Jetzt wird der Motor wieder zusammen gebaut...

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      gut,

      dann prüfe bitte, ob die KW sich drehen läßt, wenn die Pleuel alle lose sind.
      Wenn sie dann immer noch schwer oder gar nicht dreht, löse die Hauptlager
      eines nach dem anderen, ob hier etwas klemmt. Wenn ja, inspiziere das
      betreffende Hauptlager und baue es neu zusammen, ein paar nicht zu schlappe Schläge
      mit einem Kunststoffhammer auf die Lagerbrücke helfen beim Setzen.
      Bitte alle Lager auch reichlich ölen.

      Viel Erfolg !

      Gruß,

      Alfred. H.

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      Moin Rudi,

      was das korrekte Anzugsmoment der Pleuelschrauben betrifft und auch sonst, bin ich hier mit Stephan und Alfred 100% pari.

      Was ich mich jetzt schon die ganze Zeit frage ist, womit Du die Drehversuche an der Welle durchführst ?

      Benutzt Du ein Werkzeug oder versuchst Du es nur mit den Fingern zu drehen ... usw. ?

      Einige Fotos wären auch hilfreich ...

      Gruss aus DO
      Klaus
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      Zylinder und Kolben blieben unangetastet, oder ?

      Ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass wir evtl. ein Gespenst suchen.

      4 intakte Kolben mit gesunden Ringen + neue Abdichtung mitzubewegen erfordert m.Mg.n. zumindest einen deutlich höheren Kraftaufwand, als man mit den Fingern direkt an der Kurbelwelle aufbringen kann.

      Probiere es mal mit einem Schlüssel, wenn Du den ansetzen kannst.
      Wenn sich damit alles leicht bewegt, liege ich mit meinem Verdacht vl. richtig ...

      Ich habe es beim statischen Zündzeitpunkt einstellen mit herausgedrehten Kerzen jedenfalls noch nie geschafft, einen kompletten Motor mit den Fingern durchzudrehen, auch nicht ohne Kopf bzw. ohne Kipphebel ...

      Die Pleuellagerspiele kannst Du auch bequem mit Plastigauge checken, falls Du irgendwelche Zweifel hegst

      Sind die Pleuellagerschalen denn überhaupt neu gekommen oder sind die alten Lagerschalen drin geblieben ?

      Gruss aus DO
      Klaus

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      Zylinder wurden auf 85,5mm aufgebohrt und gehont. Neue Übermaßkolben, neue Bolzen, alte Pleuel, komplett neue Std.Lager für Hauptlager und Pleuellager.
      KW wie oben geschrieben.

      Bin erstmal sehr dankbar für Eure Tipps. Werde das heute noch einmal auseinandernehmen und in aller Ruhe prüfen und neu aufbauen.

      Gruß aus Werl
      Rudi

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      Danke Rudi,
      für Deine Info !

      Bei 4x neu geschliffenen Zylindern + neuen Kolben und Ringen drehst Du nur mit den Fingern an der Welle definitiv gar nichts mehr.

      Wenn Du Dir einfach den Widerstand beim Einbau der Kolben multipliziert mit 4 und betätigt über extrem kurze wirksame Hebel + den Widerstand, der vorher schon nötig war, um nur die Welle mit neuer Dichtung in den Hauptlagern zu drehen vorstellst, dann sollte das klar werden.

      Wenn Du es noch mal auseinander nehmen willst, dann hier von mir noch ein wertvoller Tip aus der Motorenbaupraxis:

      Falls noch nicht bekannt, kommt es bei der Montage und der folgenden Erstinbetriebnahme ganz besonders an den Gleitlagerstellen auf beste Notlaufeigenschaften der beim Zusammenbau verwendeten Montageschmierstoffe an.

      Speziell für diesen Zweck konzipierte Spezialprodukte aus dem Profibedarf, sind hier einer Waschküchenlösung mittels "einem Schluck Motoröl" haushoch überlegen.

      In meinem eigenen Betrieb, wie grundsätzlich während meiner gesamten Berufspraxis, habe ich da über Jahrzehnte beste Erfahrungen mit amerikanischen Produkten von Ed Rowe und Crane gemacht.

      Das kann ich jedem Selbstmonteur hier unter uns, der Wert auf ein langes Motorleben legt, nur wärmstens empfehlen.

