2-Kreis-Bremse Rekord A Bremsflüssigkeit verschwindet.

      2-Kreis-Bremse Rekord A Bremsflüssigkeit verschwindet.

      Hallo zusammen,

      die erste Ausfahrt 2021 ist gestern leider ins Wasser gefallen. Als ich los wollte, hatte das Auto keinen Bremsdruck. Es handelt sich um die 2-Kreis-Bremsanlage mit externen Bremskraftverstärker und vorderen Scheibenbremsen des Rekord A.

      Der Bremsflüssigkeitsbehälter des vorderen Bremskreises war komplett leer. Nach Durchsicht des kompletten Bremssystems konnte ich keine Undichtigkeiten feststellen, alles furztrocken. Ich habe auch die Bremsklötze an den Bremssätteln herausgenommen. Auch hier alles trocken. Die Bremsanlage ist übrigens vor ca 10.000 km überholt worden. Das liegt zwar auch schon ein paar Jahre zurück, aber die Komponenten wie Scheiben, Trommeln, Zylinder, Beläge usw sind in einem sehr guten Zustand.

      Der Wagen wurde ca 4 Monate nicht bewegt. Als ich ihn abgestellt habe, war alles ok.

      Wohin könnte sich die nicht unerhebliche Menge an Bremsflüssigkeit verdünnisiert haben?
      Kann es sein, daß die im BKV gelandet ist? Allerdings steigt die Bremsleitung vom HBZ zum BKV ja an. Wie sollte da im Ruhezustand die Bremsflüssigkeit fließen?
      Außerdem hatte ich auch keine Bremswirkung an der Hinterrad-Bremse. Das sollte doch beim 2-Kreis-System eigentlich der Fall sein, wenn nur ein Kreis ausfällt.
      Das ist sehr merkwürdig. Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich oder gar die Erklärung.

      Weil ich die Bremsklötze vorne rausgenommen habe, möchte ich die gleich erneuern. Evtl hat einer der Teile-Jäger-und-Sammler hier welche zu verkaufen …

      Beste Grüße
      ein frustrierter Christian
      Die ist mit hoher Wahrscheinlichkeit im BKV gelandet. Das soll eine bekannte Schwachstelle von diesem ATE T 50 sein, daß der im Falle eines Defekts blitzscnell die gesamte Bremsfüssigkeit schluckt.

      Derjenige, der meinen BKV überholt hat, lieferte mir aus diesem Grund einen eigens konstruierten Kontrollschalter für den Behälterdeckel mit, der zu niedrigen Stand an eine Kontrolleuchte an der Armaturentafel mitteilen soll. Wenn ich den nicht einbaue, sagte er, sei ich "nicht mehr sein Freund.."

      Tschüß
      Klaus
      Hallo Christian,

      bei den Autodoctoren habe ich gelernt, dass eine Zweikreisbremsanlage Diagolnal auf die Räder wirkt. Hinten links, mit vorne rechts und hintern rechts mit vorne links. War
      mir bis dahin auch neu. (Musste mich bisher auch nicht damit beschäftigen) Ob das früher auch schon so war weiß ich nicht.

      Da musste man mal schauen wie die Bremsleitungen verlegt sind.
      Grüße von Günni aus Hagen :wink:

      Opel Rekord P2 4TL 1700ccm EZ 1962
      NSU Fox 125ccm BJ 1951
      NSU Fox 125ccm BJ 1952
      Demm Ping Pong 50ccm BJ 1976
      Rapido Confort Matic BJ 1982
      Wohnort: 58099 Hagen

      Meines Wissens ist ab Kadett D 09/79 die Aufteilung vorne links und hinten rechts und anderst rum gewesen, Kadett C Asc B, Rek E hatte noch vorne und hinten.
      Das hinten am HBZ die Sekundärmanschette undicht ist, ist auch eine Möglichkeit, beim stehen fällt der Vordruck im HBZ langsam ab und die brühe füllt dann den Fußraum.
      Eigene Erfahrung.
      Gruß Ingo aus 71083 Herrenberg/Württemberg , Opel Rekord PII Limo L 4 Türig mit Faltdach.
      Hey Chris,

      Ist vielleicht eine blöde Frage - aber hast du vielleicht die Leitungen v + h am HBZ vertauscht? So dass der leere Behälter direkt in Verbindung mit deiner nicht funktionierenden HA-Bremse stehen könnte?

