Kapitän A: Motor klockert

      Kapitän A: Motor klockert

      hallo gemeinde.
      ich glaub es ist am 10-jährigen pleuellagertausch.
      was ich so höre scheint es nicht selten zu sein bei den opel motoren: klappert im standgas, bei gas geben ist es weg.

      woher lagerschalen nehmen, was passt, wie ist der aufwand, wie bekomme ich die ölwanne raus, muss der motor raus oder reicht anheben?
      was besonderes zu beachten? sollten hauptlager auch getauscht werden?
      da die 6-zylinder ja ähnlich wie die 4-zylinder aufgebaut sind, wer hat dahingehend erfahrung? für hinweise bin ich recht dankbar.
      gruss
      Hallo,

      zunächst würde ich mal feststellen, ob es überhaupt ein Lagerschaden ist, wenn es tatsächlich aus dem Innern des Motors kommt.
      Seltsam ist, daß es nur im Leerlauf klappert. Normalerweise melden sich Lagerschäden im Frühstadium erst bei erhöhten Drehzahlen.

      Also nacheinander immer ein Zündkabel abziehen und an dem Zylinder, wo es dann nicht mehr auftritt, muß der Lagerschaden sein.

      Das Auswechseln einer einzigen Lagerschale, z. B. weil man von unten drankommt, ist eigentlich nicht ratsam, denn das hält mest nur wenige Tausend KM. Meist hat der Kurbelwellenzapfen auch etwas abbekommen und müsste nachgeschliffen werden. Und dann kommt eins zum andern.

      Wenn sich das mit dem Lagerschaden tatsächlich bestätigt, dann würde ich mir eine komplette Motorüberholung überlegen.

      Tschüß
      Klaus
      danke für den tip mit den zündkabeln. das werde ich zunächst ausprobieren.

      das geräusch kommt von unten, also kurbeltrieb.
      mein werkstatt- schrauber vermutet es könnte pleuellager sein. es hört sich bei langsamer drehzahl wie ein klopfen an.
      ein wenig ähnlich dem geräusch, wenn die drehzahl deutlich zu niedrig ist für runden lauf.

      da es nur im leerlauf bei kaltem motor ist, meinte er weiter, man könnte noch was retten bevor es schlimmer wird. der motor ist ja auch eher ein langsamläufer, daher wundert mich dass es doch recht häufig lagerschäden gibt.
      mag auch an der zusammensetzung der legierungen der schalen liegen. die haben sich im laufe der jahre der motorentwicklung auch geändert (zweistoff, dreistofflager...).

      wie hört sich ein kolbenbolzen an der ausgenudelt ist?

      komplette motorüberholung kommt weniger in frage, das wollte ich in das auto nicht investieren.

      getriebe kündigt sich auch an. aber woher ein gutes 4-gang bekommen..

      immerhin hat er heute gestern neuen tüv bekommen...
      gruss
      Ich kenn die Vorderachse vom A nicht. Beim Rekord P und Kapitän P kannst Du die Vorderachse absenken und dann die Ölwanne abbauen. Dann kommst Du an die Lager ran. Wenn Du die Vorderachse sicher ablegst (Getriebeheber) könne sogar die Bremsschläuche dran bleiben. Du musst nur die Spurstangenköpfe am Lenkgetriebe und am Hebel auf der anderen Seite lösen und natürlich die vier Bolzen der VA-Befestigung. Aber wie gesagt: meine Erfahrungen sind vom P nicht vom A.

