RBZ selber honen

      RBZ selber honen

      Mal ne Frage . Kann ich einen gebrauchten ( hinteren ) RBZ selber hohnen ? Eine universal Hohnale gibt es für nich so teuer .
      Schonmal einer gemacht ? Oder mit feinem Schmirgelleinen durch ? Was meinen die Spezialisten ?

      Gruss
      Marcus
      Rücksichtsvolles Fahren ehrt den Opelfahrer !

      Ort : 42369 WUPPERTAL
      Fahrzeuge : Rekord P2 , Rekord B , Kadett C ...

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      Hallo,

      ich benutze immer 400er und 600er Schleifpapier. Gleichmäßig mit dem Finger im Zylinder bewegt, ergibt sich eine gute Oberfläche. Aber sie muß unbedingt korrekt beurteilt werden, ob sich Rostnarben gebildet haben, die die Abdichtung behindern könnten. Wenn man sich nicht absolut sicher ist, entweder von einem Kenner beurteilen lassen oder doch austauschen.

      Einsetzen der Komponenten im RBZ / HBZ immer mit Zylinderpaste.

      Hohnsysteme sparen Zeit gegenüber der Schleifpapiermethode.

      Grüße

      Tom
      Hallo Marcus,

      ich habe meine mit dem folgenden Hohnwerkzeug gehohnt ...
      ebay.de/itm/Honwerkzeug-Honger…zeuge&hash=item1c428ab56c
      für den Feinschliff, im Anschluss Scotch (gibt es als Meterware) um eine Rundholz gewickelt und mit einer Bohrmaschine die Zylinder nachgeschliffen.

      Gruß Günni
      Grüße von Günni aus Hagen :wink:

      Opel Rekord P2 4TL 1700ccm EZ 1962
      NSU Fox 125ccm BJ 1951
      NSU Fox 125ccm BJ 1952
      Demm Ping Pong 50ccm BJ 1976
      Wohnort: 58099 Hagen

      Moin Marcus

      So ein Hongerät wie Günni hat, habe ich auch.
      War damals (ohne Internet) noch erheblich teurer.
      Zum Preis von unter 13 EURONEN würde ich mir nix zurecht fummeln.
      Je nach Zustand der RBZ noch ein paar Steine mit groben Korn dazu bestellen.
      Das die 2-Arm Geräte bis zu einem Durchmesser für 63mm reichen bezweifle ich jedoch.
      Gruß Werner
      P1 mit Olymat & Faltschiebedach / P1 PickUp Rechtslenker aus Kreis Paderborn

      Honen von RBZ

      Moin,

      ich habe meine RBZ,s früher auch gehont. Mit dem obigen Werkzeug kann man auch zuviel Material abnehmen, besonders bei schlechter Schmierung. Wenn man nicht messen kann bleibt immer ein unsicheres Gefühl zurück. Zur Schmierung habe ich damals Bremsflüssigkeit und/oder Motoröl erwendet. Motoröl geht prima, dringt aber in die Gußporen ein. Anschließend besteht die Gefahr, das trotz Reinigung Ölrückstände im Materialgefüge bleiben, und die Dichtmanschetten zerstören. Am Besten andere Rbz,s verwenden oder ausbuchsen lassen.

      Gruß

      Michael
      Hallo an alle,

      der Vorbesitzer meines P1 Caravan hatte eine Box mit "Ersatzteilen" und Kleinteilen beigegeben, in der sich auch 2 gebrauchte hintere Radbremszylinder befanden.
      Ich hatte beim checken der Teile den Eindruck, dass zumindest einer noch brauchbar sein könnte. Diesen habe ich dann einmal grob aufgearbeitet mit Honsteinen Körnung 220 (Innenmaß war 27,01, jetzt 27,09 mm). Ein Feinschliff steht noch aus. Aber da in einen Bereich der Innenoberfläche noch eine leichte Porigkeit zuerkennen ist wollte ich vorher mal Eure Meinung hören. :search: Siehe Fotos.


      vorher / nachher


      feine Poren im unteren Bereich

      Ist das noch brauchbar oder Kernschrott?

      Vielen Dank für Eure Erfahrungswerte und Hinweise :danke1:

      Gruß aus dem schönen Werl
      Rudi
      ...sieht gut aus. Wenn die Rostnarben nur in einem Bereich sitzen, der von den Manschetten nicht überlaufen wird, ist das o.k. Viele Radzylinder haben aber ein langes Vorleben und ggf. auch schon "diverse" also viele Ausschliffe hinter sich, beachte dann den maximal zulässigen Durchmesser. Messung mit einer Schieblehre reicht. Leider ist es so, dass die Graugußzylinder immer wieder rosten, lange Standzeiten (wie bei uns üblich) begünstigen ein geringfügiges "Ausfallen" des immer in der Flüssigkeit gelösten Wassers, oft an den Kontaktstellen der Manschetten zum Zylinder (Grenzschicht). Darüber (und auch über die maßliche Qualität einiger Nachfertigungen) habe ich mich jahrelang geärgert. Bei verschiedenen Versuchsfahrten in Südafrika habe ich gesehen, wie man dort mit diesen Problemen umgeht: Verrostete Zylinder werden repariert.