      Mach doch mal die Trommeln ab, ist ja gleich passiert. Sollte da was nass sein hast du beide Problemstellen auf einmal gefunden ;)
      Wer später bremst ist länger schnell...

      1963 Opel Rekord A 2TL auf E36 Chassis (im Aufbau)
      1964 Opel Rekord A 1700 aus Antwerpener Produktion
      Wahrscheinlich ist der Pedalweg zu lang, um im Falle eines leeren vorderen Bremskreises beim ersten Tritt Wirkung auf die Hinterradbremsen zu erzielen. Da wäre Pumpen erforderlich. Doch abgesehen davon ist die hintere Wirkung ohnehin viel zu gering, um in einem solchen Falle noch eine erfolgreiche Notbremsung hinzulegen. Das damalige Zweikreisystem (ohne Diagonal) hilft in der Praxis allenfalls bei leergelaufenem hinterem Bremskreis, kaum aber umgekehrt.

      Ich würde jetzt als erstes den BKV prüfen!

      Tschüß
      Klaus

      Schnittbild BKV / kommunizierende Gefäße

      Hallo Christian,

      wie schon vorher genannt, ist der Flüssigkeitsverlust mit großer Wahrscheinlichkeit

      durch eine Mini-Leckage in der Abdichtung des BKV eingetreten.

      Sieh mal die Schnittzeichnung im Anhang.

      Die Druckstange des Servokolbens muß zum Hydraulikkreis gedichtet werden, das ist wahrscheinlich

      die Schwachstelle.

      Eine Eigenart von "Manschettendichtungen" ist, dass sie unter Druckbeaufschlagung "satter" anliegen (dichten),

      als bei Nulldruck. Bei Nulldruck sind sie auf ihre interne Vorspannung angewiesen ! Die läßt nach langen Jahren nach.


      Sieh bitte mal meine Handskizze: Kommunizierende Röhren. Nach dem Prinzip wurde früher hier und da

      mal Benzin abgezapft.

      Bei fallender Leitung ist das trivial.

      Bei steigender Leitung funktioniert das auch, wenn die Leitung vollständig gefüllt ist, das ist bei Deiner Bremse

      so. Wenn nun das Leckniveau unterhalb des Niveaus des Vorratsbehälters liegt, fließt Flüssigkeit durch die

      Leitung zum Leck, solange, bis Niveauausgleich erreicht, oder der Behälter leergelaufen ist.

      Der "Fließdruck" liegt nahe NULL, er ist aber wirksam und weil die Höhenunterschiede gering sind, (kein Anlegen der Manschette),

      werden sich über einen langen Zeitraum kleine Tropfen für Tropfen auf den Weg machen....und sich

      im BKV ein neues Zuhause einrichten.

      Ist aus meiner Sicht die Erklärung Deines Problems.

      Gruß,

      Alfred. H.
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      Danke erstmal für die Antworten und die guten Hinweise.

      Ich hab's mir schon gedacht, daß der BKV hier der Übeltäter ist. Wo sollte die Bremsflüssigkeit sonst geblieben sein.

      pat... schrieb:

      Ist vielleicht eine blöde Frage - aber hast du vielleicht die Leitungen v + h am HBZ vertauscht? So dass der leere Behälter direkt in Verbindung mit deiner nicht funktionierenden HA-Bremse stehen könnte?


      Hallo Pat, es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten. ;) Ja, das hatte ich schon gecheckt. Alles richtig verknotet.

      Vermutlich ist es wirklich so, wie Klaus schrieb:

      altopelfreak schrieb:

      Wahrscheinlich ist der Pedalweg zu lang, um im Falle eines leeren vorderen Bremskreises beim ersten Tritt Wirkung auf die Hinterradbremsen zu erzielen. Da wäre Pumpen erforderlich. Doch abgesehen davon ist die hintere Wirkung ohnehin viel zu gering, um in einem solchen Falle noch eine erfolgreiche Notbremsung hinzulegen. Das damalige Zweikreisystem (ohne Diagonal) hilft in der Praxis allenfalls bei leergelaufenem hinterem Bremskreis, kaum aber umgekehrt.


