Steckachsenlagerung erneuern

      Steckachsenlagerung erneuern

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      Guten Abend Foristen , plane für die nächsten Wochen meine Lager und Dichtringe für die beiden Steckwellen zu erneuern.Dann hätte ich den Antrieb (bis aufs Differenzial) von vorn bis hinten durchrepariert.Jetzt ist da im Whb. die Rede von alten (nicht reparablen) und neuen (reparablen ) wellen. Kann ich das äußerlich erkennen oder erst nach dem Zerlegen.Wär ja blöd wenn ich die momentan noch intakten Wellen zerlege um dann festzustellen das man sie nicht instandsetzen kann.
      Dann noch eine Frage bezüglich des Schrumpfringes.Wird der zur Montage warm gemacht oder auch wie das Lager kalt aufgepresst?
      Wie fest sitzen die Wellen im Achsgehäuse?Braucht man da einen Schlagauszieher?
      Danke für Euren Support
      Gruß Stefan

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      Steckachse am Einfachsten mit nem Zughammer ziehen, geht aber auch mit der umgedrehten Bremstrommel.
      Schrumpfring auf einer Herdplatte warm machen. (Deswegen heißt er ja auch Schrumpfring ;) )
      Und das Lager selbstverständlich nur am Innenring drücken.
      1989-90 Kadett C 1,6S Carav.
      1990-90 Rekord D 1,9S 4TL
      1990- Rekord A 1,7S 2TL
      1991-93 Vauxhall Chevette 4TL
      1993- Rekord C 2,0S 2TL
      1994 - Kapitän PL
      2002-09 Rekord E2 1,8i
      2009-16 BMW E34 520i Lim&Touring
      2016- Omega B 2,2 Carav.
      2017- MB W110 200D

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      Hallo Stefan,

      die Lagerpassung in der Hinterachse ist nicht besonders fest....aber oft leider festgerostet, dann bekommst
      Du die Achswelle nur mit einem Zughammer heraus.

      Für die Wagen der P-Baureihen (Limousinen) gibt es drei verschiedene Achswellen:

      1) Achswelle mit gefräster Verzahnung (grobe Verzahnung) und Achswellenlager in den

      Dimensionen Innendurchmesser x Außendurchmesser x Breite in mm: 33,32x 67 x 24/17

      Lagernummern: Opel 4 14 304; GM 6 637 989; FAG 201 696 B. 88136; SKF G-88136

      verwendet an den Rekorden 53-57 und P1 bis Fg. Nr.

      2) Achswelle mit gefräster Verzahnung und Achswellenlager in den

      Dimensionen: 35 x 67 x 24/17 (auch 35 x 67 x 21,5/17)* ; verwendet am P1, P2 bis Fg.Nr.

      Lagernummern: Opel 4 14 312; SKF 306817 C; FAG 509 271 A

      3) Achswelle mit gerollter Verzahnung (feine Verzahnung) P2 ab Fg. Nr.,

      Lagerabmessungen wie vor

      Leider kann man bei den alten Karren nicht mehr genau sagen, was verbaut ist oder ggf. umgebaut wurde,

      weil die gesamte Baugruppe "Hinterachse" zwischen den Rekorden von 53 bis Rekord A als ganzes tauschbar

      ist und deshalb u.U. benötigte Ersatzteile erst nach Sichtung des konkreten Baustandes bestimmbar sind.

      Die Ausführungen 1) und 2) sind austauschbar, die "dünne" Achswelle hat Opel für die P-Modelle deshalb

      nicht im letzten Ersatzteilkatalog aufgeführt, Version 2) wurde als Ersatz verwendet.

      Dennoch gibt es das Lager für die "dünne" Version 1) als Ersatzteil, kann Dir aber versichern, dass das

      Lager hier SEHR fest aufgepreßt ist, mir ist ein Lager unter der Presse lieber aufgeplatzt, anstelle sich

      abziehen zu lassen.

      Die Wellen Version 3) lassen sich wegen abweichender Verzahnung nicht gegen 1) und 2) tauschen,

      ohne dass die Ausgleichsräder im Differential mit getauscht werden.

      Die Radlager / Wellendichtringe / Schrumpfringe müssen natürlich zueinander passen.

      Für die Wellen mit 35ger Lagersitz lassen sich auch Lager bis Rekord C verwenden, die Position

      ist ggf. durch Scheiben anzupassen. Opel hat lange an der Abdichtung herumgemacht, mit

      Tropfscheiben, Abweisern und was nicht allem, weil die Lager weniger durch die Belastung

      sterben, als eher durch inneren Rost. Die letzte Version ist in der Regel immer die beste...

      Gruß,

      Alfred. H.



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      Hi,

      kann nur empfehlen mit einer zur Hälfte abgenutzten, schmalen Trennscheibe den Schrumpfring bis ca. zur Hälfte schräg anzuschleifen und dann mit einem Meißel den Rest trennen. Fällt dann fast von alleine weg. Jetzt auf die gleiche Art und Weise das Lager zu bearbeiten. Ein abpressen ist fast unmöglich und bei falschem Abpressen fliegen die Lagerkugeln wie kleine Geschosse durch die Gegend.
      Beim Trennschleifen muss man aufpassen, dass man nicht in die Welle reinschleift.
      Spreche aus Erfahrung.

      Dann mit einer 30to Presse in umgekehrter Reihenfolge aufpressen.

