Überholung Diff Hinterachse

      Überholung Diff Hinterachse

      Servus Zusammen,

      nach längerer schöpferischer Reparatur-Sommerpause wollte Ich mal wieder ein Lebenszeichen geben :thumbup:
      Nach ein paar Ausfahrten im Sommer hält der überholte Motor weiterhin bestens :daumen1: ...einzig die Dichtung zwischen Ansaug-/Abgaskrümmer ist durchgebrannt (werd Ich demnächst tauschen)

      Wie in meinem letzen Beitrag beschrieben ("Motorüberholung Rekord 56" Motorüberholung Rekord ´56) hatte Ich noch die Probleme mit den lauten dröhnenden Geräuschen vom Heck her kommend.

      Meinen ursprünglichen Plan als erstes mit der Kardanwelle zu beginnen habe Ich dann aber verworfen, weil das Geräusch für mich dann irgendwie doch nicht dazu gepasst hat...

      Habe dann begonnen die Steckachsen links und rechts begonnen zu ziehen und siehe da ....Volltreffer, beide total fritte...(von außen war aber kein Spiel mit montiertem Rad fühlbar)
      Neue Steckachsen montiert und gleich probegefahren....Was für eine Verbesserung!!!:chor002:
      90% der Geräusche sind nun weg.

      Was bleibt ist ein pfeiffendes Geräusch (Omnibus-Geräusch) unter Last...sobald das Gas weggenommen wird ist das Geräusch auch sofort weg.
      Ich gehe davon aus das die Diff-Lager hierfür verantwortlich sind. Beim Tausch der Steckachsen waren in den Lagerschalen des Diffkorbs schon leichte Einwalzungen von Fremdkörpern zu sehen...in den Kegellagern vom Triebling wird es wohl ähnlich aussehen...

      Habe mir das ganze im Werkstatthandbuch mal zu Gemüte geführt und zu dem Entschluss gekommen, dass das ohne entsprechendes Spezialwerkzeug nicht machbar ist.

      Nun zu meiner Frage...Hat hier im Forum jemand entsprechendes Werkzeug und könnte es mir zur Verfügung stellen bzw. ausleihen (auch gerne gegen entsprechende Kaution)? :rolleyes:

      Wäre wirklich sehr dankbar darüber und gelobe behutsamst damit umzugehen...kann aber auch gut verstehen wenn jemand diese Raritäten nicht aus der Hand geben will.

      Grüße und bleibt gesund. :wink:
      Stephan
      Guten Tag Stephan,

      das Spezialwerkzeug ist weitgehend identisch mit dem Werkzeug für die 4-Zylinder CIH-Hinterachsen,

      der einzige Unterschied ist die Länge des Dorns, der auf das Kegelrad gestellt wird, wegen Höhenkontrolle.

      Das läßt sich aber einfach umrechnen.

      Vor langer Zeit habe ich mir den kompletten Werkzeugsatz nachbauen lassen, mit Ausnahme der Einstellringe

      für die Lager des Differentialkorbes. Dort habe ich mir Paßringe anfertigen lassen, die mit Schiebesitz auf den

      Lagerstummeln des Korbs sitzen. Wenn man das so macht, kann man direkt die notwendigen Passscheiben aufsetzen

      und so lange variieren, bis die seitliche Vorspannung es Korbes paßt und das Zahnspiel ebenfalls im Soll ist. Das

      ist wesentlich einfacher, als die Rechnerei mit Einstellringen, geht schneller und ist preiswerter.

      Die Anfertigung des Werkzeugsatzes war ziemlich teuer und wegen schlechter Erfahrungen mit der DHL (Diebstahl)

      versende ich solche Sachen nicht mehr. Wenn Du die Möglichkeit hast, die Teile EXAKT anfertigen zu lassen, gebe ich Dir

      aber gern die entsprechenden Zeichnungen. Im Wesentlichen sind das Drehteile, die auf Endmaß geschliffen werden müssen.

      Kann auch gern ein Foto einstellen.

      Tip: Die einfachste Möglichkeit ist, zu einer "alten" Opel-Werkstatt zu fahren und zu fragen, ob sie Dir die Reparatur

      ausführen können oder ggf. das Werkzeug leihen. So hab ich das damals gemacht und die Maße abgenommen.

      Die nächste Herausforderung sind die passenden Kegelrollenlager.....

