Jetzt wird der Motor wieder zusammen gebaut...

      ….da gibt es seitens Opel nur prähistorische Materialien.

      - das "Dichtmittel" soll die tatsächlich in Kontakt befindliche Trennfuge zwischen
      Lagerdeckel und Block dichten, also nur Rauhigkeiten aus der Bearbeitung.

      Dichtmittel: OPEL C-95804 = prähistorisch, hier muß der direkte Kontaktbereich abgedichtet werden, das
      Dichtmittel darf den Fügeprozess nicht behindern und muß sich deshalb leicht rausdrücken lassen !
      Sehr dünner Auftrag reicht aus, wie im Handbuch skizziert.
      Geeignete Produkte sind z.B. Reinzoplast oder Hylomar, die sind handelsüblich und dauerplastisch

      - die "Dichtmasse" muß einen etwas größeren Spalt überbrücken, er entsteht seitlich des
      Einpasses der Lagerdeckel in den Block. Hier hat der Deckel keinen Kontakt zum Block,
      um Doppelpassung sicher zu vermeiden.

      Dichtmasse : OPEL C-95884 = prähistorisch, hier kannst Du eine dauerelastische Masse verwenden,
      z.B. Material auf Silikonbasis, (z.B. Petec SIKO),früher wurde auch gern "Atmosit" (Henkel) eingesetzt.

      Hinweis: Die o.a. "Dichtmittel" sind bezüglich der Verarbeitungszeit unkritisch, sie härten nicht.

      Bei den "Dichtmassen" ist Beeilung angezeigt, zwischen Auftrag und Fügen sollte sich noch keine Haut
      gebildet haben, das Silikon ist da etwas geduldiger, als Atmosit. Am besten, Du setzt die Teile erstmal
      lose trocken zusammen und kontrollierst Bündigkeit etc. Der vordere Lagerdeckel z.B. muß absolut bündig
      zur Rückwand des Steuergehäuses liegen.... Dann erst Fügen mit der Schmieratzerei.

      Und: Bevor das Ernst wird, mit "Deckel drauf, Sack zu", kontrolliere ein letztes Mal die korrekte Einbaurichtung
      von Kolben, Pleuelstangen, Lagerschalen...

      Gruß + frohes Schaffen !

      Alfred. H.





      Hallo Rudi,
      das hat m.E. 2 Gründe:

      - Akustik, das Novotext hat gute Dämpfungseigenschaften, trotz Schrägverzahnung ist jeder "Zahneingriff"
      ein kleiner "Stoß", der sich gern als Körperschall und dann als Luftschall fortsetzt: Jaulgeräusche !

      Die Nockenwelle erzeugt im Leerlauf und niedrigen Drehzahlen stark schwankende
      Drehmomente > Anlagewechsel der Zahnflanken > Klockergeräusch
      (machen fast alle alten Kisten von Opel)

      Bei Stahl-Stahl oder Stahl-Gußpaarungen wird das inakzeptabel.

      - Verschleiß (paradox), kein vernünftiger Technik - Mensch kommt auf die Idee, 2 Zahnräder mit gleichen
      Zähnezahlen oder ganzen Vielfachen der Zahnzahlen kämmen zu lassen. Bei der Nockenwelle heißt das 1:2
      das bedeutet, dass immer genau zwei Zähne mit einem Zahn zusammenkommen und "sich gegenseitig
      abbilden", was den Verschleiß betrifft. Bei Stahlrädern (Metall) ist das sehr nachteilig.
      Das Novotext-Rad ist da geduldiger, wegen Härteunterschied.

      Du wirst sehen, dass in jedem Getriebe versucht wird, solche
      Paarungen möglichst zu vermeiden. Dann treffen nacheinander möglichst viele Zahnpaarungen
      aufeinander und die Laufqualität steigt ! Beliebt sind Primzahl- Zähnezahlen. Das würde beim
      Nockenwellentrieb auch gehen, wenn ein drittes Rad "dazwischen" wäre, mit entsprechender
      Zähnezahl...., das ist dann aber ein anderer Ventiltrieb, andere Drehrichtung...Neukonstruktion.

      Verschleiß gibt es dennoch, weil das Novotext-Rad ziemlich ausgelastet ist.
      Heute könnte man z.B. PEEK einsetzen, das ist nochmal deutlich laufruhiger und belastbarer,
      kostet aber: Nicht zu knapp! (ist etwas für Bugatti, nicht Opel, wird aber dennoch in Serie
      für z.B. Antriebe im Motor verwendet, Ölpumpe etc.)

      Gruß,

      Alfred. H.

      Borgmann Ring, verschiedene Kordeln zur Wahl....

