Dreharbeiten für den ZDF Film Ku'damm 63 in der Richard-Wagner-Straße

      Die Busse gehören den Berliner Verkehrsbetrieben BVG. "BVG" stammt noch aus Zeiten des geteilten Deutschlands: Die alte Abkürzung "BVB" wurde in Berlin (Ost) weiterverwendet, und mit "denen" wollte man sich natürlich, trotz gleichen Namens, in Berlin (West) nicht gemein machen.
      In Berlin gibt es eine Buslinie, die ausschließlich mit Oldtimerbussen gefahren wird, also auch mit den Büssing-Bussen aus dem Film. Selbst im Winter kommen die Oldies zum Einsatz, dann allerdings fast nur "neuere" aus den 80er Jahren. Die BVG hat auch noch Exemplare der bekannten Gaubschat-Busse. Gaubschat war ein renommierter Bus-Karossier, hatte aber auch dunkle Flecken auf seiner Geschichte: Man baute im Dritten Reich die als Rotkreuz-Wagen getarnten Transporter, in denen die dort eingesperrten Menschen durch eingeleitete Auspuffgase vergiftet wurden.
      Mit dem Buslenkrad winkt
      der Harry
      Ich finde, daß das gesamte Ambiente der Umgebung für die 2. Staffel in den 50er Jahren stehengeblieben ist. Der Sprung von 1959 nach 1963 kommt kaum optisch heraus. Auf das Straßenbild bezogen bedeutet das, daß viel mehr P2, Badewannentaunus, Kadett A und Rekord A zu sehen sein müßten. Aber es sind weitgehend dieselben Autos, die schon in der 59er Staffel auftraten. Von den fehlenden VW-Käfern mal ganz abgesehen. Auch Monika fährt 1963 noch immer dasselbe Isabella-Deutsch-Cabrio wie schon vier Jahre zuvor. Hätte sie sich nicht längst ein W 111-Cabrio leisten können?

      Tschüß
      Klaus

      altopelfreak schrieb:

      Ich finde, daß das gesamte Ambiente der Umgebung für die 2. Staffel in den 50er Jahren stehengeblieben ist. Der Sprung von 1959 nach 1963 kommt kaum optisch heraus. Auf das Straßenbild bezogen bedeutet das, daß viel mehr P2, Badewannentaunus, Kadett A und Rekord A zu sehen sein müßten. Aber es sind weitgehend dieselben Autos, die schon in der 59er Staffel auftraten. Von den fehlenden VW-Käfern mal ganz abgesehen. Auch Monika fährt 1963 noch immer dasselbe Isabella-Deutsch-Cabrio wie schon vier Jahre zuvor. Hätte sie sich nicht längst ein W 111-Cabrio leisten können?

      Tschüß
      Klaus

      Man hat halt damals noch auf das Auto aufgepasst und eher länger gefahren, als Heute. Find ich, unser Käfer blieb lange noch erhalten.
      Gruß Ingo aus 71083 Herrenberg/Württemberg , Opel Rekord PII Limo L 4 Türig mit Faltdach.
      In der Regel fuhr und fährt der Durchschnittsmensch sein Auto 5 bis 10 Jahre, dann werden sie verkauft, ich vermisse gammelige ältere Modelle, die das Strassenbild realistischer erscheinen lässt.
      Der Zeitsprung sind nur 4 Jahre.
      Schließlich hat mein Vater auch mit nem Gebrauchtwagen angefangen, der hatte Rost und Beulen und andersfarbige Türen.
      Es waren doch nicht tagtäglich super blank geputzte Autos unterwegs oder?
      Es wirkt schon alles sehr gestellt dadurch.
      Realistischer sind da die Folgen von "Hamburg Transit" oder "Polizeifunk ruft".
      Opel Rekord A Olympia 1964
      VW Scirocco II 53B GT 1987
      Rover 75 Tourer CDTI Celeste 2003
      Auf dem Höhepunkt des Wirtschaftswunders blieb damals kaum ein Auto länger als drei jahre beim ersten Besitzer. Das war seltsamerweise auch bei Leuten so, die normalerweise nichts von einer Wegwerfmentalität hielten. Man rechtfertigte das dann immer gern mit dem Argument, dann bekomme ich auch noch mehr für den alten, wenn ich ihn möglichst bald wieder verkaufe. Auch Fortschritts- und Sicherheitsdenken spielte eine Rolle: Eingefleischte Käfer-Fahrer z.B. wollten plötzlich einen mit Blinkern usw., obwohl der alte noch keine 15 tsd runter hatte.

