Verteilerkappe ??

      Hallo Bernd,

      danke für Deine Erfahrung in Sachen BP ! Das ist technisch klar die beste Kerze,
      sie erleichtert der 6V-Zündanlage die Arbeit, wegen längere Kriechstromstrecke ist sie
      resistenter gegen Ablagerungen und die sehr dünne Elektrode konzentriert die Feldstärke,
      so dass der Funke leichter "überspringt". Das ist vorteilhaft.
      Außerdem haben die Platinkerzen eine wesentlich längere
      Lebensdauer, als normale Typen. Kann sein, dass das den Mehrpreis kompensiert,
      zumal sie gerade auch "im Ausverkauf" laufen, und weit unterhalb der Preisempfehlung
      abgegeben werden.
      In meinem alten Ascona habe ich auch ausgezeichnete Erfahrungen gemacht (Platin). Mit
      2 Doppelvergasern, 304° NW und sonst voll überarbeitetem 2,0l-Motor haben 2 kurze Fahrten
      von ca. 1km regelmäßig ausgereicht, um normale Kerzen zu verrußen. Mit W6BP ging das.
      Eines muß aber klar sein: Die Zündkerze ist wichtig, aber nur ein Teil der Zündanlage,
      zu einem guten Resultat müssen alle Elemente in Ordnung sein, die Kerze allein wird es nicht retten,
      wenn andere Teile faul sind.
      Deshalb habe ich das lieber zurückhaltend beschrieben...

      Gruß + viel Spaß,

      Alfred. H.


      Hallo Günter,
      die Bezeichnung W6BP ist eine Zündkerze mit Platin-Elektrode und Wärmewert (alt) 200.
      Platinkerzen sind normalerweise in einer schwarzen Verpackung. Da paßt etwas nicht,

      Bezeichnung und Bild sind m.E. nicht im Einklang. Frag doch einfach nach.

      Nachsatz P = Platinelektrode
      Nachsatz C = Kupferelektrode

      Nach Handbuch wäre W7BP richtig, (Wärmewert = 175) für P-Modelle, so eng ist da aber in praxi nicht zu sehen,
      W6BP wird auch funktionieren.

      Aber, nochmal: Platinkerzen erleichtern den Job der Zündanlage, sind aber nicht das Allheilmittel,
      um andere Defekte zu kompensieren !
      Unsere alten Kisten laufen mit der Standardqualität einwandfrei, damit sind sie auch vor der Platin-
      Ära gelaufen, lange und ständig. Winterstarts gibt es nicht mehr, bei unseren Wagen.

      Gruß,

      Alfred. H.


      Tut mir leid, aber ich halte das für Einbildung, daß die Zündkerze Einfluß auf den Motorlauf haben soll!

      Entweder der Zündfunke ist da, dann entflammt das Gemisch, oder es gibt einen Zündaussetzer, der sich durch einen Ruck oder gar Patschen im Auspuff bemerkbar macht. Doch dann liegt mit der Zündung etwas anderes im Argen und bestimmt nicht allein die Kerze!

      Dem Gemisch dürfte es egal sein, ob es von einer Cu-oder einer Platin-Elektrode entflammt wird. Die Zündkerze ist doch nur das letzte Glied in der Kette, so daß der richtige Zündzeitpunkt und das korrekte Arbeiten des Zündverteilers mit seinen Unterdruck- bzw. Fliehgewichten weit entscheidender ist. Eine andere Frage ist, ob der Motor bei ungünstigen Bedingungen (Kälte, Nässe) überhaupt anspringt. Hier zeigt sich am ehesten, ob die Zündanlage intakt ist. Das wissen diejenigen am Besten, die früher bei klirrendem Frost mit dem Oldie morgens zur Arbeit starten mußten.

      Und speziell von Platikerzen, die ich irgendwann mal irrtümlich auf einem Teilemarkt günstig erstanden hatte, wurde mir am Stammtisch von hochrenommierten Alt-Opel-Spezialisten abgeraten.

      Tschüß
      Klaus
      Leute, das ist alles eine philosophische Frage wie Benzinadditive, Super Plus, E10 und vieles mehr. Man muss da genau aufpassen was Ingenieursleistung, Erkenntnisse aus dem Rennsport oder einfach nur Marketing ist.

      Die Kerze hat schon einen Einfluss auf die Stärke des Zündfunkens und die Verbrennung. Wenn ich in den Audi Typ81 meiner Tochter die vorgeschriebenen Mittellektrodenkerzen einbaue, läuft er sch...lecht, mit normalen Seitenelektroden super.

      Welchen Einfluss das Material hat, weiß ich nicht. Gegen Platinkerzen spricht m.E. nichts, v.a. bei Kurzstreckenverkehr sicher überaus sinnvoll, weil korrosionsbeständig.

