Vom Scheunenfund zum Edel-Oldtimer

      Die "Originalzustand-erhalten-Methode" ist was fürs Museum.


      Das sehe ich auch so.
      Unsere Autos, egal ob mein Opel Rekord oder Papas Ponton waren n Fall für die Schrottpresse, wobei bei meinem Rekord fraglich war ob das als Schrott gezählt hätte oder angesichts 6 blauen Müllsäcken Glasfasermatten die ich raus gerissen habe nicht eher Sondermüll.

      Wir haben unsere Autos restauriert um damit zu fahren, um sie wieder zu benutzen und das machen wir damit.
      Das wir die Karosserien Sandgestrahlt und EP Grundiert haben, liegt ja nicht daran das wir die mit nem Spiegel drunter ins Wohnzimmer stellen wollten, sondern dass wir die Autos auch bei Regen & Co guten Gewissens benutzen können, ohne dass sie nach wenigen Jahren wieder durchgerostet sind.

      Das wir Achsen, Lenkung, Elektrik, Motoren (ok, ich bei meinem Opel den Motor dummer Weise nicht) überholt haben, musste so sein damit die Autos wieder Verkehrssicher und Betriebssicher gescheit nutzbar sind.

      Und genau so ist es bei anderen Oldtimern auch, vor allem in der Liga wo viel Geld ausgegeben wird wie z.B. bei Mercedes Cabrios wollen die Leute damit auch mal fahren und nicht laufend daran herum schrauben lassen. Und natürlich soll das auch Nett aussehen, da bleibt nix als n vollrestauriertes Auto übrig.

      Der eine kauft es gleich und der andere lernt es auf die harte Tour, dann wird das Auto neu lackiert, neuer Chrom kommt dran, ne neue Innenausstattung rein und dann wird die Bremse überholt, hier was fürn Tüv repariert, dann kommt die Vorderachse die ausgeschlagen ist, dann merken sie sie sind der Kapitän der Landstraße, dann kommt das Lenkgetriebe dran, dann läuft aus der Hinterachse das Öl und wenn viel Geld versenkt wurde, dann fliegt der Motor und dann ist hier was an der Heizung was klemmt und da was an der Elektrik und am Ende haben sie mehr ausgegeben als wenn sie gleich n richtiges Auto gekauft hätten und die ganze Kohl in eine immernoch rostige Karosserie gesteckt... Also wenn es so weit ist, das man ein Auto komplett restaurieren muss, macht man es ganz oder hat ne ewige Baustelle... Da kommt dann eben der vielfach als "überrestauriert" dargestellte Zustand bei heraus. Das gibt sich aber wieder, in der Regel haben die Autos nach 20, 30 Jahren wieder ihre natürlichen Gebrauchsspuren :)
      Das ne Pagode so teuer ist, das liegt einfach an den hohen Restaurationskosten.
      Ich habe davon 5 Stück restauriert, wenn da am Ende 800 Arbeitsstunden bezahlt werden müssen, dann kommt da ne entsprechende Summe zusammen.
      Dazu kommen die Teilekosten, die notwendigen Ersatzteile sind etwas teurer als Opelteile, aber an den Autos sind auch 3x so viele Teile dran und der Anbaut vieler Teile ist auch erheblich aufwändiger als bei einem Opel. Das führt dazu, das eine Restauration von einer Pagode wenn man sie ordentlich und gescheit macht, immer einen 6 stelligen Betrag kostet. Es kann halt nicht jeder selbst und wer das machen lassen und bezahlen muss, der will es am Schluss auch entsprechend ordentlich haben. Ist bei den Summen doch wohl logisch...
      @Mark
      Alles nachvollziehbar! Kommt eben ganz wesentlich auf die persönlichen Rahmenbedingungen an, was der einzelne mit seinen Oldies machen kann. Richtig Zeit dafür hast du doch nur als ungebundener junger Spund und dann erst wieder als Rentner. Doch ein ständig gestresster, berufstätiger Familienvater mit heranwachsenden Kindern und pflegebedürftigen Großeltern uvm. hat kaum noch einen Nerv mehr für einen dauernd gefahrenen Oldtimer.

      Tschüß
      Klaus

      Alfred. H. schrieb:

      Es gibt m.E. sehr viele unterschiedliche Motive, sich einen alten Wagen zuzulegen, von Spaß am Basteln, über Spaß am Fahren,

      Wertanlage....bis zur Angeberei (Aufzählung ist unvollständig). Manche Fahrer sind technisch versiert, andere wollen und können mit dem

      Ding nur fahren. Manche stecken voll, die anderen haben begrenzte Mittel. Das ist so. Daran tragen die Autos aber keine Schuld.