      Gruß,
      Marcus
      Marcus Schaper aus 31855 Groß Berkel, aber oft auch in 31457 Loccum

      61er Rekord P2 2TL mit Frisur, 62er Kapitän PL 2,6 Hydramatic, 58er Kapitän 2,5 L, mehrere rekord P1 CarAvane und diverse Baustellen anderer Marken
      Noch was. Falls Deine Kurbelwelle gelitten hat: ich zerlege Anfang der Woche einen 2,6er mit Frostschaden. Der Kurbeltrieb ist gut. Habe den Motor die letzten Jahre selbst gefahren.
      Marcus Schaper aus 31855 Groß Berkel, aber oft auch in 31457 Loccum

      61er Rekord P2 2TL mit Frisur, 62er Kapitän PL 2,6 Hydramatic, 58er Kapitän 2,5 L, mehrere rekord P1 CarAvane und diverse Baustellen anderer Marken
      danke für den tip.
      ich muss die tag erstmal schauen wie der motor gelagert ist, keine ahnung ob es so eine art vorderachsträger gibt worauf auch der motor sitzt.

      bin sogar öfter in deiner nähe (prymont), voraussichtlich kommenden donnerstag/ freitag.
      vielleicht mal zum haubenreissen? jedoch nicht mit dem kapitän... der ist so nicht fit für langstrecke...
      Hallo Kapi,

      wenn ich Dir einen Rat geben darf: Fang mit den einfachen Sachen an. Wenn das Geraeusch nur bei kalter Maschine auftritt, ist ein Lagerschaden eher unwahrscheinlich, denn kaltes Oel ist dick, fuellt Spalte gut aus und laesst sich schwerer daraus draengen, als warmes Oel. Ausnahme: Oelfilter ist dicht und Umgehungsventil (im Oelfilterkopf) hakt. Das ist fast ausgeschlossern.

      Was ist mit dem Oeldruck bei warmer Maschine ? Wenn ein Lager defekt ist, hat das starken Einfluss auf den Oeldruck, bei Standgas. Leuchtet die Oeldrucklampe im Standgas ? Wenn Du den Motor "drueckst": Standgas - 3. Gang einlegen - Kupplung langsam kommen lassen, dann faellt die Drehzahl, wann beginnt die Lampe zu leuchten ??

      Kurz: Wenn die Maschine warm ruhig laeuft, dann hat sie keinen Lagerschaden.

      Andere Geraeuschquellen gibt es reichlich, z.B. die Steuerraeder, sie neigen auch im Leerlauf zu unregelmaessigen Klockergeraeuschen, das ist sofort weg, wenn die Drehzahl etwas erhoeht wird. Dieses Geraeusch machen fast alle alten Opel.

      Ohne Not wuerde ich nicht an die Kurbelwelle und deren Lagerung herangehen, wenn hier entgegen aller Erwartung dennoch ein Schaden eingetreten ist, reicht ein Wechsel der Lagerschalen in aller Regel nicht aus, die Kurbelwelle ist "weich" und deswegen leidet sie im Fall der Faelle leider mit.

      Auch in Betracht kommt erhoehtes Laufspiel der Kolben, die Opels haben fuer die damalige Zeit sehr enge Laufspiele, schon geringer Verschleiss fuehrt allerdings sofort zu Geraeuschen, besonders natuerlich bei kaltem Motor.

      Aber: Auch das ist nicht schlimm, wenn die Kiste nicht uebermaessig Oel braucht, dann ist das unkritisch.

      Tip: Mach Dir keine Sorgen, wenn die warme Maschine ruhig laeuft, der Oeldruck stimmt und der Oelverbrauch im Rahmen bleibt. Ein Kompressionsdiagramm solltest Du auch anfertigen lassen. Wenn o.k. > dann o.k. und dann

      wird es durch irgendeine Reparatur nicht besser.

      Gruss,

      Alfred. H.
      danke für eure sehr qualifizierten diagnosen.

      gut zunächst zu wissen dass es mit anheben des motors möglich ist, an den kurbeltrieb heranzukommen.

      wie gesagt, wenn maschine warm, läuft sie.
      hydros habe ich nachgestellt, zündung auch genau eingestellt, also nach dem punkt in der glocke abgeblitzt -also nach handbuch.
      leider gibt es ja nur diese eine angabe für die einstellung der zündung. vor oder nach zzp oder einen OT gibts ja nicht.

