Rettungsaktion Manta A

      So, jetzt kommt endlich Teil 2. Entschuldigt die Verspätung.

      Nach einiger Zeit kam dann der Verkäufer. Wir plauderten kurz, dann fuhr er kurz nach Frankreich (!) um schnell einen Schlüssel für die ehemalige Werkstatt hinter dem Manta zu holen. Er brachte uns dann noch ein wenig Ölspray für die Türen, die nicht mehr richtig schließen wollten. (Mechanismus schwergängig, kein Wunder)
      Dann fuhr er noch einmal davon, um seinen Kumpel samt Radlader zu holen.
      Nach einiger Zeit kam er alleine zurück. Die Batterie vom Radlader war leer. Also schnell in den heruntergekommenen Sprinter neben dem Manta und zurück zum Radlader, Starthilfe geben. Wir waren ziemlich beeindruckt, dass der uralte Sprinter ohne weiteres ansprang. Wir warteten also nochmal. Nach einer Weile kam dann ein Ungetüm von Radlader auf uns zu, mit teilweise fast platten Reifen und ein wenig Diesel verlierend.
      Damit wurde der Manta dann aus der Einfahrt gezogen, in der er laut dem Verkäufer 25 Jahre gestanden hatte. Erstaunlicherweise war nur an einem Rad die Bremse fest. Mit dem Frontlader hob der Kumpel vom Verkäufer den Wagen dann in die Luft und fuhr damit quer über die (Gottseidank extrem ruhige) Straße. Ein paar Nachbarn waren an die Fenster gekommen, sah wohl alles sehr spannend aus. Ich für meinen Teil war einfach froh, dass der Rochen nicht in der Mitte auseinander gebrochen ist. Der Verkäufer war sehr überrascht über den heftigen Zustand des Unterbodens. ("Den haben wir doch damals komplett geschweißt!")
      Nach dem Platzieren auf dem Hänger fuhr der Radlader davon und wir drei machten uns ans Verzurren.
      Zwischendurch gingen wir in die ehemalige Werkstatt, um weitere Teile zu holen. Der Verkäufer stieg eine wackelige Holzleiter hinauf und gab uns noch die originalen Sitze und Kleinteile mit. Außerdem noch Rekord E1 Scheinwerfer und einiges mehr. Wir konnten nicht alles mitnehmen, irgendwann war der Manta komplett vollgestopft. Der Verkäufer wollte uns noch auf einen Kaffee einladen, aber langsam mussten wir los. Immerhin lagen 500km Heimfahrt vor uns und am frühen Abend wollte Werner (Rostallergie) noch bei uns vorbeischauen, um eine P1 Karosse ohne Heck mitzunehmen. (Siehe P1-Teilespender-Thread)
      Ich klärte noch ein paar Dinge (Kaufvertrag) und verabschiedete mich dann.
      Der Rückweg war dann leider ein bisschen getrübt durch Staus, aber wir kamen trotzdem einigermaßen flott voran. Auf der Autobahn ernteten wir dann ein paar komische Blicke und Autofahrer machten beim Überholen auf sich aufmerksam. Als wir fast zu Hause waren fuhren wir dann doch mal tanken und wer sprach uns dort an? Natürlich die Grünen. ;)
      Die drei Polizisten (sehr jung, jung und etwas älter) prüften die Papiere und ich unterhielt mich ein bisschen mit dem älteren, der ziemlich interessiert schien.
      Der junge ging mir etwas auf die Nerven, weil er es sehr genau nahm und behauptete, in einem Fahrzeugbrief stünde das Leergewicht nicht. (Nachdem ich ihm erklärt habe, im Fahrzeugbrief meines anderen Mantas wäre das Gewicht angegeben und ihm dieses als Referenz nannte). Sind "moderne" Polizisten wirklich so schlecht ausgebildet, dass sie nicht wissen, dass so etwas früher im Brief angegeben war? Jedenfalls bekamen wir keinen Ärger wegen Überladung, durch die verdreckten Scheiben sah man die zahlreichen Teile im Innenraum des Mantas ohnehin kaum und "wegen ein paar Kilo" wollten die Herren es auch nicht so eng sehen.
      Also ging es endlich weiter und kurze Zeit später waren wir zurück auf Martins Bauernhof. Dort lösten wir die feste Bremse mit einem großen Schlegel und ich wusch den Wagen erstmal.