      Guten Abend Ihr lieben Foristi,

      habe in den letzten Tagen nicht viel an meinen überholten Motor machen können, da meine allerliebste Gattin ein neues Hochbeet zum Maß aller Dinge erhoben hatte. :schläger003: Wer könnte da an einen schnöden Motor denken.... :ironie002:

      Nun, Hochbeet ist soweit ok, jetzt ist mal wieder der Motor dran.
      Die verbauten Kordeln der KW-Abdichtung sehen sehr zerfranst aus und daher sollen da neue rein. Nun befinden sich in meinem Fundus drei (3) optisch unterschiedliche Sorten, die zudem noch abweichende Maße aufweisen.

      Ich habe dazu mal Fotos eingestellt und die Maße aufgeschrieben:


      Die Längen sind unterschiedlich und die Querschnitte ebenso. Die Breite ist aber 12 mm nicht wie aufgeschrieben 17 mm. :haue003:


      Diese Kordel ist gerade lang genug (ausgebaute Kordel hat etwa 115 mm) und sieht der ausgebauten am ähnlichsten. Ob die ausgebaute eine Originale war :hmm: .


      Diese schon vorgebogene scheint in einer grafitähnlichen Lösung getränkt worden zu sein. Jedenfalls ist die grafitähnliche Schicht ein Stück in den Querschnitt eingedrungen.


      Diese erscheint mir von den drei Kordeln als die am lockersten gedrehte. Auch hier ist die Kordel mit einer
      grafitähnlichen Masse beschichtet. Macht mir aber insgesamt keinen guten Eindruck. :search:

      Im Forum wurde das Thema welcher Werkstoff hier gut bis akzeptabel ist schon mehrfach angerissen, aber da gibt es doch kontroverse Meinungen.
      Trotzdem meine Frage: Zu welcher Kordel würdet Ihr euch entscheiden? :hilfe:
      Gruß aus Werl
      Rudi

      Hallo Rudi + Kollegen,

      - hast Du die Originaldichtung noch neu bekommen ?

      - ist sie noch geschmeidig ?

      - wenn ja, woher hast Du sie ?

      Ich frage das, weil ich noch mehrere Originalsätze habe, die aber sehr steif sind,
      das geht so nicht. Vermutlich sind sie aus gewachstem Material und das Wachs ist
      vollkommen ausgehärtet. Jedenfalls viel härter, als zu Zeiten meiner Jugend.
      Werde mal versuchen, sie in heißem Öl zu erhitzen und sehen,
      ob sie wieder montagefähig werden. Wenn nicht.....frage ich hier schon mal
      präventiv nach einer Quelle.

      ...ich weiß, gibt es als Repro.....möchte ich aber nicht.

      Gruß,

      Alfred. H.


      Hallo Alfred,

      die originale Kordel war bei dem Fahrzeug im Fundus dabei. Die anderen sind von Matz und Opel Classic-parts.com.
      Die fragliche Kordel ist schon recht steif und hart. Auch der einzige Satz den ich besitze, sonst nur die gezeigten Repro.
      Ich vermute das hier aber nix besseres im Markt ist!?
      Die Idee mit dem warmen Öl klingt echt gut. Könnte klappen. Muss ja "nur" für den Einbau flexibel sein, denke ich.
      Berichtest Du zu dem Versuch, bitte?

      Gruß aus Werl
      Rudi

      Dichtstreifen werden geschmeidig

      Hallo Rudi,

      habe eben den Drang zur Tat verspürt und bin dem sofort gefolgt:

      - Konservendose (Ravioli) genommen, leer

      - etwas Öl eingefüllt (Motoröl)

      - einen Dichtstreifen eingelegt

      - das Öl stark erhitzt, von unten, mit einem Heißluftfön AUFPASSEN !

      Nach kurzer Zeit sieht man, wie aus dem "Docht-ähnlichen" Material Luftbläschen aufsteigen, die
      im Docht enthaltene Luft steigt raus.
      Das ist ein gutes Zeichen, denn wo früher Luft war, wird nun heißes Öl eindringen und das alte
      Wachs lösen, so der Ansatz.

      Und: So ist es !
      nach ca. 5 Minuten Ölbad (ca. 150°C) hat sich das der erste Streifen überlegt und ist geschmeidig geworden.

      Kann ich empfehlen, geht ! Werde den Docht wieder einlegen und sein Befinden morgen nochmal prüfen.

      Auch leichtes Anwärmen auf der normalen Heizung zeigt schon (geringe) Wirkung.

      So sah das aus, mit den Luftbläschen, siehe Bilder.

      VORSICHT beim Anwärmen des Öls, keine offene Flamme verwenden und nicht über 150°C gehen.
      Öl immer ein bißchen schwenken. Bei Überhitzung kann es zum Verpuffen kommen, Temperatur
      unbedingt kontrollieren und nicht nur partiell erhitzen !!!

      Wahrscheinlich ist eine Fritteuse in der Anwendung sicherer.

      Der Docht muß auch nach dem Einbau flexibel sein, minimal. Wichtig ist, dass er sich gut schmiegt
      und das war im angetroffenen Zustand m.E. nicht möglich.

      Jetzt kann man das erwarten.

      Ging schnell und hat wieder mal Spaß gemacht,

      Gruß,

      Alfred. H.


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