Getriebelagerung P1 / P2, Versuche

      Kennungsvergleich Opel / Daimler - Getriebelager

      Neu

      ...und weiter geht´s,

      in der vergangenen Woche haben wir zwei Dinge geklärt:

      - wenn man die Lagerbrücke wie skizziert ändert (Bügel unten)
      kann man das Daimler-Lager noch von oben einbauen, es muß etwas
      nachgearbeitet und gehebelt werden, geht gerade so..

      - die Kennungen mal gemessen, für das Opel-Lager ergeben sich in
      Hochrichtung ca. 117 N/mm, das Daimler-Teil ist nur halb so steif, ca. 59 N/mm

      Siehe anhängenden Scan. Blau = Daimler, rot = Opel.

      Bei gleicher Vorlast (Gewicht des Getriebes + anteilige Masse des Motors) wird das

      Daimler-Lager etwas weiter einsinken, als das Opel-Teil, das ist statisch und kann

      über die Höhe vorgehalten werden (eher günstig, weil das Lager höher ist).

      Einen merkbaren Vorteil erwarten wir aus dem dynamischen Verhalten, weil zu

      erwarten steht, dass die Verhärtung bei kleinen Anregungen (im Bereich der Tonfrequenzen)

      wesentlich kleiner wird.

      Man wird sehen.

      Gruß + bleibt gesund,

      Alfred. H.

      Dateien

      Neu

      Hallo Alfred,

      ich habe Deinen Beitrag wieder einmal mit Interesse gelesen und versuche das zu verstehen. Für mich stehen da gerade ein paar Fragezeichen:
      wenn das Daimler-Lager nur halb so steif ist als das Opel-Lager, werden dann nicht
      a. die Motorlager ungünstig beansprucht?
      b. sind die Daimler-Lager im Opel eher im Bereich der Belastungsgrenze?
      c. wird das Lager event. Stöße härter aufnehmen, weil das Gummi auf Block geht?

      Gruß aus Werl
      Rudi
      =÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷=÷
      Man kann einen Oldtimer nicht wie ein menschliches Wesen behandeln. Ein Oldtimer braucht Zuwendung!
      ÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷÷

      Opel Olympia P1 CarAvan, EZ 06.1960, Koralle/Alabastergrau, 1,7l
      Opel Olympia P1 "nackter Spatz", EZ 18.06.1959, Birkengrau,

      Neu

      Guten Abend Rüdiger,

      die Lagerung des Motors (vorn links und rechts) muß das Gewicht des Motors tragen, und die

      Reaktionsmomente aus der Kardanwelle aufnehmen, also Motormoment x Getriebeübersetzung

      plus dynamische Faktoren, Beispiel: Motor wird auf Drehzahl gebracht + dann harsch eingekuppelt,

      nennt man "Kavalierstart". Das übertragbare Moment ist dann so hoch, wie die Reifen / Fahrbahn es zulassen.

      Das ist zwar eine Überbeanspruchung, die Teile müssen das aber ertragen können. Das Getriebelager hinten

      hat es leicht, es soll in erster Linie nur die statische Last (Gewicht des Getriebes + anteilige Motormasse) tragen.

      Weil es mittig angeordnet ist, wird es vom Antriebsmoment nicht belastet. Bei Beschleunigung will das Aggregat

      natürlich nach hinten kippen, die Kräfte daraus sind gering, weil die Abstützbasis (Abstand vordere Lager zum Getriebelager)

      "groß" ist und die Beschleunigung sich sehr in Grenzen hält. Das sind "quasistatische Vorgänge". Von Interesse ist das dynamische

      Verhalten, die Kardanwelle übt ihrerseits wechselnde Querkräfte auf das Aggregat aus (auch bei idealer Auswuchtung, die

      Querkräfte entstehen aus dem Beugewinkel), die zu kleinen Bewegungen des Aggregates in der Lagerung führen.

      Analog der Kennung teilt das Lager dann diese Kräfte der Karosserie mit. Weiche Kennung > wenig Krafteinleitung.

      Die Anbindungsstelle für die Getriebelagerung (Mitte Fahrzeug, Kardantunnel) ist akustisch sehr heikel. Darum haben

      die Rüsselsheimer das ab Rekord A unterlassen und sind mit einem zusätzlich gummigelagerten Querträger näher

      an die Längsträger gerückt. Das geht beim P ohne Generalumbau nicht.

      Der einzige Weg, hier etwas Entspannung zu erreichen, ist ein weicheres Lager, darum will ich das versuchen.

      Beispiel Opel: Die Kadetten B + C haben auch eine mittige Lagerung am Tunnel (erstmal nachteilig), Opel hat das aber

      mit einem außerordentlich weichen Lager kompensiert, im Arbeitsbereich ist es sehr weich, hohe Beanspruchungen werden

      durch speziell gestaltete Anschläge aufgenommen.

      ...langer Text...

      Gruß + bleibt gesund !!!

      Alfred. H.