Rekord B Coupé Reaktivierung

      Rekord B Coupé Reaktivierung

      Für Euch, bzw. alle jene, die es hier interessiert, werde ich hier in der nächsten Zeit die eine oder andere Geschichte, Bilder usw. zur Reaktivierung meines 65er Rekord B Coupés einstellen ....

      Das Schöne zuerst, die Überholung und Aufarbeitung meines Vergasers habe ich beendet und ich habe ihn am letzten Freitag wieder in den Rekord eingebaut und der Motor schnurrt wieder so, wie er soll.

      Bei der Ersatzteilbeschaffung ist auch so einiges an Händler-Anekdoten passiert und ich bin auch wieder etwas schlauer geworden ...
      Bilder
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      Reaktivierung Part 1

      Nach über 12 Jahren Standzeit,
      habe ich bei der ersten Besichtigung des Autos den Motor mit herausgedrehten Kerzen und angehängtem Starthilfeakku, mit dem Anlasser vorsichtig auf Öldruck gekurbelt und gleichzeitig geprüft, ob an der Kraftstoffleitung am Vergaser überhaupt noch Sprit ankommt.

      Das war leider, aufgrund der langen Betriebspause, nicht mehr der Fall.

      Ich habe deshalb den Vergaser einfach manuell befüllt, ein "Infusionsfläschchen" angehängt und einen Startversuch unternommen.
      Der Motor ist sofort angesprungen und lief sauber in der Anreicherung.

      Alle anderen Funktionen, wie Leerlaufsystem, Beschleunigerpumpe usw. waren, bedingt durch die lange Standzeit, nicht mehr gegeben.

      Ich habe mich deshalb entschlossen, gar nicht erst am Auto herumzuprobieren, sondern den Vergaser direkt auszubauen und vernünftig instand zu setzen.

      Er wurde nach dem Ausbau, zusammen mit einem Ersatzvergaser, zunächst in der Werkstatt grob vorgereinigt und dann komplett zerlegt.
      Alle Teile wurden im Ultraschallbad gereinigt, der Vergaser dann vollständig überarbeitet und alle defekten Teile erneuert.
      Anschliessend habe ich ihn mit neuen Dichtungen wieder zusammen gebaut und nach Herstellervorgaben vorjustiert.

      Die Kraftstoffpumpe wurde prophylaktisch erneuert und die Kraftstoffleitung zum Tank gereinigt und gespült.

      Den Tank musste aufgrund übelster Verunreinigung und Beschädigung durch überalterten Kraftstoff leider ausgebaut und zur professionellen Instandsetzung an einen Spezialbetrieb geben werden.

      Nach Herstellung einer provisorischen Kraftstoffversorgung sprang der Motor mit dem voreingestellten Vergaser sofort an und konnte sauber und problemlos warmlaufen (siehe Video).

      Trotz ausgiebiger Ultraschallreinigung war im Vergaserdeckel jedoch noch ein Kraftstoffkanal der Beschleunigungsanreicherung nicht durchgängig und die Beschleunigerpumpe verweigerte nach wie vor ihren Dienst

      Da ich (aus reiner Bequemlichkeit) am losen Vergaser auf eine Befüllung und Prüfung der Beschleunigerpumpe nach erfolgter Reparatur verzichtet hatte, musste der Vergaser nun nochmals teilzerlegt werden, um die Verstopfung zu beseitigen.

      Dies gelang aber problemlos und in kürzester Zeit.

      Jetzt springt der Wagen wieder bei der ersten Anlasserumdrehung an (genau so wie man das von 60er Jahre Opel Fahrzeugen erwartet).
      Die Startautomatik arbeitet einwandfrei, der Motor hat einen ruhigen und stabilen Leerlauf, reagiert sensibel auf jede Einstellung und auch die Beschleunigerpumpe funktioniert wieder ordnungsgemäss.

      Den Kraftstoff nuckelt sich die neue Kraftstoffpumpe des Rekord zur Zeit noch hilfsweise aus dem hinten provisorisch untergestellten Kanister durch die gereinigte Kraftstoffleitung.

      Sobald dann wieder ein Tank eingebaut werden kann, ist der Wagen für's erste fahrbereit.


      Die Einzelheiten der Vergaserrevision und der dazugehörigen Teilebeschaffung werde ich für Euch mal mit einigen Bildern und Infos garnieren und in einen eigenen Technikfaden packen.

