Kolbenverschleiß

      Kolbenverschleiß

      Hallo zusammen,

      mir sind heute die ausgebauten Kolben des renovierten 1700er in die Hände gefallen.
      Habe dann mal einen der Kolben gereinigt und dabei ist mir das Verschleißbild am Kolbenhemd aufgefallen. Dieses Verschleißbild liegt an allen ausgebauten Kolben vor.

      Von der Einbaumarkierung (0°) aus liegen Bereiche mit deutlich Riefen bei 0° und 180°, sowie leichten Spuren bei 270°. Bei 90° sind dagegen noch die ursprünglichen Bearbeitungsspuren aus der Herstellung erkennbar.


      Mich interessiert,
      ob dieses Verschleißbild normal ist und wie es entsteht?
      ob die Kolben noch brauchbar sind?

      Gruß aus Werl
      Rudi
      Hallo HK,

      den Motor hatte ich gebraucht gekauft, hab keine genauen Angaben dazu.
      Die Riefen sind bei 180° deutlich mehr, ob tiefer kann ich nicht sagen. Sind aber mit dem Fingenagel fühlbar.
      Ich habe inzwischen eine Beschreibung zum Fehlerbild im Web gefunden. Die sagt was von überfülltem (zu fettem Gemisch) Brennraum. Dabei soll das unverbrannte Benzin den Ölfilm auf der Zylinderwand verdünnen, wobei es dann an Druck- und Zugseite zu einem Reibungsschaden kommt. Das würde auch sehr gut zu der heftigen Verkrackung des Kolbens bis in die Kolbenringe passen. An dem Kolben waren die feinen Bohrungen in der unteren Nut komplett zu gesetzt.
      Ist schon spannend, was passieren kann wenn man seine alte Kiste nicht pflegen will.
      Also die Kolben besser entsorgen?
      Gruß aus Werl
      Rudi
      Das klingt für mich, als ob das wieder passiert,weil ein Einzelvergaser nicht alle Zylinder gleich gut befüttern kann.

      Wäre eine Doppelvergaseranlage da die Abhilfe ?
      Fahrzeuge
      Astra H Caravan schwarz 2009

      Kadett C Signalgrün 1979
      Commodore A coupé silber 1967
      Rekord P1 2 türig,Faltdach ,Koralle/Alabastergrau Bj 1957

      Simson Schwalbe Rot/weiß 1985
      Kreidler Florett silber/beige1966
      DKW Hummel Standartblau 1957
      Hi,
      Die Entscheidung ist ja längst gefallen. Der Motor wurde ja komplett überholt, mit bohren, honen, neuen Übermaßkolben etc.

      Es geht nur darum, ob die alten Kolben noch brauchbar sind, event. mit neuen Ringen.
      Ich hab Harzhopper so verstanden, das er die Dinger verwenden würde. Trotz der Fressriefen...

      Gruß aus Werl
      Rudi
      Hallo Rüdiger,
      wenn Du Dir den "Feuersteg" (die Partie oberhalb des ersten Kolbenrings), dann siehst Du, dass auch Fremdkörper am Werk waren:
      Eindrücke + teilweise mit den Riefen am Hemd korrespondierende Spuren.
      Es gibt unschöne Fremdkörper:
      - Rost aus dem Luftfilter
      - Rost aus dem Ansaugtrakt
      - harte Ablagerungen von den Ventiltellern (die bilden sich gern im Winter, bei langsamer Fahrt, wenn sie sich stückweise dann
      bei schneller Fahrt lösen, fallen sie in den Brennraum). Sie sind sehr hart. Bei meinem Ascona hat sich so ein kleines Stück
      zwischen Kolbenboden und Kopf gesetzt und den Feuersteg am Rand so stark gedrückt, dass der 1.Ring festsaß.
      Hat erst nur etwas getackert, dann war es weg......bei der ersten Schnellfahrt auf der Autobahn > Klemmer.
      Und das war nach 310.000km ! Wenn der Ring festsitzt, wird die Wärmeableitung aus dem Kolben dramatisch schlechter, darum...
      neuen Teilmotor gekauft..
      - Kohlestücke vom Kolbenboden
      - schlicht und einfach: Dreck aus der Ansaugluft, Opel bezeichnet das schwarze Ding über dem Vergaser zwar als Luftfilter,
      das ist aber eher ein Gag aus der PR-Abteilung, als technisch richtig.
      Der würde einigermaßen funktionieren, wenn die Generationen von Vorbesitzern den denn auch regelmäßig ausgewaschen und neu
      geölt hätten. Ist zu 100% aber nicht der Fall, zu viele Konjunktive.
      Ein Papierfilter ist wesentlich besser, habe meine Autos entsprechend umgebaut (den Kadett nicht, da lassen sich die Filter sehr gut waschen).
      Zugesetzte Ölabläufe in den Abstreifern bzw. den Durchtritten sind ein Hinweis auf minderwertiges Öl.
      Auch klemmende Kolbenringe liefern diesen Hinweis.
      Das Öl soll keine Ablagerungen bilden, sondern Ablagerungen lösen (so ist der Job u.a.)
      Die Kolbenringe müssen sich im Betrieb frei drehen können (das tun sie auch), wenn sie fest sind, können sie nicht mehr richtig arbeiten.
      Wahrscheinlich ist die Geschichte Deines Motors nicht mehr einwandfrei zu klären, ist ja auch egal > neues Spiel.
      Öl heutiger Qualität ist o.k.
      den Luftfilter würde ich mal genau inspizieren, nicht, dass der Kumpel Dir Sorgen bereitet und eher schadet, als nutzt.
      Wann läuft denn die Kiste wieder ??

      Viel Spaß + Gruß,

      Alfred. H.
      Hallo Alfred,
      der Caravan soll Ende März wieder laufen. Z.Zt. im Plan.
      Ja, der Ölkohlebelag auf den Ventilen, am Kolbenboden bis runter zum 3. Kolbenring war stellenweise recht dick. Die Mulden im Kolbenboden waren auf 2 von 4 Zylindern (Nr 4 und 2) nicht mehr als solche zuerkennen. Die gleichen Einschläge wie der Feuersteg zeigten auch die Ventilsitze und die Auflageflächen der Ventile.
      Daher hatte ich ja alles beim Motorbauer überarbeiten lassen, incl. neuer Ventile und Kolben.
      Ich denke das war nötig und richtig.

      Gruß aus Werl
      Rudi
      Bei der Restauration , habe ich auch sicherheitshalber mal die Ventile entnommen und gereinigt, war genau richtig so ;)


      Und oben rum sah es genau so furchbar aus....


      Dann nach der reinigung, polieren der Ventile und entgrate sowie strahlen des Ansaugbereichs von innen.
      Fahrzeuge
      Astra H Caravan schwarz 2009

      Kadett C Signalgrün 1979
      Commodore A coupé silber 1967
      Rekord P1 2 türig,Faltdach ,Koralle/Alabastergrau Bj 1957

      Simson Schwalbe Rot/weiß 1985
      Kreidler Florett silber/beige1966
      DKW Hummel Standartblau 1957