Bergung eines Rekord A Caravan

      Heute hab ich Motor (fest) und Getriebe (gebrochen) ausgebaut.

      Vier Fragen stellen sich mir jetzt:

      1. Hat jemand eine Idee, was mit der Kurbelwelle passiert ist?

      2. An den Kolben liegt es übrigens nicht, dass der Motor sich nicht dreht. Nockenwelle eventuell festgerostet?

      3. Wie ist das Getriebe zu Tode gekommen?
      Das hintere Stück ist zerbrochen, die Welle "abgedreht"? Die Kardanwelle hat dann noch den Getriebetunnel kreativ umgeformt. (Letztes Foto)

      4. Was ist das Ding auf Bild 3?
      Dateien
      1958er P1
      1959er P1
      1960er P1
      1964er Rekord A (Alltagsauto im Sommer)
      Manta A
      Manta B
      Audi 80 (Alltagsauto im Winter)
      Guten Abend SaveOldCars,

      das Ding auf Bild 3 ist der Schalter für das Rückfahrlicht. Möglicherweise auch von einem anderen

      Opel adaptiert. Wenn der Motor "fest" ist, können das die Kolben sein (hast Du ausgeschlossen), aber auch die

      Kurbelwelle kann feststecken:

      1) Rost in den Lagerstellen (nicht schön, aber oft reparabel)

      2) Fressen wegen Ölmangels (auch Überlastung), besonders an den Lagern 1 + 4

      Wenn die Lager gefressen haben, solltest Du unbedingt die "Grundbohrungen" auf Rundheit

      messen lassen. Die Fresskräfte können so stark werden, dass sie die Grundbohrungen oval ziehen.

      Dann ist der Motor als Schrott zu betrachten (auch das läßt sich beheben, ist aber unangemessen teuer).

      mach mal die Hauptlager auf. Schaun wer mal, denn sehn wir schon....

      Gruß,

      Alfred. H.
      Meine Vermutung: Motorschaden, dadurch Kurbelwelle gestoppt bei eingelegtem Gang, Hinterachse dreht weiter. Da dadurch die Kardanwelle auch weiter dreht ist saß schwächste Glied das Getriebegehäuse...
      Wer später bremst ist länger schnell...

      1963 Opel Rekord A 2TL auf E36 Chassis (im Aufbau)
      1964 Opel Rekord A 1700 aus Antwerpener Produktion
      So in der Art hätte ich auch vermutet. Der Motor ging wohl während der Fahrt plötzlich fest,
      dann kam der Antrieb für die Bewegung auf einmal von hinten
      und der überraschte Fahrer war nicht schnell genug auf der Kupplung.
      Das muss mächtig gerummst haben. =O
      Schöne Grüße

      Dirk
      "Tausi" :wink:

      aus Meerbusch am Niederrhein (zwischen Krefeld und Düsseldorf)
      "P2"-Käpt´n seit Studientagen (so sieht er auch aus) und seit Ende 2015 auch Diplo-A-C
      ...im Verlauf von Frisierarbeiten hatte ich schon 2 x das "Glück", dass der

      Motor schlagartig gefressen hat (FEST). Die Folge ist: HA blockiert, Auto schleudert.

      Betriebszustand: Autobahn, Vollgas.

      Im Motor hatte 1 x das letzte Hauptlager gefressen, so sehr, dass die beiden Lagerschalen

      sichelartig übereinander lagen: Kurbelwelle krumm, Lagerbrücke stark ovalisiert,

      Motor Schrott.

      Beim nächsten Motor: Dito, hier war es das erste Hauptlager, Motor Schrott.

      Wegen des Getriebeschadens würde ich auf einen Defekt der Kardanwelle tippen.

      Die höchsten Kräfte im Triebstrang erzeugt man:

      - bei voller Beladung
      - Knallstart im ersten Gang

      - Dabei verlagert sich die Achslast dynamisch nach hinten (übertragbare Kraft steigt)
      - und es ist die Übersetzung des ersten Gangs wirksam (rund Faktor 3)

      Wenn der Motor blockiert, bremst der Wagen > Achslast hinten sinkt (übertragbare Kraft sinkt)
      Im direkten Gang sind die Getriebewellen "durchgekuppelt" > das Gehäuse praktisch lastfrei.
      Die resultierenden Kräfte sind deutlich geringer, als beim Knallstart.

      Darum vermute ich eher einen Defekt an der Kardanwelle.

      Bei einem frisierten Ascona A (Autobahnfahrt, n: ca. 7000/min) hatte die Kardanwelle wegen

      Eigenschwingungen in der Endbuchse des Getriebes gefressen. So stark, dass die Ausgangswelle

      stark verbogen war und das Einsteckteil der Kardanwelle einseitig tiefe Narben aufwies.

      Das ist ein Hinweis auf enorme Kräfte. Getriebe Schrott, Kardanwelle Schrott, trotzdem: Glück gehabt.

      Jetzt dreht der Rekord A nicht 7000/min, wenn sich aber ein Kardangelenk verabschiedet (Nadelbuchse),

      dann treten starke Unwuchten auf, die (geschätzt) diesen Schaden herbeiführen können.

      Das Schadensbild am Kardantunnel stützt diese Annahme, bei einem einfachen "Bruch" ist die Welle "weg"

      diese im Blech sichtbare "Bördelsicke" sieht mir so aus, als wenn sie durch eine Rotation der stark exzentrischen

      Welle entstanden ist. Man sieht auch, dass es im Prinzip 2 "Sicken oder Markierungen" im Tunnel gibt:

      - eine stark ausgeprägte Sicke (rechts im Bild), das dürfte ungefähr die Position des Gelenks sein

      - ein weniger stark ausgeprägtes Muster (ca. 15cm weiter links), das dürfte von der Oberkante
      des Getriebes selbst stammen

      Auch das deutet auf eine starke, exzentrische Auslenkung hin....

      In wie weit der Motor sich an dem Defekt beteiligt hat, wird die Obduktion zeigen...

      Gruß,

      Alfred. H.
      Wer die TV-Serie NCIS kennt, weiß, wieso ich bei Alfreds Ausführungen unwillkürlich an Ducky denken musste... :D
      Grüße aus dem Sauerland von Frankie, dem Lennecruiser!


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      Ort: 58119 Hohenlimburg a. d. Lenne
      Fahrzeug: Olympia Rekord P1, EZ 02/60, 1700 ccm
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      MOTTO: "LEBE SO, DASS SICH DEINE FREUNDE LANGWEILEN, WENN DU TOT BIST!"
      Das muss aber mächtig gerumbst haben. Das könnte so ein Alptraum auf der Autobahn sein.
      Dann noch in den Rückspiegel schauen wie die Teile über die Bahn kullern.
      Aber es ist ein toller Wagen den du wieder fertig machst.
      Gruss HK
      Opel Rekord P2 Bj.1962 1,7 L
      Ford Galaxy WA6 Bj.2015 1,6 Ecoboost
      WW Knaus 8,5m 2,0 T

      Frank Kaenders

      Forumtreffen 2021 wird leider verschoben! :alt002:
      www.Opel-HK.de
      www.P2.kaenders.net