Rekord Reaktivierung

      Rekord Reaktivierung

      Für Euch, bzw. alle jene, die es hier interessiert, werde ich hier in der nächsten Zeit die eine oder andere Geschichte, Bilder usw. zur Reaktivierung meines 65er Rekord einstellen ....

      Das Schöne zuerst, die Überholung und Aufarbeitung meines Vergasers habe ich beendet und ich habe ihn am letzten Freitag wieder in den Rekord eingebaut und der Motor schnurrt wieder so, wie er soll.

      Bei der Ersatzteilbeschaffung ist auch so einiges an Händler-Anekdoten passiert und ich bin auch wieder etwas schlauer geworden ...
      Bilder
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      Reaktivierung Part 1

      Schon bei der Besichtigung des Autos im Sommer war der Motor nach Herstellung einer provisorischen Kraftstoffversorgung aus der Flasche sofortangesprungen und lief in der Kaltstartanreicherung bereits akzeptabel.

      Leerlaufsystem, Beschleunigerpumpe usw. funktionierten allerdings, bedingt durch die lange Standzeit, überhaupt nicht mehr.

      Auch die Anschlüsse der Startautomatik waren bereits so porös und undicht, dass dort sofort Kühlflüssigkeit auslief.

      Ich hatte mich deshalb entschlossen, gar nicht erst am eingebauten Vergaser herumzubasteln, sondern diesen direkt auszubauen und vernünftig instand zu setzen.

      Die Kraftstoffpumpe wurde sicherheitshalber erneuert und die Kraftstoffleitung zum Tank gereinigt und gespült.

      Im vor der Standzeit komplett gefüllten Kraftstofftank, fanden sich von den ursprünglichen 45 Litern Inhalt gerade mal knappe 15 Liter noch in übelriechender flüssiger Form.
      Der Rest war bereits in feste, kristalline und teerartige Strukturen umgekippt, hatte stark Wasser gezogen und liess sich mit normalen Mitteln weder auflösen, noch aus dem Behälter entfernen.
      Aus dem Saugleitungsanschluss kam kein Tropfen Sprit mehr heraus

      Der Tank musste wegen er starken Verunreinigung und Beschädigung durch den überalterten und zersetzten Kraftstoff ausgebaut und zur professionellen Instandsetzung an einen Spezialbetrieb geben werden.

      Mit der provisorischen Kraftstoffversorgung springt der Wagen nun wieder bei der ersten Anlasserumdrehung an - genau so wie man das von 60er Jahre Opel Fahrzeugen erwartet.

      Die Startautomatik arbeitet einwandfrei, der Motor hat einen ruhigen und stabilen Leerlauf, reagiert sensibel auf jede Einstellung und auch die Beschleunigerpumpe funktioniert nun wieder ordnungsgemäss.

      Sobald dann der Tank instandgesetzt und wieder eingebaut werden kann, wird der Wagen wieder aus eigener Kraft lauffähig sein ...

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      Schön, dass der Motor läuft. :thumbup:
      Der Lack auf dem Motor schaut aber noch super aus. Ist der schon einmal neu gelackt worden ?
      Trotz nur nun 35000 Originalkilometer schaut meiner im Lack nicht mehr so aus.
      Bilder
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      Fahrzeuge:
      1. Opel Olympia Rekord B / 1,7s , Olymat, Bj. 1965, 2 Tür Limousine , Standard, Erstlack, ungeschwei. , Originalzustand
      2. Opel Olympia Rekord Modell 56 / 1,5 / Bj. 1955, 2 Tür Limosine, Exportmodell für die Schweiz über GM Biel, Erstlack, ungechwei. , Originalzustand
      + 10 Oldtimer 2 Räder (Moped/Motorrad/Roller), + 6 Oldtimer Fahrräder................. und mehr altes unnütz Zeuch .. ;)

      Wohnord: 41751 Viersen
      Da bin ich ja mal gespannt wie's weiter geht.
      Mit den Erläuterungen und Bildern wird das hier bestimmt eher kurzweilig.
      Ich freu mich schon mal :)
      Schöne Grüße

      Dirk
      "Tausi" :wink:

      aus Meerbusch am Niederrhein (zwischen Krefeld und Düsseldorf)
      "P2"-Käpt´n seit Studientagen (so sieht er auch aus) und seit Ende 2015 auch Diplo-A-C
      Hallo Frank,

      der Luftfilter beim Rekord B war genauso rot, wie der ganze Motor.

      Man war ja in Rüsselsheim stolz auf die CIH Neuschöpfung und das sollte auch jeder sehen ... :) :)

      Ja klar, der Vergaser weiss schon, wer sein Chef und Meister ist :D

      Über die Dinger muss ich nach diversen Jahrzehnten u.a. als Mopedvergaserorakel glücklicherweise nicht mehr ganz so viel nachdenken.

      War halt mein täglich Brot.

      Lustig war aber, nach vielen Jahren mal wieder einen exakt dort zu zerlegen, wo ich damals als Halbstarker meinen ersten Solex vom Käfer zerrupft habe.
      Auf Mudder's Küchentisch ...

