Von 6 Volt auf 12 Volt

      Hallo Fehnkolonist,

      die Stromaufnahme dieser beiden Geräte habe ich schon mal gemessen, Grund waren Versuche,
      den Scheibenwischermotor und das Heizgebläse als 6-Volt-Ausführung an 12 Volt zu betreiben,
      unter Nutzung einer PWM-Schaltung.

      Gemessen:
      Ein 6V Lüftermotor des P1 / P2 nimmt ca. 3,5A an 6V auf, frei blasend, Stufe: Schnell.
      Das sind rund 21 Watt. Bei Belastung durch Strömungswiderstände wird die Leistungsaufnahme steigen,
      geschätzt auf 4A > 24W.

      Der Lüftermotor eines Kapitän ist deutlich leistungsfähiger / größer und nimmt wesentlich mehr Leistung auf.
      Auch die Radialgebläse der Rekorde A / B sind stärker ausgelegt.

      Eine gängige Annahme aus der Literatur (Norbert Adolph, Autoelektronik): Um ca. 50W als Abschätzung.

      Der Wischermotor ist ein anderer Kandidat. Seine Leistungsaufnahme hängt stark von der Belastung ab, wie trocken
      oder naß die Scheibe ist, ob er Schnee schaufeln muß, etc.

      Eine Leerlaufprüfung macht deshalb keinen Sinn, Du wirst hier ca. 6.....7A am Motor messen (ca. 40W), wenn die Wischer
      aber laufen, wird das wesentlich mehr.

      Literaturangabe zur durchschnittlichen Leistungsaufnahme (Quelle wie oben): ca. 90W

      Beide Werte kannst Du direkt am Fahrzeug messen, nimm die entsprechenden Sicherungen am Sicherungskasten
      heraus und miß mit einem Amperemeter über die dann frei liegenden Klemmen > Stromaufnahme.

      Dabei natürlich nur die zu messenden Verbraucher einschalten.

      Du wirst beim Scheibenwischer sehen, dass die Stromaufnahme stark schwankt, zwischen den Endlagen und der
      Wischfeldmitte.

      Stromaufnahme x Spannung = Leistung, direkt in Watt.

      Gruß + viel Spaß dabei,

      Alfred. H.

      Aha so wird mir einiges klar.
      Ein wiederstand wie auf diesen bild wird fur ein wischermotor also nicht genugen, furs Ventilator ausreichen ?
      Ich denke 4R heist 4 ohm wiederstand.
      Bilder
      • mega2414.jpg

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      Vielen Dank an alle, die sich dafür einsetzen, dass unser Hobby noch mehr Spaß macht.
      Seid gegrüßt, Koos.
      Hallo Fehnkolonist,

      vermutlich willst Du ein 6V-Gebläse an 12V betreiben ?
      Wegen des Vorwiderstandes am Heizgebläse wurde hier schon im Thread berichtet. Das geht, der Widerstand muß dann
      so ausgelegt sein, dass bei Nennstrom (ca. 4A) 6V an ihm abfallen. Das bedeutet, der Widerstand setzt genau so viel
      Leistung in Wärme um, wie der Lüftermotor an Leistung aufnimmt, also um 24W.
      Der Widerstand muß also mindestens 24W aushalten können und dabei gut gekühlt werden (siehe Thread).
      Der Widerstandswert muß so um 1,5....1,8 Ohm betragen, dann wird die Spannung für einen P1/P2 Lüftermotor
      annähernd richtig geteilt.
      Effektiv ist das nicht, ein 12V-Lüftermotor ist technisch besser geeignet.

      Beim Scheibenwischermotor hat eine Lösung mit Vorwiderstand noch weitere Nachteile. Der Antrieb wird
      "elektrisch weich", weil der Widerstand die o.a. Schwankungen in der Leistungsaufnahme noch verstärkt.
      Zudem müßte er sehr viel Leistung aufnehmen können, das ist technisch unbefriedigend.
      In vielen Fällen kann man 6V-Wischermotoren durch 12V-Ausführungen ersetzen, oder die Innenteile
      umbauen etc. Das ist im beiden Fällen m.E. der richtige Weg.

      Gruß + guten Rutsch,

      Alfred. H.

      Für die paar Sonnentage wo die Oldys fahren ist der Vorwiderstand völlig ausreichend
      Ich habe meinen im Luftstrom montiert, der wird er gleich gut gekühlt und arbeitet dort seit Jahren.

      Theoretisch gibt es andere Lösungen. Aber die sind vom Aufwand her alle viel höher. Und die 4A hat die 12V Lima dicke übrig.
      Opel 1.3Ltr, 1934, 2 Türer Cabrio
      Opel P1, 1958, 2 Türer Limo
      Hallo Fehnkolonist,

      bevor Du damit anfängst, solltest Du wenigstens die absoluten Grundlagen, also Ohmsches Gesetz (U=R*I) und P=U*I verstanden haben - nicht nur die Formeln, sondern auch die Prinzipien, die da hinter stehen. Es geht nicht nur darum, irgendeinen Vorwiderstand, sondern den richtigen zu verwenden. 24 Watt Verlustleistung ist sehr viel. Das ist ein richtig dicker Zemenwiderstand. Schau Dir mal die Bilder im Thread von Harzhopper an. Und wie Alfred schreibt: beim Scheibenwischer müsste der noch erheblich dicker sein.