      öldrucklampe geht sofort nach start aus und auch sonst, bei lastwechsel oder plötzlichem drehzahlabfall, auch nicht an.
      öl ist 10W40.
      ölverbrauch auch nicht festgestellt.
      am anfang läuft er zunächst unrund. aber nach warmwerden ist das auch gleich weg. ursache nicht bekannt. zündspule probehalber getauscht,
      kabel alt aber in ordnung und ohne kupferwurm, alle stecker ok und ohne korrosion, neue kerzen usw.

      kompression bis auf, ich glaube der 2. oder 5. zylinder ok. an einem zylinder etwas abfallende kompression aber nicht extrem.

      ja, es ist so ein klockergeräusch, wie Alfred.H. schrieb, und kommt aus dem unteren bereich des motors, nicht obenrum. ich werde mal genauer horchen ob es aus dem steuergehäuse kommen mag. aber das ist oft schwierig.

      mal schauen ob es sich aufnehmen lässt und irgendwo hier einstellen...
      gruss aus dem sonnigen franken, es geht voraussichtlich erstmal mit dem granada auf sonntagsausflug...

      gruss
      Also wenn der dass nur im Leerlauf macht, dann ist ein Lagerschaden aufm Pleul eher ungewöhnlich.
      Das müsste bei höherer Drehzahl lauter werden, irgendwann findet sich die Drehzahl wo es weg ist, und darüber ist es wieder da.

      Wenn er es nur im Leerlauf macht, dann ist das eher ein Kolbenbolzen, den kannst du klappern lassen, da passiert die nächsten 50.000km nix mit, dass haben die öfter, ist ein rein kosmetischer Mangel...
      Ja das kenne ich, hab´s bei meinem 56er auch dieses Geräusch. Habe, nachdem mein Motor mit unbekannter Laufleistung einen Lagerschaden hatte, einen "guten" gebrauchten Motor gekauft. Es wurde mir versichert das er gelaufen ist. hab ihn nur neu abgedichtet, lackiert und eingebaut!! Ist auch super angesprungen machte aber die selben, wie von dir angedeuteten Geräusche. hab dann ein paar Kumpels aus der Szene gefragt und den Mechaniker meines Vertrauens, alle tippen auf das selbe..... nämlich Kolbenbolzen!!!! Was zwar nicht akut schlimm ist aber halt dies nervige Geräusch im Stand macht.
      Also was den Ölwannenausbau beim 56er angeht, die geht raus wenn ,man am rechten Rahmen den Umlenkhebel abschraubt und die Spurstange nach unten bzw. zur Seite dreht. Wenn man dann die Ölwanne abnehmen will muß einer vorne an der Riemenscheibe drehen damit keine Hubzapfen im weg sind beim nach hinten rausziehen!! Ist etwas umständlich, geht aber!!! Mußte meinen Motor nicht anheben!
      Jetzt hab ich zwei ausgebaute, gebrauchte Motoren da liegen und werd mal in den sauren Apfel beissen und einen Überholen lassen. Kostet sicher einiges, das ist mir bewusst aber wenn der jetzige doch mal den Geist aufgibt hab ich einen einbaufertigen!
      hallo und danke für die weiterführenden hinweise.

      das mit kolbenbolzen war meine letzte idee, was noch aus dem motorinneren kommen könnte.
      das bestätigt sich ja jetzt und gut zunächst zu wissen, dass ich nicht unmittelbar handeln muss.
      kenne seit 30 jahren nur ford- technik und da ist mir sowas unbekannt und ich tappe da geräuschmässig völlig im dunkeln..

      @ Alt Opel Fan: ich habe ja einen A- Kapitän, da ist das mit der Vorderachse und Motoraufhängung anders denke ich...
      Hallo Boris,
      ich würde meinen, du kommst nächstes Jahr zum Forumtreffen...
      das ist ganz in deiner Nähe, da können die Spezialisten einmal
      in deinen Motorraum hören und eine Diagnose stellen.
      Grüße aus Waldaschaff
      Wolfgang


      Opel gut, alles gut!
      Opel P I / Bj. 4/60 in der Schweiz gebaut
      Opel Rekord C Coupè / Bj. 3/70