Undicht am Auspuffkrümmer

      Undicht am Auspuffkrümmer

      Hallo,

      unser Hallennachbar hat ein übles Problem: er hat an seinem Wonhmobil den Motor revidiert und alles wieder eingebaut. Jetzt stellt sich heraus, das an 2 Stehbolzen am Auspuffkrümmer Kühlwasser austritt, beim einen wenig, beim anderen mehr. Offensichtlich ist eine Verbindung zwischen Kühlkreislauf und Sacklochbohrung vorhanden oder versehentlich gemacht worden. ?(
      Gibt es eine Möglichkeit, die Bohrung mit Stehbolzen abzudichten? Ein hitzbeständiges Dichtmittel oder sowas?

      Grüße
      Bernd
      Hallo Bernd, das würde nur für kurze Zeit dicht. Dort entsteht Druck und das Wasser sucht sich dann nach kurzer Zeit wieder seinen Weg.
      Hilft nur Kopf runter, und zum überholen oder im austausch einen anderen Kopf drauf.
      Ist teuer aber der beste Schritt. Dann auch noch ein Wohnmobil, dort mit flicken anfangen und im Urlaub liegen bleiben. Entsteht nur Frust!
      Gruss Frank K. (HK-56)
      Viel Glück.
      Opel Olympia Rekord 1956 Ponton, 1,5 L Motor
      Frank Kaenders
      ponton.kaenders.net/
      Hallo Frank + Bernd,

      wenn das wirklich so ist: "Wasserdurchbruch zwischen Kühlkreislauf und Stehbolzengewinde"
      und dieser Durchbruch nur die Gewindebohrung betrifft (kein Riß), dann lohnt ein Versuch
      mit anaerobem Dichtmittel, umgangssprachlich Loctite, Weicon, Delo …..
      Weil mein Schwager im Hause Weicon beschäftigt ist, nehme ich natürlich Weicon.
      Ein geeignetes Material wäre z.B. Weicon AN 302-62 oder Loctite 262.
      Diese Typen sind bis ca. 150°C einsetzbar und beständig gegen Kühlwasser (Glykol).
      - Motor warmlaufen lassen
      - Wasser ablassen
      - Bolzen rausdrehen
      - Bohrung und Bolzen penibel reinigen (blank)
      - Wasserreste entfernen
      - Bohrung + Bolzen satt einstreichen
      - reindrehen + gegenziehen

      1 Tag warten und auf Dichtheit prüfen.

      Aus meiner Sicht lohnt das und ist die einzige Chance, von außen etwas abzudichten.
      Andere Dichtmittel haben Probleme mit dem Glycol und der Temperatur.

      Versuch macht klug + viel Spaß,

      Alfred. H.
      Loctite hätte ich auch gedacht. Aber ich würde es erst einmal mit Dichtungshanf aus der Gas-Wasser-Installation versuchen, das - aber nicht nicht zu dick- um die Gewinde vor dem Einschrauben gewickelt wird. Das ist auch sehr hitzefest und habe ich vor über 30 Jahren beim P1 am in den Zylinderkopf geschraubten Heizungsventil verwendet. Hat bis heute gehalten.
      Chemie hat die Antwort, denke ich. Beim Einhanfen dafür nicht vorgesehener Gewinde befürchte ich weitere Rissbildung.
      Die von Alfred angeführten Hersteller haben Montagedichtmittel im Programm, die unter Luftabschluss "Funktionshärte" erlangen-
      wir nutzen die auch im Hydraulikbereich unter schlechteren (wesentlich höhere Arbeitsdrücke) Bedingungen.

      Viel Erfolg!

      DT
      LK Osnabrück - where the rust never sleeps...

      Rekord A ,1700er 4 Gang, 2T Limo, EZ 05/63 Schweden
      Moin zusammen,

      ich bin (wie immer?) ganz bei Alfred und auch bei Stefan.

      Eindichten mit Hanf & Fermit oder Teflonband, alternativ mit flüssiger Rohrgewindedichtung funktioniert nur bei konischen Rohrgewinden.
      Bei zylindrischen Gewinden ist das Unsinn.

      Hier können nur anaerobe, spaltüberbrückende Konstruktionsklebstoffe funktionieren.
      (siehe Alfred's Post) !

      Aus Gründen jahrzehntelanger Profi-Werkstatterfahrung schlage ich Dir folgendes Prozedere vor:
      Ich empfehle, zusätzlich den Grund der betroffenen, trockenen und absolut fettfrei gereinigten Bohrungen mit temperaturbeständigem 2-K Kaltmetall auffüllen (passende angemischte Kleinmenge vorsichtig mit geeignetem Werkzeug in den Bohrungsgrund einbringen, Stehbolzen oder Schraube mit passendem Gewinde mit Trennmittel versehen und bis zur Montagelage einschrauben und damit die 2K-Masse im Bohrungsgrund komprimieren und den Durchbruch füllen, Bolzen bzw. Schraube wieder ausdrehen und die eingebrachte Masse 24h an der Luft aushärten lassen).

      Erst danach den/die Stehbolzen mit anaerobem Buchsen- & Lagerkleber einsetzen und im fertig montierten Zustand abermals 24h durchhärten lassen, bevor die Kühlflüssigkeit wieder aufgefüllt werden und der Motor wieder in Betrieb gehen kann.

      Wenn das sorgfältig und sauber durchgeführt wird, dann stehen die Chancen ausserordentlich gut, dass das ewig hält und der Kopf dauerhaft da bleiben kann, wo er bereits ist und nicht wieder komplett abgebaut und mit viel Aufwand geschweisst und nachbearbeitet werden muss.
      Das notwendige Zeugs gibt es bereits für weniger als 10,- €.

      Also frisch ans Werk - Versuch macht klug - Viel Erfolg dabei !

      Gruss aus DO
      Klaus