      Hier der Reservesolex ebenda ! ;)
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      Cool mit dem Rot. Kann ich mich nicht mehr dran erinneren. Ich hatte wegen dem Vergaser gefragt, weil ich meinen auch selber überholt habe. Bei mir war es so, dass ich schon den Beruf vor 35Jahren erlernt und mich jetzt aber auch an dem Vergaser gewagt habe. Übe diesen Beruf aber schon 25 Jahre nicht mehr aus. Eigendlich sind diese recht einfach aufgebaut und gehen bis auf die Dichtungen kaum kaputt.
      Opel Olympia Rekord 1956 Ponton, 1,5 L Motor
      Frank Kaenders
      ponton.kaenders.net/
      Hi Frank,

      bei dem guten alten Carter Vergaser kannst Du als Fachmann eigentlich nichts grossartig falsch machen.

      Wenn alles sauber und nichts ausgeklappert ist, die Dichtungen frisch sind und die Pumpenmanschette geschmeidig ist, Du alles richtig zusammengebaut hast und den Vergaser auf Grundeinstellung hast, sowie Ventilspiel und Zündung exakt stimmen, sollte der Bock sofort kommen.

      Checke halt die Zündung noch mal komplett ganz genau, vor allem wenn der Vorbesitzer den Verteiler eingebaut hat, ob der Zündzeitpunkt statisch korrekt ist und für Zyl.1 passt, die Zündfolge richtig gesteckt ist, der Kontaktabstand/Schliesswinkel richtig eingestellt ist und Kappe, Finger, Zündgeschirr und Kerzen o.k sind.

      Wenn da alles in Ordnung ist und die Zündung auch nur mit Fühlerlehre und Prüflampe statisch sauber eingestellt ist, ein Stritz Sprit im Saugrohr ist und Deine Batterie gut ist, muss er sofort anspringen !

      Wenn er dann durchläuft und nicht wieder abstirbt, lass ihn erst mal gemütlich warmlaufen und schau, ob alles dicht ist und mach dann eine erste ordentliche Leerlaufeinstellung am Vergaser.

      Dann kannst Du die Zündung ja noch mal dynamisch am Tester kpl. mit Verstellung kontrollieren und ggf. Feinkorrekturen vornehmen und wenn das passt, mach den Luftfilter drauf und korrigiere erforderlichenfalls die finale Leerlaufeinstellung am Vergaser nach.

      Wenn er dann sauber läuft, hast Du es ja schon geschafft.

      Denn ist der Opel gesund, freut sich bekanntlich der Mensch ... :D

      Manic Mechanic schrieb:

      Nach über 12 Jahren Standzeit,
      habe ich bei der ersten Besichtigung des Autos den Motor mit herausgedrehten Kerzen und angehängtem Starthilfeakku,

      ...hoffentlich wenigstens etwas caramba o. ä. in die zylinder gesprüht damit die kolben nicht in mittlerweile völlig trockenen zylindern liefen...
      ein fehler den so viele fachkundige.. leider machen: reibungsverschleiss = wie tausende gefahrene kilometer...
      Lieber Kapi,

      nichts für ungut & Deine Besorgnis in Ehren, aber ich habe beruflich und damit professionell über 30 Jahre lang Motoren gebaut und revidiert.

      Nebenbei bemerkt, verwenden wir Kriechöle und Rostlöser lediglich bei der Demontage von festgerotteten Leichen.

      Bei einem technisch einwandfreien 4-Takt Motor mit gut abdichtenden Kompressions- und Ölabstreifringen ist die Chance aber trotzdem marginal, dass irgendwelches Sprühzeug bis zum Kolbenhemd vordringt.
      Das löst höchstens noch den vorhandenen anhaftenden Schmierfilm von den Zylinderwänden und verfügt selbst über keinerlei brauchbare Notlaufeigenschaften.

      Keine wirklich gute Idee, mit Rostlöser in einen intakten Motor reinzusauen.

      Die Kurbelwelle planscht indes bei jeder einzelnen
      (auch Anlasser-)Umdrehung reichlich Schmierstoff nach oben in die Zylinderbohrungen.

      Bis an den Gleitlagerstellen von Haupt und Pleuellagern wieder voller Öldruck anliegt, schwimmen die Kolben von unten bereits wieder satt im Öl.
      Oben in den Brennraum gehört Öl übrigens nicht hin und verbrennt und verkokt nur unnütz.

      Wer ganz lieb und nach sehr langen Standzeiten lieber doppelt vorsichtig sein möchte, der kann etwas 2-Taktöl in den Startsprit beimischen und evtl. vor dem Durchdrehen auch etwas in die Kerzenlöcher nebeln.
      Sinnvoller ist es aber, bei unklaren Verhältnissen den Motor zu allererst vorsichtig von Hand durchzudrehen und dann zur Sicherheit vor dem Start ein Endoskop zu bemühen.

      Ist da irgendwas nicht ok. oder bestehen begründete Zweifel, ist es ratsam, den Motor vor erneuter Inbetriebnahme besser zu zerlegen und ggf. instand zu setzen.