      Auf diesem Foto läuft der Rekord zum ersten Mal übrigens nach über 12-jähriger Standzeit zum ersten Mal wieder,
      wenn auch mit "Flaschennahrung" ... ;)
      Bilder
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      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Manic Mechanic“ ()

      Schön, dass der Motor läuft. :thumbup:
      Der Lack auf dem Motor schaut aber noch super aus. Ist der schon einmal neu gelackt worden ?
      Trotz nur nun 35000 Originalkilometer schaut meiner im Lack nicht mehr so aus.
      Bilder
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      Fahrzeuge:
      1. Opel Olympia Rekord B / 1,7s , Olymat, Bj. 1965, 2 Tür Limousine , Standard, Erstlack, ungeschwei. , Originalzustand
      2. Opel Olympia Rekord Modell 56 / 1,5 / Bj. 1955, 2 Tür Limosine, Produktion GM Biel, Erstlack, ungechwei. , Originalzustand

      Wohnord: 41751 Viersen
      Da bin ich ja mal gespannt wie's weiter geht.
      Mit den Erläuterungen und Bildern wird das hier bestimmt eher kurzweilig.
      Ich freu mich schon mal :)
      Schöne Grüße

      Dirk
      "Tausi" :wink:

      aus Meerbusch am Niederrhein (zwischen Krefeld und Düsseldorf)
      "P2"-Käpt´n seit Studientagen (so sieht er auch aus) und seit Ende 2015 auch Diplo-A-C
      Hallo Frank,

      der Luftfilter beim Rekord B war genauso rot, wie der ganze Motor.

      Man war ja in Rüsselsheim stolz auf die CIH Neuschöpfung und das sollte auch jeder sehen ... :) :)

      Ja klar, der Vergaser weiss schon, wer sein Chef und Meister ist :D

      Über die Dinger muss ich nach diversen Jahrzehnten u.a. als Mopedvergaserorakel glücklicherweise nicht mehr ganz so viel nachdenken.

      War halt mein täglich Brot.

      Lustig war aber, nach vielen Jahren mal wieder einen exakt dort zu zerlegen, wo ich damals als Halbstarker meinen ersten Solex vom Käfer zerrupft habe.
      Auf Mudder's Küchentisch ...

      Hier der Reservesolex ebenda ! ;)
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        421,65 kB, 965×600, 23 mal angesehen
      Cool mit dem Rot. Kann ich mich nicht mehr dran erinneren. Ich hatte wegen dem Vergaser gefragt, weil ich meinen auch selber überholt habe. Bei mir war es so, dass ich schon den Beruf vor 35Jahren erlernt und mich jetzt aber auch an dem Vergaser gewagt habe. Übe diesen Beruf aber schon 25 Jahre nicht mehr aus. Eigendlich sind diese recht einfach aufgebaut und gehen bis auf die Dichtungen kaum kaputt.
      Opel Olympia Rekord 1956 Ponton, 1,5 L Motor
      Frank Kaenders
      ponton.kaenders.net/
      Hi Frank,

      bei dem guten alten Carter Vergaser kannst Du als Fachmann eigentlich nichts grossartig falsch machen.

      Wenn alles sauber und nichts ausgeklappert ist, die Dichtungen frisch sind und die Pumpenmanschette geschmeidig ist, Du alles richtig zusammengebaut hast und den Vergaser auf Grundeinstellung hast, sowie Ventilspiel und Zündung exakt stimmen, sollte der Bock sofort kommen.

      Checke halt die Zündung noch mal komplett ganz genau, vor allem wenn der Vorbesitzer den Verteiler eingebaut hat, ob der Zündzeitpunkt statisch korrekt ist und für Zyl.1 passt, die Zündfolge richtig gesteckt ist, der Kontaktabstand/Schliesswinkel richtig eingestellt ist und Kappe, Finger, Zündgeschirr und Kerzen o.k sind.

      Wenn da alles in Ordnung ist und die Zündung auch nur mit Fühlerlehre und Prüflampe statisch sauber eingestellt ist, ein Stritz Sprit im Saugrohr ist und Deine Batterie gut ist, muss er sofort anspringen !

      Wenn er dann durchläuft und nicht wieder abstirbt, lass ihn erst mal gemütlich warmlaufen und schau, ob alles dicht ist und mach dann eine erste ordentliche Leerlaufeinstellung am Vergaser.

      Dann kannst Du die Zündung ja noch mal dynamisch am Tester kpl. mit Verstellung kontrollieren und ggf. Feinkorrekturen vornehmen und wenn das passt, mach den Luftfilter drauf und korrigiere erforderlichenfalls die finale Leerlaufeinstellung am Vergaser nach.

      Wenn er dann sauber läuft, hast Du es ja schon geschafft.

      Denn ist der Opel gesund, freut sich bekanntlich der Mensch ... :D

      Manic Mechanic schrieb:

      Nach über 12 Jahren Standzeit,
      habe ich bei der ersten Besichtigung des Autos den Motor mit herausgedrehten Kerzen und angehängtem Starthilfeakku,

      ...hoffentlich wenigstens etwas caramba o. ä. in die zylinder gesprüht damit die kolben nicht in mittlerweile völlig trockenen zylindern liefen...
      ein fehler den so viele fachkundige.. leider machen: reibungsverschleiss = wie tausende gefahrene kilometer...