      Aber Experimente mit Entstörkerzen oder Funkenstrecken zur Erhöhung der Zündspannung sehe ich kritisch.
      Viele Grüße
      Günther :daumen1:
      Das würde ich auch sagen, es ist eine Glaubensfrage!

      Rein technisch-physikalisch kann ich mir nicht vorstellen, daß durch Unterschiede zwischen Zündfunke A oder Zündfunke B eine andere Art von Gemischentflammung stattfinden soll. Doch ich lasse mich gern eines Besseren belehren, nur dann bitte mit physikalsch fundierten Begründungen und nicht mit rein subjektiven Eindrücken wie "meine Maschine läuft dann aber besser...."!

      Apropos Zündkerzenstecker: Habe ich z. B. im P1 auch drin, aber mehr wegen der Optik. In den meisten anderen Autos hatte und habe ich stets einfach nur die Kabel auf die M4-Gewinde der Kerzen gesteckt, nachdem die stets bei neuen Kerzen daraufgeschraubte Messinghülse entfernt wurde. Deren Sinn ich ohnehin nie begriffen habe. Ob das nun fachlich richtig ist, darüber habe ich noch nie groß nachgedacht, aber ich hatte in 38 Jahren auch nie deshalb Probleme.

      Tschüß
      Klaus
      Ich habe es geahnt, wir sind teilweise in Glaubensfragen, aber eben nicht vollständig.
      Klaus Altopelfreak:

      Natürlich ist es dem Gemisch egal, zwischen welchen Materialien sich der Funke bildet.
      Wenn Funke > dann Zündung.
      Es lohnt sich aber, mal auf die Vorgeschichte des Funkens zu sehen:

      - Der ZK öffnet
      - die Spule antwortet mit ansteigender Spannung
      - die Spannung zwischen den Elektroden der Kerze steigt ebenfalls an (Übertragung vernachlässigt)
      - im Raum zwischen Masseelektrode und Mittelelektrode entsteht ein elektrisches Feld
      - wenn eine kritische Feldstärke erreicht ist "ionisiert" das Gas, wird leitend und der Funke springt
      - die Spannung sinkt auf Brennspannung und die Spule "entleert sich"

      So ist der zeitliche Ablauf. Die "Form" der Elektroden beeinflußt das elektrische Feld nicht unerheblich,
      speziell an scharfen Kanten gibt es Konzentrationen, die den Durchschlag begünstigen.
      Wenn Du mal eine neue Kerze nimmst, und blitzen läßt, dann siehst Du, dass der Funke bevorzugt
      zu den scharfen Kanten der Mittelelektrode springt. An dem Verschleiß (Mittelelektrode wird rund)
      kann man ohne weiteres erkennen, dass die scharfe Außenpartie abgetragen wird, eben, weil hier
      der Funke brennt.
      Effekt: "Rund gebrannte" Kerzen haben einen höheren Spannungsbedarf wegen anderer Feldform.

      Hier liegt der erste Vorteil der spitzen Elektrode der Platinkerze. Das geht bei Platin, weil das
      Material dafür sehr geeignet ist. Eine normale Elektrode würde sehr schnell verschleißen.
      Spitze Elektrode > hohe Konzentration des Feldes, leichterer Durchschlag

      Praxisbeispiel am Haus: Blitzableiter

      Das ist eine physikalische Erklärung: Feldstärke

      Zweiter Vorteil:

      wegen der dünneren Elektrode ist die Kriechstromstrecke über den inneren
      Isolator länger. Wie oben: Die Spannung steigt erstmal an, bevor der Funke
      springt. Wenn der Isolator nun mit leitendem Belag versehen ist, fließt in
      der Zeit des Spannungsanstiegs Ladung ab ! (Nebenschluß). Das geht bis zum
      Aussetzer und kann auftreten, wenn nur Kurzstrecke mit Kaltstart gefahren wird.
      Eine leistungsfreundliche Nockenwelle begünstigt das ebenfalls.
      Lange Kriechstromstrecke > bessere Resistenz gegen Nebenschluß

      Das ist die physikalische Erklärung > Nebenschluß

      Man kann sagen: Die Physik ist auf Seite der Platinkerze, sie macht es der Zündanlage etwas einfacher.
      Notwendig ist das in aller Regel nicht, wenn die Zündanlage in Ordnung ist.

      Aber: Wenn es persönliche Erfahrungen gibt, die auf eine bessere Eignung hinweisen, dann ist das so.

      Zu den Kerzensteckern:

      2 Varianten sind gebräuchlich:

      M4 ist sehr verbreitet, bei alten Wagen, die meisten alten Opels haben das so.

      SAE ist bei neueren Opels verwendet worden, oft an Widerstandskabeln, gibt es aber auch
      in den braunen Steckern.

      Wichtig ist nur die Zuordnung: Stecker / Kerzenanschluß.