      Gruß,

      Alfred. H.
      Mit den exakten Sonderwerkzeugbezeichnungen (wie z. b. SW-224) kann der Typreferent bei Rainer Wieler nachfragen, ob die AOIG dieses Werkzeug besitzt. Über die Verleihmodalitäten wird danach zu verhandeln sein.
      Der Senior-Typreferent für P-Rekord in der AltOpelInteressengemeinschaft *119
      YouTube Kanal: LauxTonbildschau(OPEL), Bremse P Rek, Überwachungs- und Abschmierdienst

      Hallo und guten Morgen,
      also bei meinen Achsen mit ca 100tsd Km Laufleistung habe ich festgestellt, dass das Achssystem nicht spielfrei ist. Das Bedeutet wenn ich die Eingangswelle zur Achse drehe immer etwas Spiel vorhanden ist bis sich ein Rad dreht. Im Roll- oder Schiebebetrieb ist bei mir ein ganz leichtes Tickern zu hören was verschwindet, sobald ich Gas gebe und die Kraft vom Motor kommt. Ich glaube dass die Achsen nur neu ganz ohne Geräusche laufen. Laut bzw Heulen oder knirschen sollten die aber nicht.
      Guten Morgen,

      @Mark, danke für den Tipp.
      Habe nicht vor Teller/Kegelrad zu tauschen, da die Teile noch gut ausgesehen haben. Angedacht war tatsächlich "nur" der Tausch aller 4 Lager. Deine Vorgehensweise setzt aber voraus das die neuen Lager exakt die gleichen Maße (Höhe Lager) haben müssen wie die alten. Bin mir nicht sicher ob ich die neuen Lager (evtl. Repro andere Marke etc.)mit den exakt gleichen Maßen bekomme - hier geht es ja um jedes Hundertstel. Oder gehst du hier dann so vor, dass du die Differenz zwischen den alten/neuen Lagern durch Zugabe/Abnahme der entsprechenden Scheiben ausgleichst?
      Falls ja, entfällt bei deiner Vorgehensweise dann auch das Messwerkzeug "Kegellager-Abstandslehre" zwischen Innerem/äußerm Kegellager am Kegelrad?

      Grüße

      Hinterachswerkzeug

      Guten Tag Stephan,

      Du hattest mich auf anderem Weg bereits angeschrieben, wegen Werkzeugfragen zur Diff. Überholung.

      Wahrscheinlich ist der Umfang auch für andere Kollegen interessant, deshalb hab ich mal ein Foto angefertigt,

      mit den Geräten, die man so braucht (meiner Ansicht nach).

      Die oberste Reihe zeigt das, von links:

      - Werkzeuge zum Heraustreiben der Außenringe aus dem HA-Gehäuse ( 2 Dorne und 2 "Teilscheiben", die "Teilscheiben werden
      hinter die Außenringe gesteckt, deshalb sind sie seitlich beschnitten.....)

      - Werkzeuge zum Einziehen der Außenringe in das HA-Gehäuse (geht mit einer Gewindestange oder auch unter einer Presse)

      - das Kunststoffteil ist ein Multi-Kulti Eindrücker für verschiedene Wellendichtringe, hier für die Dichtringe der Achswellen

      - oben: 3 Rohre zum Aufdrücken der Lager-Innenteile auf die Ritzelwelle und den Diff-Korb

      - darunter, ein Werkzeug zum Eindrücken des Dichtringes am Kardanflansch

      - rechts davon: Eine Spezialnuß zum Lösen der Schlitzmutter am Kardanwellenflansch

      - ganz rechts, ein Haltewerkzeug, es hält die Spezialnuß beim Festziehen am Platz und erlaubt gleichzeitig das Gegenhalten
      beim Einstellen des Reibmomentes

      Mittlere Reihe, die Einstellwerkzeuge:

      - links: 2 Einstellringe, sie sind exakt auf das Breitenmaß der Diff.-Korb-Lager geschliffen und haben Schiebesitz auf dem
      Lagersitz des Diff-Korbes. Das erlaubt das direkte Auflegen der Distanzscheiben und Einstellen von Vorspannung und Zahnspiel
      ohne lange Messerei oder Rechnerei...

      - dann der Kaliberdorn, die Hantel, die Meßbrücke + eine exakte Meßuhr

      - Torsiometer fehlt, hab ich selber nicht.....


      Unten:

      - ein Lagertrenner + Abzieher mit Schalen. So ein Ding brauchst Du, die Innenringe sitzen sehr fest.

      Und noch etwas brauchst Du: Die Stauchhülse, sie ist ganz unten im Bild. Das Ding wird beim Einstellen

      des Reibmomentes plastisch verformt und ist damit nur 1 x verwendbar.

      Das gibt einen kleinen Überblick, was so ungefähr auf Dich zu kommt, bzw. was Du Dir vor der Operation

      beschaffen, solltest.