      1) feingestrahlt
      2) fein ausgebohrt (gespindelt)
      3) eine Nirosta-Buchse (sehr dünnwandig) eingepreßt + mit Loctite verklebt
      4) nachgehont
      5) druckgeprüft
      6) galvanisch (außen) verzinkt + gelb passiviert

      Mit dieser Kenntnis habe ich bei der nächsten Versuchsreise Schrott-Zylinder mitgenommen, Vorderachse, Hinterachse und auch Hauptzylinder.....und aufarbeiten lassen, mit einwandfreiem Ergebnis.
      Auch Reduzierungen von 25,4 auf 26,99 sind so möglich. (Hinterachs-Bremszylinder ab / bis)

      Kein Rost mehr. Wenn gewünscht, kann ich ein paar Bilder einstellen.

      Dieses Verfahren ist bekannt unter dem Begriff: "Resleeving" und ist nicht nur in Afrika, sondern auch in den USA und Australien verbreitet, mit diesem Stichwort findet man einschlägige Betriebe.

      Gruß,

      Alfred. H.
      Hi,
      und danke für die ausführliche Antwort und die Adresse. Die beschriebene Restauration von Bremszylindern könnte unter den beschriebenen Bedingungen sehr Sinn machen.
      Allerdings habe ich eine Frage:
      Das Einpressen von "sehr dünnwandigen" Hülsen, kann nach meiner Erfahrung mit anderen Anwendungen auch dazu führen, dass die eingepresste Hülse unter Wärme nach innen ausweicht und eine "Welle" auf dem Innendurchmesser erzeugt. Ein Risiko bei Einkreissystemen?
      Gruß aus dem schönen Werl
      Rudi
      Ich finde die Frage ob die Buchse sich verdrehen und Bohrungen verschließen kann viel spannender. Beim Verkleben hätte ich Angst, das der Kleber die entstehende Wärme nicht verträgt. Ich kenne da noch eine Firma, der Name liegt mir auf der Zunge, die Kleben nicht, sondern verstiften die Buchse.

      Gruß

      Michael
      ...die Hülse hat eine Wandstärke von rund 0,65mm und ist aus Nirosta. Bei Betrachtung des Temperaturbereichs zwischen 20° und 180° C würde eine Differenzdehnung von ca. 0,022mm auftreten, weil die Ausdehnungszahlen von Niro zu GG ungefähr wie 16/12 verhalten (Durchmesser 27mm)
      Der Verbund ist aber nicht frei, sondern verpreßt, das heißt, die Buchse wird gestaucht / der Zylinder etwas gedehnt. Bei Annahme einer Restwanddicke des Zylinders von 4...5mm und einem Verhältnis der E-Moduln von ca. 2:1 für Edelstahl / Grauguß ist die Dehnung des Zylinders mit rund 1/4 und die Stauchung der Buchse mit rund 3/4 der Maßänderung beteiligt (insgesamt müssen die 0,022mm aufgenommen werden). Scheint mir erstmal nicht abwegig. Bei Innendruckbeaufschlagung entlastet die Buchse die Zylinderwand, der höhere E-Modul hilft.

      Ganz klar ist der Erfolg einer solchen Revision von einer akkuraten Arbeit abhängig !!!

      Deshalb würde ich das immer nur in einem Laden machen lassen, der das täglich ausführt und die entsprechende Erfahrung besitzt. Mir ist auch klar, dass das in Deutschland eher unüblich ist, in anderen Ländern ist das anders. Die Eingabe der Begriffe: "Brake Resleeving" bei Google fördert das schnell zu Tage, versucht das einfach mal.

      Viel Spaß weiter !

      Alfred. H.
      Hallo Horst,

      da wirst Du (vielleicht) recht haben - ich kenne die Teilepreise nicht - aber auch nicht die (sicher unterschiedlichen) Preise der Überholung. Da gebe ich Alfred recht, es ist hier nicht sonderlich populär - aber der nächste Teile-Engpaß kommt bestimmt.
      Ich hatte in den 90ern Probleme RBZ zu finden. Irgendwann gab es Repros, deren Befestigungen nicht gut passten, wieder Hampelei -also eine Überholung ist für mich persönlich fast immer eine Option.
      Gerade dann, wenn irgend ein Funktionsteil partout nicht auftauchen will, was u. U. noch "...vor zwei, drei Jahren null problemo" war.

      @Alfred. H. Sehr gut beschrieben - "ausbuchsen" mal professionell. Wenn ich das so mitnehme, rechnest Du also mit etwa 0,022-0,0025 mm Übermaß für die 27 mm "Niro" Buchse in GG/ GGG ?

      Bis dahin, es wartet ein bröckeliger 56er Abgaskrümmer auf mich,

      DT
      LK Osnabrück - where the rust never sleeps...

      Rekord A ,1700er 4 Gang, 2T Limo, EZ 05/63 Schweden