      Gruß,

      Alfred. H.




      Danke für die ausführliche Darstellung. Dass ich jedoch durch alleinige Verwendung einer Platin-Zündkerze eine verbesserte Motorleistung erzielen kann, kann ich dennoch nicht herauslesen. Verstanden habe ich lediglich soviel, dass eine Platinkerze in der Lage ist, andere Fehler einer Zündanlage ein Stück weit zu kompensieren. Aber auch das bestimmt nicht auf Dauer.

      Tschüss
      Klaus
      Das ist richtig, genau so war das auch beschrieben. Auch bei erschwerten Betriebsbedingungen (Verrußen) hat sie Vorteile, auch in praxi, an meinem Ascona A über
      lange Zeit eindeutig nachgewiesen. Auch den Hinweis von Rennfox Bernd sollten wir nicht ignorieren, er beschreibt ein
      wiederholtes Versuchsergebnis und hat das subjektiv beurteilt. Objektivierung ist mit unseren Mitteln schwer.

      Gruß,

      Alfred. H.
      Wollen wir die Differenzen beilegen und die Einschätzung des Herstellers NGK
      als verbindlich betrachten ? Wir können davon ausgehen, dass NGK eine Objektivierung
      vorgenommen hat.

      Zu der "Normalkerze" mit Seitenelektrode hat die NGK diese Einschätzung:

      Standardtyp mit Stirn- oder Dachelektrode früher gebräuchlichster Typ, gute Gemischzugänglichkeit,
      kleiner Zündspannungsbedarf15000 - 20000 km


      Zur Platinausführung sagt NGK:

      Platinelektrode mit vorgezogener Funkenlagehohe Beständigkeit gegen Heißgaskorrosion, sehr gute Gemischzugänglichkeit,
      sehr kleiner Zündspannungsbedarf


      In zwei Punkten also etwas bessere Zensuren.

      Wegen Zündspannungsbedarf > oben erklärt

      Wegen Gemischzugänglichkeit > kleinere Masseelektrode / kleinere Mittelelektrode > weniger Versperrung,
      kann sich (geringfügig) positiv bei Magergemisch (Teillast) auswirken und spricht für Bernd´s Beobachtung.

      Verbesserungen im Sinne einer Leistungssteigerung wurden m.E. in keinem Beitrag angesprochen.

      Zitate sind kursiv, Quelle der Zitate: "Wissenswertes über Zündkerzen.....NGK"

      Gruß + munter bleiben,

      Alfred. H.




      Ich versteh jetzt auch nicht warum man nicht einfach akzeptieren kann das die Platin Kerzen einen positiven Effekt haben. Ich hab sie mal eher zufällig eingebaut weil ich sie über hatte und den Unterschied dann aber sofort bemerkt, extra gekauft habe ich sie damals nicht.
      Seit über 4 Jahren hab ich sie drin, perfekt rehbraun.
      Ich hab da seither auch nie was von erwähnt weil das für mich so ok war, nur auf den Beitrag von Alfred hatte ich das bestätigt!
      Ich versteh aber nicht warum man da jetzt ständig rumnölen muss und nicht einfach mal eine positive Information akzeptieren kann?
      Wir leben Autos "Opel der Zuverlässige" :wink:
      Rennfox Bernd + liebe Kollegen,
      Du beschreibst weniger ein technisches, als ein menschliches Problem. Die Technik ist frei von Emotionen und völlig gefühlslos.
      "Die Menschen" reagieren aber gelegentlich mit einem anderen Spektrum, hin und wieder schwierig. In kontroversen Diskussionen
      ist es m.E. immer wichtig, den Kontakt zur Realität zu suchen, die Ergebnisse und Erfahrungen und Berichte aber auch zu prüfen. Wenn wir das
      in diesem Forum tun wollen, und die Ergebnisse und Erfahrungen der Teilnehmer einerseits beachten, aber auch die physikalischen Grundlagen einhalten,
      ist das gut und wird uns weiter bringen.
      Das ist nicht an Dich adressiert, eher eine Empfehlung an alle Teilnehmer, wenn wir mit positiver Grundeinstellung herangehen, schaffen wir etwas. Diskussion
      kann befruchten, Streit zerstört, Erfahrungen helfen, Erklärungen dazu gibt es oder werden erarbeitet, gern auch gemeinsam. Vielleicht stellt sich auch
      die eine oder andere "Ente" heraus, dann ist das so. Das ist aber kein Grund, Ergebnisse zu ignorieren oder auszuweichen.
      Würde mich freuen, wenn wir so konstruktiv weiterkommen, bis jetzt haben wir schon einige Klippen umschifft.
      Deinen Beitrag schätze ich.

      Gruß,

      Alfred. H.
      Ich geh mal rüber zum Funken beim WIG-Schweißen.
      Ich bin kein Schweißfachmann und hab das auch nicht gelernt, aber ich hab dieses hier festgestellt.