      (Bei der Erstinbetriebnahme bitte trotzdem peinlich genau sicherstellen, dass vor dem ersten Startversuch mit eingeschalteter Zündung unbedingt voller Öldruck anliegt und die Kontrollleuchte bereits erloschen ist!)

      Gruss aus DO
      Klaus
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      Hi, ich habe gerade die Pleuellager abgebaut.
      Die Welle dreht sich sobald die runter sind.
      Haben wohl auch korrekt gesessen.
      Aber....
      Durch das offensichtlich zu hohe Anzugmoment und meine sinnlosen Versuche die Welle zu drehen sind tatsächlich die Lagerschalen beschädigt. Ich könnte mich wohin beißen. Aber in den Unterlagen zum P2 steht tatsächlich 6,5 bis 7 mkg.
      Jedenfalls sind die Hauptlager tiptop.
      Habe Kurbelwelle ausgebaut und werde die morgen zu dem Motorbauer bringen. Der soll die nochmal kontrollieren, da an den Pleuelzapfen ebenfall Druckstellen erkennbar sind. Sicher ist sicher.
      Falls die KW nochmal nachgearbeitet werden muss,werde ich diesmal auch das Nitrieren machen lassen.

      So das wars bis Mitte Januar. :(
      Danke an alle für die vielen richtigen Hinweise, hab trotzdem was dazu gelernt. learning the hard way nennt man das wohl.

      Gruß aus Werl
      Rudi

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      Hallo Rudi,

      Du bist nicht der erste der über diese falsche Angabe gestolpert ist. Wir hatten hier in der Vergangenheit bestimmt auch schon mindestens zwei Threads, in denen Mark darauf hingewiesen hatte, dass das des Guten zu viel ist ...

      Hast Du noch Pleuel-Lager?

      Viele Grüße,
      Marcus
      Marcus Schaper aus 31855 Groß Berkel, aber oft auch in 31457 Loccum

      61er Rekord P2 2TL mit Frisur, 62er Kapitän PL 2,6 Hydramatic, 58er Kapitän 2,5 L, mehrere rekord P1 CarAvane und diverse Baustellen anderer Marken

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      Hallo Rudi,
      bei allem Ärger: Bleibe entspannt !
      Wenn das tatsächlich so ist, dass ein zu hohes Anzugsmoment der Pleuelschrauben zum Klemmen führt, ist die Kurbelwelle
      m.E. nicht betroffen. Die Lagerschalen sind weich gegenüber der KW.
      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Pleuel selbst plastisch deformiert werden. Jede einigermaßen
      technisch ausgelegte Schraubverbindung setzt auf: Elastische Schrauben - steifes Hinterland. Wenn das nicht so ist (wäre) hätten
      die Schrauben kein langes Leben. Das hat man auch schon 1960 gewußt. Das trifft auch + besonders für Pleuelschrauben zu.
      Möglich ist bei "Überanzug" natürlich eine Deformation der Schrauben, die zu seitlichem Versatz führen kann. Das heißt, die Schrauben
      "verbiegen" sich unter Längskraft, weil sie im plastischen Bereich belastet wurden. Das könnte Ursache Deines Problems sein (ohne Gewähr)
      Ich rate Dir zu einem Neuanzug mit neuen Schrauben und neuen Muttern, sie scheinen aber nicht so gut verfügbar (original), bin bei Matz vor 2
      Wochen damit gescheitert.

      Im blödesten Fall: 4 neue Pleuel.

      Wichtig: Ruhe bewahren, Fehler passieren, nach vorne sehen.

      Schwacher Trost, weiß ich, alles andere ist aber Wunschdenken und bleibt unerfüllt.

      Gruß + Ausdauer (Napoleon Bonaparte: Beharrlichkeit führt zum Sieg !. Winston Churchill: Nie, Nie, Nie, Nie, aufgeben !)

      Alfred. H.

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      Hallo Alfred,

      habe mich ja schon wieder eingekriegt.
      Shit happens.
      Ich ärgere mich das so blind meinen Unterlagen vertraut habe. Ich hätte ja auch vorab fragen können. Tue ich ja sonst auch.
      Wie heißt es so schön: Man(n) wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu....