      Bei technisch anspruchsvollen Fahrzeugen ist es (meine Sichtweise) keine schlechte Idee, sich ein voll durchrestauriertes Fahrzeug zu kaufen,

      anstelle eine Dauerbaustelle zu erwerben. Der Daimler gehört in diese Kategorie, aber auch z.B. ein Citroen DS hat technisch eine empfindliche Seele.

      Entweder, so eine Kiste wird einmal KOMPLETT instandgesetzt......oder man hat einen Dauersorgenfall am Hals, mit dem man nie glücklich wird

      und der Geld in großen Häppchen frißt. Egal wie: Es wird sehr teuer.

      Die technische Schlichtheit der alten Opels begrenzt diese Risiken ganz natürlich. Dennoch würde ich auch einen alten Opel (im Falle dass) 1 x richtig

      durchziehen, dann hat das Ergebnis länger Bestand. So, wie es z.B. Rüdiger @Koralle60 an seinem Spatz hier dokumentiert hat.

      Gruß,

      Alfred. H.

      Es gibt noch einen dritten Weg.
      Mit dem Oldie alt werden.
      Ich habe 1988 zum Preis eines neuen Mittelklasseautos einen 82 er Benz R 107 gekauft.
      Inzwischen sind wir beide zum Oldtimer gereift.
      So habe ich einen regelmäßig gewarteten Wagen, den ich gut kenne. Mit echter Patina, die
      mich nicht stört. Außer den üblichen Verschleissreparaturen sind über 200 000 km keine
      grösseren Schäden aufgetreten. Rost ist kein Thema nach 40 Jahren, eher schon die Alterung
      der Kunststoffteile, die man rechtzeitig ersetzen, muss vom Bremsschlauch über die Benzinleitungen
      bis zu den Kugelpfannen des Schaltgestänges.
      Wie Alfred sagt : Reinsetzen, Starten, Losfahren, Spaß haben….

      Nur : wie in einem Oldie komme ich mir in der Kiste nicht vor. Zu modern.
      Da macht mein 56 er Olympia mehr Spaß……


      Das waren früher immer die interessantesten Begegnungen im Straßenverkehr: Alte Leute mit Ersthand-Auto, denen gar nicht so recht bewußt war, wie sie zusammen mit ihrem gepflegten Auto zu Oldies gereift waren, weil die letzten 30-40 Jahre einfach so schnell vergingen! Oft hieß es dann "naja, aber wenn mir einer drauffährt, da bekomme ich halt nix mehr...."

      Mit etwas Geschick konnte da manch einer das tolle Schnäppchen machen.

      Tschüß
      Klaus

      Neu

      OpelDoc schrieb:

      , andere wollen und können mit dem Ding nur fahren.

      Moin
      Dazu gehöre ich. Ich wollte immer schon einen Oldtimer haben, nur um einen zu haben und damit rumgurken. Leider waren mir vor Jahrzehnten die Schnauferl einfach zu alt und technisch zu kompliziert. Dann bin ich vor einigen Jahren so rein zufällig auf den Rekord gestoßen worden. Ein Modell das ich noch auf den Strassen kannte. Für mich zwar immer noch kompliziert, aber man kennt ja mittlerweile so einige Leute hier im Forum die einem gut weiterhelfen. Manchmal ist es mir auch zu dumm wenn die nicht einmal etwas für ihre Hilfe haben möchten und ich mag dann auch ungern fragen. Besonders große Hilfe habe ich beim HK-56 und Daniel gefunden. Zwei weitere Forenmitglieder haben sich sogar schon einmal erbarmt und mir den Rekord am Rand einer Bundesstrasse zusammen geflickt.
      Bevor Du mit den Kopf durch die Wand rennst, überleg dir was du im Nebenzimmer willst. :hmm:




      Wilms Wohnort 48691 Vreden
      Wilms Fuhrpark
      P II Schnelllieferwagen 1700 Bj 60

      Olympia Rekord 1500 Bj 57
      Volvo B 10 M Knickgelenkbus
      VW Sharan
      Hyundai H1

      Neu

      Genau so war es Dirk.
      Fotos vom 24.06.2018 hier (3.Beitrag auf dieser Seite):

      Forumstreffen 2018 in Vreden
      Herzliche Alt-Opel-Grüße aus Offenbach am Main
      Ha-Jo

      Opel Rekord A LZ 1,5 l von März 1963, Familienbesitz

      nicht: was lange währt, wird endlich gut,
      sondern: was lange fährt, ist wirklich gut!

      Ein Opel ist nie gebraucht oder alt,
      sondern nur eingefahren.....