen

      Im Sommer haben wir beim P1 die Ventile eingestellt.
      Motor warm, Ventildeckel ab, Ventile bei laufendem Motor eingestellt.
      Kein Öl spritzte. Alles okay.

      Heute haben wir den Motor wiederum ohne Ventildeckel laufen lassen, da spritzte aus dem Kipphebelwellen-Lagerdeckel über Zylinder 2 das Öl in hoher Fontäne (ca. 20 cm) heraus. :/

      Was kann passiert sein?
      Hat jemand eine Idee?

      Ich habe mir das damals erstellte Video vom Ventispiel einstellen nochmal angesehen, da ist auf diesem Lagerdeckel nur ein wenig Öl zu sehen, das im Umdrehungstakt etwas pulsiert.
      Dateien
      • Zylinderkopf2.JPG

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      Viele Grüße aus GE
      Christoph
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      Opel Rekord P1 - 1700 - Limo 2-türig alabastergrau / royalblau - EZ 1960
      Hallo Chris,

      wie das auf den ersten Blick aussieht, ist die Rücklaufleitung nicht richtig angeschlossen.

      Wegen Definition / Verständnis: Zylinder 1 ist in Fahrtrichtung vorn.

      Die Ölversorgung (Drucköl) kommt von der Nockenwelle, Lager 2.

      Das pulsiert, weil die Nockenwelle eine Passagenut hat, die nicht umläuft, sondern nur teilweise Durchfluß gestattet.

      Von dieser Lagerstelle läuft das Öl (hinter dem Seitendeckel) in einer Steigleitung zur Kipphebelwelle, Lagerbock 2, von vorn gesehen.

      An lagerbock 3 wird überflüssiges Öl wieder nach unten geleitet, durch einen Rohrstummel (unten offen) in die Stößelkammer.

      Es sieht so aus (sieht so aus), als ob dieser Rohrstummel nicht an Lagerbock 3 befestigt wurde, sondern an Lagerbock 4 sitzt.

      Bitte kontrolliere das. Wenn Lagerbock 3 "oben offen" ist > dann spritzt das Öl natürlich pulsartig raus. Ist nicht schlimm, führt aber zu

      erhöhtem Ölverbrauch.

      Das solltest Du tun:

      - prüfen, ob diese Fernanalyse zutrifft
      - wenn ja, korrekten Verbau der Kippwelle prüfen, die Zulauf / Ablaufbohrungen müssen passen, es gibt auch einen Zentrierzapfen (wenn ich mich nicht irre)
      - die Ablaufleitung korrekt positionieren (Lagerstelle !)

      Danach ist Ruhe, mit Fontänen.

      Soweit kann ich das erkennen, nach bestem Wissen + Gewissen....

      Gruß,

      Alfred. H.


      Hallo Alfred,

      vielen Dank für deine schnelle Hilfe. :thumbsup:
      Ich habe falsch gezählt (1. Zylinder = kupplungsseitig), aber das hast du zum Glück richtiggestellt (1. Zylinder = kupplungsferne Seite).
      Ich hoffe, das hat nicht verwirrt.

      Hier mal ein Standbild aus einem Video von heute abend, der schwarze Strich ist das von unten nach oben spritzende Öl:

      Öl01.JPG

      Und es sieht wirklich so aus, wie du schreibst. Rücklaufleitung auf 4 statt auf 3.

      Kipphebelwelle.JPG

      Aber warum hat es dann im Sommer nicht gespritzt? Wir haben zwischenzeitlich in diesem Bereich nichts geändert.
      Mein Schrauberfreund glaubt sich an diesen Zentrierzapfen aus seiner Lehrzeit in den 60ern zu erinnern.
      Ist es möglich, dass dieser Zentrierzapfen im Sommer noch in Lager 3 saß, den Druck "rausgenommen" hat und zwischenzeitlich aufgrund des Öldrucks seinen angestammten Platz verlassen hat und nun irgendwo im Ölbad schwimmt?
      EDIT: Das Technische Grundbuch sagt, der Zentrierzapfen ist nur im Lager 1.

      Mein Motor ist ein etwas merkwürdiger Geselle. 1700er mit Ölfilter und Gussstempel von 1969. Die Motornummer ist ohne Hubraumbezeichnung, nur ein waagerechter Strich mit Nummer.

      Gussstempel.JPG Motornummer.JPG 17.JPG

      Gilt das von dir geschriebene (Lager 2 Zulauf, Lager 3 Rücklauf) für alle Opel-Motoren dieser Bauart (OHV) aus dem Zeitraum?
      Viele Grüße aus GE
      Christoph
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      Opel Rekord P1 - 1700 - Limo 2-türig alabastergrau / royalblau - EZ 1960

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Chris“ ()

      Kipphebelwelle, Ölzulauf / Ölablauf / Fixierung

      Hallo Chris,

      im Anhang habe ich Dir eine Kipphebelwelle fotografiert und die Bohrungspositionen bezeichnet, Bild 1778.

      Der kleine Fixierstift sitzt an Lagerbock 1, vorn am Motor, an der Kippwelle ist die Bohrung dafür mit "Z" markiert.

      Der Öleinlauf erfolgt durch die mit "E" gezeichnete Bohrung.

      Der Ablauf erfolgt über die (kleine) mit "A" gezeichnete Bohrung.