      Gruß aus Werl
      Rudi

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      Moin zusammen,

      ich bin zwar im wesentlichen nur Laie, habe aber letztes Jahr, als ich einen Kadett-A-Motor überholt habe, mit folgendem Trick gute Erfahrung gemacht:

      Bevor man die Kolben samt Pleuel in die Zylinder schiebt, baut man jeden/jedes für sich einzeln verkehrt herum an die Kurbelwelle. Richtung nach vorn muss natürlich beachtet sein, aber sie schauen sozusagen in Richtung Ölwanne. Dadurch hat man das Pleuel frei beweglich auf seinem Lagerzapfen und kann sich vergewissern, ob das Lager freigängig ist oder merkliches Spiel hat (auch axial). Was das Spiel angeht, ist das natürlich eine "Bauernmethode", aber wenn es klemmen sollte, hat man sofort das schuldige Pleuel vor sich. Für den Test muss die Lagerschale natürlich auch schon mit korrekten Drehmoment angezogen werden. Wenn alle Pleuel auf der Kurbelwelle ok waren, werden die Kolben wie gehabt in die Zylinder eingeführt und die Lager befestigt.

      Der Tip kommt für deinen Fall jetzt leider zu spät, trotzdem, vielleicht nützt es für die Zukunft, bzw. für andere.

      Gruß
      Stephan

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      hallo Rudi, ich sitze gerade hier, mal wieder.
      es ist oft so, dass alte Unterlagen: Kopiert werden, direkte Zusammenhänge modellabhängig falsch
      zugeordnet werden, einmalige Fehler vervielfältigt werden...und das heute kein Mensch mehr weiß.
      Es hilft, zum Abgleich alter Angaben (z.B. Anzugsmoment) einige Vergleiche zu ziehen.
      Z.B. "übliches" Anzugsmoment für M8 ist ca. 25Nm, Das ist sehr grob, ungefähr für Schraube 8.8.
      SEHR GROB ! (da geht mehr). Da ist eine Angabe von 65....70 Nm für M9x1 aber schon ziemlich verwegen,
      das schafft nämlich manche M10 Schraube nicht.
      Ein Abgleich hilft hier, fragwürdige Angaben zu erkennen, das ist die Erkenntnis aus Deinem Mißgeschick.

      Das Gleiche kann man bei Passungen anwenden, alte Maschinenbau-Faustregel:
      1 Promille Spiel > gute Laufpassung. 1 Promille Überdeckung > satter Festsitz (bei kleinen Wandstärken ist das anders)
      In diesen Bereichen bewegen sich bewährte Konstruktionen, es gibt sicher Abweichungen, aber nicht um ganzzahlige
      Faktoren.

      Anhand solcher "Trivialkennwerte" und Vergleiche lassen sich verdächtige Angaben schnell erkennen und ggf. hinterfragen.

      Bleibe zuversichtlich !

      Gruß,

      Alfred. H.

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      Ich halte es unter normalen Umständen für nahezu ausgeschlossen, ein Pleuel und/oder den dazugehörigen Lagerbock nur durch ein 10-15 Nm zu hohes Anzugsdrehmoment in irgendeiner Weise zu beschädigen.

      Die Dehnschrauben sind schnell zerstört und Lagerschalen, die nicht richtig gesessen haben, sind durch derartige Fehler auch sofort unbrauchbar, aber das war es dann auch schon.

      Eine Beschädigung der Hubzapfen ist hier nicht möglich !!

      Eventuelle Anhaftungen von weichem Lagermaterial können mit etwas Polierleinen entfernt werden, danach die Lagerstellen wieder penibel reinigen, alle Hubzapfenmasse ermitteln und sorgsam notieren und die KW in ihren vorbereiteten Hauptlagern ablegen.
      Die Welle muss ob dieses Missgeschicks ganz sicher nicht noch einmal nachbearbeitet werden.
      Das halte ich für ausgeschlossen.

      Nun die fein säuberlich notierten Hubzapfen-Masse und alle 4 numerierten Pleuel schnappen und damit noch mal zur Motorenbude fahren.

      Dort die Pleuel zur Sicherheit auf Verzug und Konzentrizität prüfen lassen und neue passende Lagerschalen und Pleuelschrauben anpassen lassen und diese käuflich erwerben.

      Lass Dir dort auch das Einbau- und Anzugsprozedere vom Meister noch einmal ganz genau erklären !!
      Dann kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

      Wenn irgendwas unklar ist, lieber einmal zu viel fragen ... ;)

      Wird schon !

      Viele Grüsse
      Klaus