      Fortsetzung folgt!
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      1958er P1
      1959er P1
      1960er P1
      1964er Rekord A (Alltagsauto im Sommer)
      Manta A
      Manta B
      Audi 80 (Alltagsauto im Winter)
      Der P1 im Hintergrund ist übrigens der Schlachtwagen aus Straubing. Nachdem wir mit dem Manta zurück gekommen sind, hab ich noch schnell das Heck des P1 abgetrennt.
      Dann haben wir den Anhänger zu seinem Besitzer gebracht und wenig später kam dann Werner (Rostallergie) und hat den Rest der Rekord-Karosse geholt.

      Zurück zum Manta. Bei der Bestandsaufnahme hab ich ein paar sehr unschöne, allerdings auch nicht wirklich überraschende Dinge festgestellt.
      Die Karosserie ist eigentlich nicht mehr mit realistischem Aufwand zu retten und lässt den gelben Manta plötzlich solide wirken. Nachdem ich den Kofferraum aufgebrochen hatte (war angeblich seit ungefähr 20 Jahren nicht mehr offen) fand ich allerlei Schrott, einen rostigen Heizkörper, ein relativ gut erhaltenes Ersatzrad, durchgerostetes Bordwerkzeug (!!) und sehr wenig Blech. Beruflich schweiße ich auch die übelsten Subarus wieder zusammen, aber die durchgerostete Hutablage war schon ein beunruhigender Anblick. Der Kofferraumboden ist natürlich sowieso tot, der Übergang zum Heckblech so stark verrostet, dass sich dieses fast schon abreißen lässt.
      Naja. Unter den nassen Teppichen im Innenraum bot sich ein ähnliches Bild. Längsträger und Bodenbleche sind praktisch nur noch in Fragmenten vorhanden. Die Außenschweller dagegen sehen wirklich noch okay aus.
      Weiter mit der Front. Nachdem die Motorhaube entfernt/weggebröselt war, kamen relativ solide aussehende Motorstehwände zum Vorschein. Der Motor ist ein 2 Liter, vermutlich aus einem Manta B. Irre: das Ding dreht einwandfrei, unter dem Ventildeckel sieht es gut aus, Öl ist genug drin, selbst das Gestänge vom Vergaser ist gangbar. Ich wette, dass er anspringen wird. "Ran when parked" ;)
      Im Motorraum fand ich außerdem das Skelett einer Katze (?), welches ich umgehend entfernt habe.
      Ein paar erfreuliche Dinge waren die A-Säulen, die besser als erwartet sind und tragfähige Wagenheberaufnahmen.
      Was mich aber sehr nachdenklich stimmt, ist das großflächig durchgerostete Dach. Unter dem Vinyl stand wohl 20 Jahre lang das Wasser. Hinter der rechten hinteren Innenverkleidung kam dann zu allem Überfluss noch ein durchgefaultes inneres Seitenteil zum Vorschein. (Das äußere war nach einem Unfall schon mal ersetzt worden und bereits wieder durch, der Radkasten sowieso).

      Alles in allem ein Wagen, dessen Blechzustand eigentlich nach Schlachtung schreit. Jetzt stellt sich für mich natürlich die Frage, was ich damit machen soll. Der gelbe Manta mit gutem Dach steht immer noch in der Ecke.
      Andererseits wäre es eine echt coole Geschichte, den blauen nach Jahrzehnten des Verfalls zu retten. In Brenschelbach, wo er eine Ewigkeit in einer Einfahrt vor sich hin rostete, war er schon so etwas wie ein Denkmal gewesen. Und auf Facebook kamen hunderte Reaktionen zur Rettung des Rochen.
      Hm, was tun?
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      1958er P1
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      1964er Rekord A (Alltagsauto im Sommer)
      Manta A
      Manta B
      Audi 80 (Alltagsauto im Winter)
      Klarer Fall für mich: die rettbaren Blechteile des Blauen in den Gelben einschweißen, den dann blau lackieren und gut is.
      Du kannst es auch andersrum machen, wird aber - denke ich - drei mal so lange dauern
      Wer später bremst ist länger schnell...