      Weil ja so ein BKV nicht mal eben ersetzbar, bzw. überholt ist, hatte ich mir folgendes überlegt: Ich trenne den BKV ab und schließe die Bremsleitung vom HBZ direkt an den Verteiler für die Vorderradbremsen an. Was haltet ihr davon?

      Und dann gleich die ultimative Frage: Gibt es hier jemanden, der den BKV überholen kann, oder jemanden vermitteln kann? Natürlich nicht umsonst, sondern gegen den Tausch von bunt bedrucktem Spezialpapier.

      Grüße
      Christian

      Bubru schrieb:

      Ich trenne den BKV ab und schließe die Bremsleitung vom HBZ direkt an den Verteiler für die Vorderradbremsen an. Was haltet ihr davon?


      Wenn es ein 4-Zylinder ist, kann man das so machen, aber du musst natürlich entsprechend kräftiger drauftreten. Sollte das zur Dauerlösung werden, würde ich den HBZ gegen den für Scheibenbremsen ohne BKV austauschen, welcher Kolben unterschiedlichen Durchmessers hat.

      Man kann den BKV T50 bei ATE überholen lassen, was aber um die 1000,- (?) kostet. In der AOIG kam eine offizielle Überholungsaktion, soweit ich mich erinnere, nicht zustande, da viele aus Kostengründen sich für den dauerhaft abgeklemmten oder ausgebauten BKV entschieden haben.

      Tschüß
      Klaus

      altopelfreak schrieb:

      Sollte das zur Dauerlösung werden, würde ich den HBZ gegen den für Scheibenbremsen ohne BKV austauschen, welcher Kolben unterschiedlichen Durchmessers hat.


      Der eingebaute HBZ ist ja ein Stufenzylinder mit 2 unterschiedlich großen Kolben. Eine Dauerlösung soll das nicht werden.

      Ich hoffe noch auf jemanden, der mich bei der Überholung des BKV unterstützt. Ein Tausch überholt gegen alt mit Ausgleich wäre natürlich auch schön, aber wohl hoffnungslos?!

      Danke für den Zuspruch. Dann werde ich den BKV jetzt erstmal umgehen.

      Wie sieht es mit einem Satz Bremsklötze aus? Hat da jemand noch etwas liegen?

      Grüße
      Christian
      Wegen einer möglichen Überholungsaktion innerhalb der AOIG würde ich mal den Hessebub Stephan @rekord59 fragen, denn der müßte als Typreferent Rekord A - B mehr dazu sagen können.

      Das Problem wird sein, daß bisher nicht genug Interessenten zusammenkamen, da der BKV nur für die 6-Zylinder-Fahrer eine zwingende Notwendigkeit darstellt und die sind nicht so zahlreich oder haben schon bei Zeiten ihre Reserve angelegt.

      Tschüß
      Klaus
      @Interessante Reparturanleitung! Wo findet man so etwas?
      Aber selbst wer sich das zutraut, benötigt ja auch die erforderlichen Teile und die kosten bestimmt auch ihren Teil.

      Womit wir wieder bei der Kostenfrage wären. Aber heutzutage gilt ja bei vielen Automarken "Geiz ist geil". Insofern ist der Verweis auf Mercedes-Fahrer vielleicht nicht unbedingt repräsentativ.

      Alfred. H. schrieb:

      ja. Messe mal bitte die äußeren Abmaße und die Dicke (Belag + Rückenplatte).


      Die Belagdicke ist 9,4 mm (bei minimaler Abnutzung); Breite 61,0; Höhe 43,5 (maximal über den Bogen gemessen)
      Die Rückplatte Dicke ist 5mm; Breite ist 61,4; Höhe ist 49,0 gesamt (mit Laschen) 56,4.
      Die Gesamtdicke ist 14,4 mm (bei minimaler Abnutzung)

      Gruß
      Christian