      Tip (meine Meinung) besorge Dir für die Arbeit das angemessene Werkzeug. Improvisationen führen zu Murks.

      Gruß + viel Spaß bei der Sache !!!

      Alfred. H.

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      • DSC03881.JPG

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      Guten Abend Johannes,

      wenn Du nur die Steckachsen wechselst und deren Simmering ebenfalls, dann ist das ein Job

      außerhalb der ganzen Messerei.

      Zum Wechsel des Simmerings Kardanwelle / HA Gehäuse meint Opel:

      - Reibmoment mit dem verschlissenen Teil messen
      - neuen Simmering einbauen +gut einölen
      - Reibmoment wieder auf den gemessenen "Altwert" einstellen

      Das ist korrekt und nachvollziehbar.

      Sehr wahrscheinlich gibt es dazu auch andere Ansätze,....nach denen richte ich

      mich aber nicht.

      ruß,

      Alfred. H.

      Ebi schrieb:

      Guten Morgen,

      @Mark, danke für den Tipp.
      Habe nicht vor Teller/Kegelrad zu tauschen, da die Teile noch gut ausgesehen haben. Angedacht war tatsächlich "nur" der Tausch aller 4 Lager. Deine Vorgehensweise setzt aber voraus das die neuen Lager exakt die gleichen Maße (Höhe Lager) haben müssen wie die alten. Bin mir nicht sicher ob ich die neuen Lager (evtl. Repro andere Marke etc.)mit den exakt gleichen Maßen bekomme - hier geht es ja um jedes Hundertstel. Oder gehst du hier dann so vor, dass du die Differenz zwischen den alten/neuen Lagern durch Zugabe/Abnahme der entsprechenden Scheiben ausgleichst?
      Falls ja, entfällt bei deiner Vorgehensweise dann auch das Messwerkzeug "Kegellager-Abstandslehre" zwischen Innerem/äußerm Kegellager am Kegelrad?

      Grüße


      Die Lager sind in der Regel auf hundertstel Maßhaltig und können so getauscht werden.
      Den Kaliberdorn brauchst du nur, wenn du das Kegelrad erneuerst, denn dann musst du die Produktionsdifferenz des Achsgehäuses mit dem auf dem Kegelrad elektrisch eingraviertem Maß ausmessen und mit passender Unterlegscheibe im Achsgehäuse einstellen. Die Scheiben haben glaube ich ne relativ große Teilung von 0,1mm oder so, für die Arbeiten empfiehlt sich ein Werkstatthandbuch.

      Wenn du aber nur die Lager tauscht, dann packst du die alte Ausgleichsscheibe am Kegelrad wieder da hin wo sie war und fertig.
      Nur die Vorspannung der Schrägrollenlagerung vorne musst du dann mittels Newtontorsiometer (Bild vom Werkzeug welches ich auch benutzte wurde schon gepostet) neu einstellen. Ohne geht dass beim Erneuern der Lager garantiert in die Hose.

      Mehr "Spezialwerkzeuge" brauchst du dafür eigentlich nicht, wenn man halt Dinge wie Abzieher, Presstücke, passende Nuss, Hammer, Meißel, Flex, Herdplatte und ggfls. Hydraulikpresse nicht als Spezialwerkzeuge ansieht.

      Für den Wechsel der 3 Simmeringe brauchst du überhaupt kein Spezialwerkzeug. Von der von Alfred gemäß WHB angegebenen Maßnahme halte ich nichts, die Flanschmutter vorne kann man lösen und hinterher mit ca. 40-60NM wieder festziehen und fertig, dabei verändert sich die Vorspannung der Quetschhülse nicht, um die zu Quetschen (Verstellen) braucht man weit über 100NM und n Meter Rohr...
      ...es gibt sicher mehrere Möglichkeiten. Beim reinen Lagertausch stellt sich in aller Regel auch wieder annähernd

      die ab Werk eingestellte Position ein. Dennoch empfehle ich dringend eine Abschlußvermessung MIT den vorgesehenen

      Gerätschaften. Auch eine Eingangsvermessung ist nicht schlecht, um zu sehen, ob die Räder in einer abweichenden Position

      gelaufen sind und u.U. Schäden davon getragen haben.

      Hammer, Meißel und Flex habe ich bei HA - Reparaturen noch nicht benötigt. Und, ganz ehrlich:

      Ich bin froh, dass ich für fast alle Arbeiten am Auto das entsprechende Werkzeug + Wissen habe und es nicht in eine

      Werkstatt geben muß....

      Was sagte Friedrich: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden....

      Gruß,

      Alfred. H.