      1963 Opel Rekord A 2TL auf E36 Chassis (im Aufbau)
      1977 Opel Kadett C 2TL (im Aufbau)
      hm. naja, du hast ja noch einige andere projekte... lohnt denn das wirklich? sind die dinger so rar und wertvoll dass sich nicht ein anderer finden lässt der sich vom aufbau lohnt?
      mir wär das zuviel akt. ich sehe ja schon was alles zu machen ist wenn man ein auto das 25 jahre stand, wieder auf die strasse bringen will und da nicht sonderlich viel zu schweissen war....
      gruss ;)
      Ihr habt natürlich recht. Der Zustand ist wirklich so übel, dass die Karosse eigentlich komplett neu gebaut werden müsste. Am klügsten ist es wohl, die gesamte Technik in den gelben Manta zu packen. Demnächst möchte ich den Motor zum Laufen bringen.
      Jetzt erstmal ein Video. (Eigentlich hauptsächlich für meine englischsprachigen Zuschauer bei YouTube, aber passt hier ja auch rein.) ;)
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      1964er Rekord A (Alltagsauto im Sommer)
      Manta A
      Manta B
      Audi 80 (Alltagsauto im Winter)
      Moin moin

      Finde ich endgeil das du das so angehst, ich hoffe du lässt dich nicht entmutigen :)

      ........Ich als gelernter Karosserie und Fahrzeugbauer,sehe es so .

      DAS WICHTIGSTE ist, die volle Tragfähigkeit der Karosse herzustellen,dazu musst du auf jeden Fall ein gutes Schweißgerät und Fertigkeiten haben,nicht das dir das wärend der Fahrt wegbricht und du dich / andere umbringst.

      An deiner Stelle würde ich ...

      1.Wie hier geschrieben, die beste Karosse raussuchen und aufarbeiten,angefangen mit den tragendes Teilen wie dem Tunnel,Steh und Schwellblechen.
      Dannach das Unterbodenblech.

      WICHTIG, bevor du wild raustrennst,alles gut mit querstreben versteifen nicht das dich nacher etwas verzieht und die Karosse krumm ist.

      Mein Motto seit ich mit Oldies zu tun habe : Der Weg ist das Ziel und mach es sofort anständig oder lass es bleben ;)

      liebe Grüße Dennis ;)
      Fahrzeuge
      Astra H Caravan schwarz 2009

      Kadett C Signalgrün 1979
      Commodore A coupé silber 1967
      WUNSCH = Rekord P1 2 türig ES MUSS Bj 1957 sein !

      Simson Schwalbe Rot/weiß 1985
      Kreidler Florett silber/beige1966
      DKW Hummel Standartblau 1957
      Muss etwas grinsen, Dennis...

      ..schau mal ein paar threads von Ben ("SaveOldCars") an. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er weiß was er macht...

      Viel Spaß beim Lesen!

      DT
      LK Osnabrück - where the rust never sleeps...

      Rekord A ,1700er 4 Gang, 2T Limo, EZ 05/63 Schweden
      Oh, na dann, doppelt gemoppelt hällt besser ;)
      Fahrzeuge
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      Es scheint ja jede Menge Repro Bleche zu geben, anders als bei Unseren P Modellen.
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      Gruß Ingo aus 71083 Herrenberg/Württemberg , Opel Rekord PII Limo L 4 Türig mit Faltdach.
      Kurzes Update:
      Der blaue Manta wurde nach vollständigem Entfernen aller zu rettenden Teile von seiner rostigen Existenz erlöst. Der Plan ist nun, die Teile in dem gelben Manta weiterleben zu lassen.
      1958er P1
      1959er P1
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      1964er Rekord A (Alltagsauto im Sommer)
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      Manta B
      Audi 80 (Alltagsauto im Winter)

      Dennis schrieb:

      echt schade drum,...


      Dennis, der Wagen stand wahrscheinlich länger ungeschützt im Freien, als es mich gibt. Mit undichten Scheiben und rissigem Vinyldach, mit der Folge, dass der Wagen vom Dach zum Bodenblech komplett durchgerostet ist. Achsaufnahmen, Längs- und Querträger, alles Blätterteig oder ganz weg. Beim Anheben auf der Bühne (Wagenheberaufnahmen und A-Säulen waren noch stabil) gingen die Türen kaum noch zu. Ich hätte die Karosse verschenkt, aber niemand wollte sie (aus nachvollziehbaren Gründen).
      Im Wagen war ein 2 Liter Motor, dem werde ich eine Chance in der gelben Karosse geben. Genauso wie Getriebe, Tank, Achsen, Beleuchtung, Kabelbaum, Felgen und viele weitere Teile sehr wahrscheinlich ein zweites Leben bekommen. Ich denke, die wenigsten wären 1000 km für ein Schlachtauto im Zustand "Titanic" gefahren, ich fühle mich daher nicht schuldig.
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      Ja klar, unrettbare Karossen bringen ja nichts, ich mein nur schade das wieder einer weniger auf der Straße sein wird :(

      Aber schön, das du dennoch Teile retten konntest und diese verwerten kannst :)

      Darauf dann maln Bier :)
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