      Gerade zwischen 1959 und 1963 hatte sich das Straßenbild radikal verändert. Alle sonstigen Autos mit extra-Kotflügeln wie Oympia-51 oder Renault 4CV uv.m. waren nach 1961 schlagartig aus dem Straßenbild verschwunden. Und das kommt in dem Film leider zu kurz. Weinigsten taucht Onkel Fritz am Schluß mit einem P2 auf, wenn auch in aqumarin nicht mehr ganz taufrisch.

      Tschüß
      Klaus
      @'joerg.linde' : Na ja, "Polizeifunk ruft" und "Hamburg Transit" spielten ja auch in der Zeit, in der gedreht wurde. Da musste nichts nachgestellt werden. Heute ist es nunmal so, dass die Fahrzeuge, die überlebt haben, irgendwann mal gemacht worden sein müssen. Ungeschweißte Originale mit Patina sind extrem selten. Wenn heute z.B. Szenen aus dem 2. Weltkrieg oder gar Schlachtfeldszenen gedreht werden, haben die Requisiteure und Techniker richtig Arbeit, um die restaurierten Autos, Lkw und Motorräder auf gebraucht, verbeult, verschrammt und geschunden zu schminken. Und da ist es wegen der militärischen Matt-Lackierung noch vergleichsweise einfach.
      @altopelfreak : Kleine Korrektur: Das Borgward Isabella Cabriolet hat in den älteren Folgen nicht Monika, sondern Eva gefahren - nachdem sie gegen den Willen ihres Ehemanns den Füherschein gemacht hatte.
      Mit Carl F.W.s Zigarre winkt
      der Harry

      Big Harry schrieb:

      Das Borgward Isabella Cabriolet hat in den älteren Folgen nicht Monika, sondern Eva gefahren


      Also das stimmt nicht! Eva fuhr normalerweise mit dem MB-Heckflosse. Ich hatte mit vor drei Jahren extra Filmszenen ausgeschnitten, wie "Monika" mit der Isabella fährt, weil ich die Schauspielerin ausgesprochen goldig finde. Aber etwas anderes ist mir aufgefallen: In der einen Szene, wo sie zur Versammlung in der Firma fährt, hat die Isabella eine massiven Heckschaden, ohne daß in der Handlung ein entsprechender Unfall vorkommt. Das muß dann wohl unbeabsichtigt bei den Dreharbeiten entstanden sein.

      Tschüß
      Klaus

      Ingo schrieb:

      altopelfreak schrieb:

      Ich finde, daß das gesamte Ambiente der Umgebung für die 2. Staffel in den 50er Jahren stehengeblieben ist. Der Sprung von 1959 nach 1963 kommt kaum optisch heraus. Auf das Straßenbild bezogen bedeutet das, daß viel mehr P2, Badewannentaunus, Kadett A und Rekord A zu sehen sein müßten. Aber es sind weitgehend dieselben Autos, die schon in der 59er Staffel auftraten. Von den fehlenden VW-Käfern mal ganz abgesehen. Auch Monika fährt 1963 noch immer dasselbe Isabella-Deutsch-Cabrio wie schon vier Jahre zuvor. Hätte sie sich nicht längst ein W 111-Cabrio leisten können?

      Tschüß
      Klaus

      Man hat halt damals noch auf das Auto aufgepasst und eher länger gefahren, als Heute. Find ich, unser Käfer blieb lange noch erhalten.


      Na, ich weiß nicht. Bei meinem Opa ging es nach dem Krieg bis 1971 Schlag auf Schlag: Vorkriegs-DKW, Käfer, Mercedes Ponton, Mercedes Heckflosse, Mercedes /8. Bein meinem Vater ab etwa 1965 ähnlich schnell: VW Käfer, Ford 20m, 26m, Consul, Opel Rekord D, Opel Rekord D, Mercedes W123...

      Das Zeug hat doch damals bei normaler Pflege und reger Benutzung schon blechmäßig gar nicht so lange gehalten. Der /8 vom Opa, das war der erste Wagen, den er länger hatte, war nach 10 Jahren ein Fall für eine Komplettsanierung und das als (scheckheft-)gepflegtes Garagenfahrzeug.