      Wenn es um eine Übergangslösung geht: Gebläse nicht benutzen und Scheibenwischer nur in Stufe 1 - so geht das auch mit 12V.

      Eleganter wäre die von Alfred im Nebensatz erwähnte Lösung mit Puls-Weiten-Modulation.

      Viele Grüße,
      Marcus
      Marcus Schaper aus 31855 Groß Berkel, aber oft auch in 31457 Loccum

      61er Rekord P2 2TL mit Frisur, 62er Kapitän PL 2,6 Hydramatic, 58er Kapitän 2,5 L, mehrere rekord P1 CarAvane und diverse Baustellen anderer Marken

      Versuche mit PWM-Steuerung

      Hallo Marcus + Kollegen,

      Wenn wir verschiedene Lösungen diskutieren, ist das für mich eine rein technische Angelegenheit.
      Selbstverständlich geht der Lüfter auch mit einem Vorwiderstand, den Wert + die notwendige Belastbarkeit
      hatte ich schon angegeben. Die Stromaufnahme des Gebläses ist nahezu konstant. Das ist einfach.

      Beim Scheibenwischermotor funktioniert ein Vorwiderstand nicht befriedigend, weil die Stromaufnahme
      eben stark von der Scheibenwischerstellung und der Belastung abhängt.
      Der Motor reagiert auf Belastung mit einem Drehzahlabfall > Gegeninduktion fällt > Stromaufnahme steigt.
      Dieser Drehzahlabfall ist gering und "normal". Wenn ein Widerstand vor diese Strecke geschaltet wird, verschärft der
      die Situation erheblich, weil er auf zunehmenden Strom mit zunehmendem Spannungsabfall reagiert.
      Das ist technisch Murks, nahe den Endlagen läuft der Motor schnell, in Wischfeldmitte wird er lahm.
      Ganz abgesehen davon ist es technischer Unsinn, einen Motor mit ca. 90W Leistung mit einem Vorwiderstand
      zu betreiben, der dann nochmal 90W frißt.

      Das war der Grund für Versuche mit einer PWM-Steuerung, ich kann die Ergebnisse gern mitteilen:

      Das Heizergebläse läßt sich mit der u.a. (Bild) Versuchsschaltung sehr gut ansteuern, mittels eines Potis
      kann man die Drehzahl sehr gut einstellen, auch über die übliche Leistung hinaus > geht einwandfrei, Haken dran.

      Die Platine ist noch deutlich verkleinerbar, Abwärme gab es nicht nennenswert (MOSFET-Transistoren).

      Der Heizermotor hat das "Eisen der Felder" wie ein Trafo aufgebaut, deshalb verträgt er eine relativ hohe PWM-Frequenz
      relativ gut.

      Mit dem Wischermotor habe ich leider keinen umsetzbaren Erfolg erzielen können.

      Grund: Die "Eisen" der Feldwicklung sind einstückig und nicht lamellenartig aufgebaut (braucht ein Gleichstrommotor ja auch nicht).

      - eine hohe PWM-Frequenz führt zu akustisch unauffälligem Lauf, leider aber auch zu hohen Wirbelstromverlusten und damit
      zu unerträglicher Erwärmung.

      - eine niedrige PWM-Frequenz vermeidet die Erwärmung, erzeugt aber nicht hinnehmbare Brummgeräusche / inakzeptabel

      - auch Versuche mit einer hohen PWM-Frequenz und Speicherkondensator (Glättung) waren nicht zufriedenstellend, die Ströme
      sind zu groß

      - Versuche abgebrochen, Erfolgsaussichten waren bei vertretbaren Aufwendungen zu gering

      Diese Ergebnisse beziehen sich auf P1/P2 Wischermotoren, es gibt andere Bauarten, die wahrscheinlich auch mit
      PWM ansteuerbar sind (diese Eiermotoren vom alten VW Käfer müßten gehen), leider passen die so gar nicht zum Antriebskonzept
      der P-Wischeranlagen.

      M.E. ist deswegen der Wechsel auf einen 12V-Wischermotor die einzig dauerhaft befriedigende Lösung.

      Diese Ergebnisse habe ich im Sommer des vergangenen Jahres gewonnen und teile sie gern mit.
      Den Schaltplan der PWM-Steuerung stelle ich ebenfalls bei Interesse gern ein.

      Das möchte ich als Information verstanden wissen. Schon ein alter Preußenkönig meinte:

      Jeder solle nach seiner Fasson selig werden. Diese Ansicht teile ich (und viele Wege führen nach Rom).



      Gruß + ein gutes Neues Jahr !

      Alfred. H.









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