      Als erstes musst du aber sichten, welche Welle bei dir verbaut ist, da die Lagerabmessungen unterschiedlich sind.


      Gruß Horst
      Orginale Rekord P1 / P2 und Kapitän Ersatzteile unter
      panorama-teile.de

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      OK, also ERST Ausbau, dann ist erst GENAUE Lagerbestimmung möglich??
      DAS Thema treibt mich bei nem 64er A-Rex mit 3,55er HA um.

      PS: Danke an Stefan @Restorer62 fürs anschieben des Themas, und Alfred @Alfred. H. für die üppige, kompetente Antwort...

      ..dann dreh ich mal weiter am Rad,

      DT
      LK Osnabrück - where the rust never sleeps...

      Rekord A ,1700er 4 Gang, 2T Limo, EZ 05/63 Schweden

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      DT_OS,

      Dein Rekord A hat serienmäßig immer die feinverzahnte Welle mit Lagersitz 35mm. Bis FG. Nr. war Lager 4 14 312 verbaut,

      danach Lager 4 14 314 (ca. Juni 1965)

      4 14 312 = FAG 509 271 A = SKF 360 422 Maße: 35 x 67 x 21,5/17

      4 14 314 = FAG 512 332 = SKF 360 422 C Maße wie vor

      Bin eben mal in den Keller gegangen....und habe beide Versionen ansehen können. Die Abmessungen sind vollkommen gleich, es gibt einen

      kleinen Unterschied in der Dichtung. Eine Type hat eine dünne Schleuderscheibe aufgepreßt, die andere nicht.

      M.E. kannst Du beide nehmen.

      Am Osterfest vor einigen Jahren habe ich 2 Achsen (1 x Rek. 57; 1 x P1) komplett überholt, mit langer Übersetzung, neuen Steckachsen

      (Durchmesser 35) etc. Wenn die 35ger Steckachse verbaut ist, können die o.a. Lager auch an den Rekorden ab 53 bis P2 eingesetzt werden,

      die etwas geringere Breite des Innenrings stört nicht. Der Innenring ist bei den Lagern ab Rekord A nur auf der Innenseite (zum Diff. hin)

      gekürzt, die relative Lagerposition zur Achswelle bleibt erhalten, nur der Schrumpfring wird etwas weiter aufgepreßt.

      Es wäre sehr unwahrscheinlich, dass irgend Jemand in den Rekord A eine Achse bis 57 eingebaut hätte, aber auch das läßt sich von außen klären.

      Nur bei den ganz alten Karren ist Vorsicht geboten, weil man nicht sagen kann, ob eine 33,xx Achswelle schon einmal gegen die 35ger getauscht wurde.

      Die Achsgehäuse unterscheiden sich im Bereich der Ritzelwelle (Kegelradwelle). Alle internen Lagerabmessungen sind gleich, das Gehäuse wurde aber

      zur Verbesserung der Ölversorgung im Bereich der Ritzellagerung geändert (Tellerrad hat eine bessere Chance bekommen, Öl zu den Kegelrollenlagern

      der Ritzelwelle zu schleudern. Das kann man an den Gußnummern erkennen....da kann ich Dir jetzt konkret aber nicht weiterhelfen, weil beide Achsen

      verbaut sind. Ein anderes Indiz ist der Deckel auf dem HA-Gehäuse hinten: Ältere Version hat ein Ölstandsloch mit Gewinde M24 x 1,5 mit Flachdichtung

      (Kupferring) + Sechskant-Bundschraube, die Ausführung ab ca. 1959 besitzt einen Kegelstopfen mit M18 x 1,5 und Vierkant > 35ger Welle.

      Das sollte zur Identifikation ausreichen.

      Mach Dich an´s Werk !

      Gruß,

      Alfred. H.

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      Danke Alfred!

      Gerade die Aussage zur Breite,Bund, Abdichtung sowie Ölstandschraube ist hilfreich. Ich fahre zwar keine völlige Bastelbude durch die Gegend,
      aber bevor ich die Achse komplett tausche (zur "späteren" Reparatur auf den "Haufen zu den anderen HA legen"), repariere ich natürlich lieber.

      Wenn alles hinhaut, baue ich morgen die "gute" gebrauchte Kardanwelle ein, dann kann es an die Steckachse gehen. Das Differential ist eh momentan auf (Abdichten steht an und ich hatte noch eine alte, abgerissene M8 Schraube ausbohren müssen), da passt das wohl. Auf ein paar Tage kommt es jetzt auch nicht mehr an.

      Bis densen,

      Stefan / DT
      LK Osnabrück - where the rust never sleeps...

      Rekord A ,1700er 4 Gang, 2T Limo, EZ 05/63 Schweden

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      So hab gerade eben die Welle mit dem Zughammer gezogen.Das Lager sowie die Abdichtung scheinen schonmal erneuert worden zu sein.Durchmesser der Welle 35 mm Lager SKF360422 läst sich leicht ohne Geräusche drehen.Werde das so wieder zusammenschieben.Das einzige was mir aufgefallen ist.Es ist ein kleiner Spalt ca.1-1,5mm zwischen Schrumpfring und Lagerinnenring.Die einseitig angebrachte Ölschleuderscheibe zeigt Richtung Lagerschild.Ist das so korrekt? (Alfred)
      Soll ich den Schrumpfring das kleine Stück noch nachpressen?
      Hab mal Bilder angehangen
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