      Im Endeffekt ist es so, dass man, wenn man es sich leisten konnte, spätestens nach 5 Jahren ein neues Auto kaufte (im Prinzip ist es doch auch heute noch so ähnlich). Der Zeitgeist und die Mode galoppierten damals. Heute sieht ein Auto auch nach über 20 Jahren noch nicht wirklich veraltet aus, ein Olympia oder ein Kapitän von 1951 war zehn Jahre später optisch ein echter Oldie. Bei VW waren es Form und Größe der Heckscheibe, die einen als Altwagenfahrer abstempeln konnte oder Details, wie eben Winker statt Blinker oder die Rückleuchten (Größe) und die Scheinwerfer (liegend/stehend).
      Gruß Jochen

      Wohnort : Ostallgäu
      Fahrzeug: 1955 Oldsmobile Super 88 Coupé


      Genau so habe ich das auch in Erinnerung. Hinzu kommt, daß die Autos damals auch härter rangenommen wurden, da in den meisten Haushalten nur ein einziger PKW zur Verfügung stand. Die Woche über fuhr Vater damit täglich zur Arbeit, am Wochenende ausgedehnte Familienausflüge und mindestens 2 x im Jahr die Urlaubsreise an die Ostsee und die Adria, vollbepackt über den Großglockner! Und das alles mit ein- und demlelben Auto, denn Zweitwagen für Mutti galt schon als absoluter Luxus. Heute kennt das Wort "Zweitwagen" schon keiner mehr, da mehrere Autos pro Famile selbstverständlich und sich die Fahrleistung entsprechend verteilt.

      Und heute? Heute stehen die meisten Autos nur noch am Straßenrand, um die am dichtestem am Hauseingang liegenden Parkplätze zu belegen, damit der Nachbar einen Schritt weiter laufen muß, wenn er sein Vehikel ausnahmsweise mal bewegt hat!

      bavaria-blue schrieb:

      Bei VW waren es Form und Größe der Heckscheibe, die einen als Altwagenfahrer abstempeln konnte oder Details, wie eben Winker statt Blinker oder die Rückleuchten (Größe) und die Scheinwerfer (liegend/stehend).

      Deshalb gab es ja auch die Joch-Fenster, mit denen man einen Brezel zum Ovali und einen Ovali zum Sekuritscheiben-Käfer - oder auch einen T1 Kasten zum Fensterbus - umrüsten konnte. Auch die Rückleuchten wurden beim Käfer munter getauscht, Blinker der späteren Modelle auf die Kotflügel genagelt, Lenkräder gewechselt uvm.
      Mit der (Hefe-) Brezel winkt
      der Harry

      Außerdem haben die damaligen, häufigen Modellwechsel in kurzen Zeiträumen den Kauf von anderen, neueren
      Fahrzeugen forciert, da niemand gerne mit einem erkennbar überholten "alten" Modell unterwegs
      sein wollte, insbesondere wenn der Nachbar schon wieder das neuste Modell fuhr.
      Beim Olympia Rekord 53/54, 55, 56, 57 sahen die Neuwagen spätestens nach einem Jahr "alt" aus.
      Aber auch der P1 mit etwa 3, der P2 mit 2,5, der Rekord A
      mit etwa 2,5 Jahren und der Rekord B mit einem Jahr Bauzeit wurden im Verhältnis zu heute jeweils nur
      kurze Zeit gebaut.
      Für den VW Käfer wurden sogar Umbausätze angeboten, damit man in den Brezelkäfer in ein Heckfenster
      des Ovalikäfer einbauen konnte, um das eigene Fahrzeug optisch dem neuen Modell anpassen zu können.
      Heute werden solche Fahrzeuge, wenn möglich, zurückgerüstet.
      Dies gilt auch bezüglich der Heckleuchten, die oft den neusten Modellen angepasst wurden.

      Leute, Leute, -eben habe ich es gesehen- ich schreib einfach zu langsam und bin von Harry und Klaus teilweise überholt worden.
      Herzliche Alt-Opel-Grüße aus Offenbach am Main
      Ha-Jo

      Opel Rekord A LZ 1,5 l von März 1963, Familienbesitz

      nicht: was lange währt, wird endlich gut,
      sondern: was lange fährt, ist wirklich gut!
      Opel: Feine Marke


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      @'altopelfreak' : Es mag sein, dass Monika mal die Isabella in den vergangenen Folgen gefahren hat. Es war Evas Auto. Mehrfach zu sehen, auch kurz nach ihrer bestandenen Führerscheinprüfung. Da Eva die ältere war, hatte sie auch vor Monika den Führerschein. In einer Szene sind alle drei Schöllack-Schwestern bei einer Ausfahrt im Isabella-Cabriolet zu sehen. Mit Eva am Steuer, und Monika noch nicht 18 Jahre alt. Eva fuhr die Heckflosse nicht - die war das Auto von Monikas Ehemann Joachim, ein 220 SE mit modernen Sicherheitsgurten und Kopfstützen hinten, aber nicht vorn.
      Als echter Fan der Schauspielerin Sonja Gerhardt darf man das aber alles etwas verklärter sehen.
      :thumbsup:
      Mit dem verchromten Isabella-Schalthebel winkt
      der Harry
      P.S.: Klaus, nicht ärgern! Ist nicht persönlich gemeint.