      Ob der Stift korrekt verbaut ist, kannst Du sehen, seine Rückseite fasst in das Mittelloch der Lochplatte, siehe Foto 1777.
      Ob das Öl nun spritzt, oder nicht, hängt sicher stark von der Temperatur ab. Bevor es an der Kippwelle austritt, muß es durch ein ziemliches Labyrinth...
      Die Kippwelle / Kipphebelmechanik ist (muß es leider wieder sagen), eine komplette Fehlkonstruktion. Opel hat zwar mit verschiedenen Durchmessern
      herumgemacht, die Gleitpaarungen nutzen dennoch (relativ) schnell ab.

      Deshalb solltest Du die korrekte Ölführung überprüfen.

      Zur Motornummer: Teilmotoren haben werksseitig ein "Blankofeld" für die Motornummer, weil sie zwischen N - und S-Versionen gleich sind und erst der
      Zusammenbau den entsprechenden Typ ergibt. Die Werkstatt hat dann (meistens) die Nummer des verbrauchten Motors eingeschlagen.
      Die Ölführung zur Kippwelle hin und wieder zurück haben alle alten Opel-Kisten in ähnlicher Weise.
      Gruß + gutes Gelingen !
      Alfred. H.
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      • DSC01778.JPG

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      • DSC01777.JPG

        (496,2 kB, 27 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Alfred, schon einmal ganz herzlichen Dank!
      Habe zufällig einen Tag Urlaub und wir sind schon am Schrauben.

      Hat jemand spontan das Drehmoment für die 4 Deckel der Kipphebelwellenlagerung zur Hand?
      Hab mir gerad schon einen Wolf gesucht.....
      Viele Grüße aus GE
      Christoph
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      Opel Rekord P1 - 1700 - Limo 2-türig alabastergrau / royalblau - EZ 1960
      Der Verlag Bucheli hatte die richtigen Werte. :)
      Kipphebelwelle überprüft, Rücklaufleitung von 4 auf 3 gewechselt.
      Ventile eingestellt.
      Keine Fontänen mehr. Juhu!
      :thumbsup: :chor002:

      Was mich ein wenig erschreckt ist, dass da offensichtlich jemand den Motor zusammengebaut hat, ohne irgendwas nachzuschlagen oder zu hinterfragen.
      Aber das erlebt man bei so einem alten Auto ja immer wieder.
      Viele Grüße aus GE
      Christoph
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      Opel Rekord P1 - 1700 - Limo 2-türig alabastergrau / royalblau - EZ 1960
      in welche Intervallen sollte das Ventilspiel eingestellt werden ?
      Vor 5000 km habe ich meinen 1700er P1 mit neuer, großer, Inspektion übernommen. Läuft jetzt immer noch genau so ruhig. Da ich den P1 nie hoch drehen lasse, könnte man die "Einstellerei" doch etwas vernachlässigen. Oder sehe ich das falsch.

      Vor wenigen Jahren habe ich einen 1200er, 62er, Käfer gefahren. Ca. 20.000 km nur regelmäßigen Ölwechsel durchgeführt. Auch keine Zündung kontrolliert. Lief immer tadellos u. zuverlässig ( 12 Volt, mit 6 Volt Anlasser ).
      Dies müßte doch ein Opel auch schaffen :unterhaltung002: .
      Hallo Wiku,

      das Ventilspiel sollte man (mindestens) in den vorgegebenen Intervallen prüfen. Opel hat diese Intervalle herabgesetzt, auf 5000 km (Rek. A).

      Davor war man optimistisch und hatte Intervalle von 7.500km resp. 9.000km.

      Bei den Zündkontakten / der Zündeinstellung ist man genau andersrum verfahren, von 7.500 über 9.000 nach 10.000 km (Rek. A.)

      Das Ventilspiel ändert sich über die Temperatur (das ist Physik) und durch Verschleiß:

      - Verschleiß im Ventiltrieb vergrößert das Spiel (hört man als Tickern)
      - Verschleiß am Sitz verkleinert das Ventilspiel (hört man nicht, führt aber zu Ventilschäden, über kurz oder lang)

      Es ist deshalb ratsam, das Ventilspiel zu kontrollieren, auch wenn der Motor "ruhig" ist, beim Opel ist das schnell gemacht, es geht
      bei laufendem Motor.

      Der Käfer hat seriell Aluköpfe und Sitzringe, in dieser Konstellation tritt der Verschleiß eher an der Ventiltriebsseite auf > Spiel wird größer.

      Das klappert / tickert dann zwar auch, fällt aber beim Käfer wegen des ohnehin lauteren Laufgeräusches nicht so sehr auf.

      Bei den alten Opels sind die Sitze direkt im Grauguß, das ist empfindlicher.

      Das Opel-Intervall zur "Pflegearbeit" Zündkontakte prüfen / Zündzeitpunkt kontrollieren, nach jeweils 10.000km halte ich für sehr

      optimistisch. Das würde bedeuten, dass es Zündkontakte gibt, die bei 10.000km noch für "gut" befunden werden können und dann

      die nächsten 10.000km ebenfalls halten (bei konstantem Zündzeitpunkt ???). Ist nach meinen Erfahrungen eine Illusion, bei 6V-Anlagen.

      Gerade bei niedrigen Drehzahlen sind die Öffnungsgeschwindigkeiten der Kontakte gering und der Spulenstrom hoch, das treibt den

      Kontaktverschleiß voran. Spätestens nach 5.000km sollte man eine Kontrolle vornehmen. Sofern das Gleitstück der Kontakte

      zum Verteilernocken nicht vernünftig gefettet wurde, ist der Spaß schon wesentlich früher vorbei, das wird häufig vergessen...

      Den Käfer (12V) kann man hier nicht richtig vergleichen.

      Gruß + viel Spaß mit dem alten Wagen !

      Alfred. H.