      Der Lichtbogen mit sehr spitzer Elektrode ist "konzentrierter" und das fließende Metall bildet einen kleineren "See".
      Mit stumpfer, runder Spitze wird der Funke breiter und der "See" flacher.
      Ich meine auch, das das erste Überspringen des Lichtbogens bei spitzer Elektrode schon bei etwas größerem Abstand stattfindet.

      Deswegen glaube ich auch das die Form der Elektroden den Funken sehrwohl beeinflusst.

      Das würde dann auch zu Alfred Aussage passen.

      Alfred. H. schrieb:

      speziell an scharfen Kanten gibt es Konzentrationen, die den Durchschlag begünstigen.
      Wenn Du mal eine neue Kerze nimmst, und blitzen läßt, dann siehst Du, dass der Funke bevorzugt
      zu den scharfen Kanten der Mittelelektrode springt. An dem Verschleiß (Mittelelektrode wird rund)
      kann man ohne weiteres erkennen, dass die scharfe Außenpartie abgetragen wird, eben, weil hier
      der Funke brennt.
      Effekt: "Rund gebrannte" Kerzen haben einen höheren Spannungsbedarf wegen anderer Feldform.

      Hier liegt der erste Vorteil der spitzen Elektrode der Platinkerze. Das geht bei Platin, weil das
      Material dafür sehr geeignet ist. Eine normale Elektrode würde sehr schnell verschleißen.
      Spitze Elektrode > hohe Konzentration des Feldes, leichterer Durchschlag

      Gruß,

      Alfred. H.






      Würde mich freuen wenn das hier ein Schweißfachmann ( @DT-OS) bestätigen kann!
      Gruß aus Hagen
      Stadt der vier Flüsse: Ennepe, Ruhr, Lenne und Volme !
      Udo :wink:
      Nachdem nun, Gott seis geklagt, mein Elektrikteilekatalog wieder aufgetaucht ist, können wir wieder zum ursprünglichen Thema zurückkehren, sofern das noch als Nachtrag von Interesse ist: Gefragt war nach der Verteilerkappe für den Rekord P2:

      Das gängigste Teil hat die Opel-Nrn.
      12 12 136 für P1 und P2,
      12 12 137 für Rekord A.
      Später ersetzt für beide durch 12 11 253.
      Diese Verteilerkappe ist verwendbar für alle Phase II (ab 1954) und Phase III-Vierzylindermotoren und so wie es aussieht auch für Rekord C 1,5L und Kadett B 1,1l bis Bj. Mitte 69.
      Als entsprechende Bosch-Nummern werden genannt:
      1 235 522 050, 1 235 522 059, 1 235 522 141, 1 235 522 144, 235 522 145, 1 235 522 157, 1 235 522 167, 1 235 522 169.
      Diesen entspricht:
      BERU VK 105 sowie DODUCO 4016, ferner BREMI 8043.

      Alternativ bietet sich die Verteilerkappe Opel 12 12 128 an, die zwar für die Phase-II vorgesehen ist, aber auch bei P1 ab Mitte 59, P2 und Rekord A passt. Ich habe diese Kappe wegen der schöneren Optik in dunkelbraun verwendet, wie auch @Alfred. H. schon geschrieben hat. Hier ist zudem ein kleiner Ausschnitt für die Kondensatorschraube vorgesehen.
      Die entsprechende Bosch-Nr. ist 1 235 522 107, bzw. -127, oder - 134, BERU VK 101, DODUCO 4002 und BREMI 8016.
      Für die von @Alfred. H. genannte Kappe BERU VK 154 bzw. Bosch 1 235 522 058 oder 1 235 522 173, Material elektrisch + mechanisch leistungsfähiger, Farbe hellbraunrot, heute noch leicht zu bekommen, aber deutlich teurer als VK101, kann ich in meinen Unterlagen keine Opel-Nummern als Referenz finden.

      Bei Verteilerläufern sieht es wie folgt aus:
      Opel Nr. 12 12 206 nicht entstört, 17 84 226 entstört - gilt hier als Zubehör, deshalb Hauptgruppe '17'.
      Verwendbar für alle OHV- 4-Zylinder ab Phase-III und CIH bis mindestens Rekord C sowie die Phase-III-6-Zylinder.
      Die nicht entstörte Ausführung Bosch 1 234 332 033, DODUCO 5011;
      die entstörte Ausführung Bosch 1 234 332 074, BERU EVL 4/6-O, DODUCO 5015.
      Zu den von @alfred H. genannten Läufern Bosch 1 234 332 215 bzw. BERU EVL 029* finde ich ebenfalls in meinen Unterlagen keine zugeordneten Opel-Nummern, was natürlich nichts heissen soll.

      Tschüß
      Klaus